Rescon-Ex 26: 800 Einsatzkräfte üben Chemieunfall in Köln
04.06.2026 - 11:21:13 | boerse-global.deHUE/KÖLN. Gleich mehrere Großübungen haben in dieser Woche die internationale Zusammenarbeit im Katastrophenschutz auf den Prüfstand gestellt. Von historischen Kulturgütern in Vietnam bis zu Chemieunfällen in Deutschland – die Szenarien könnten unterschiedlicher kaum sein.
Großalarm in der Kaiserstadt: Brandschutz für UNESCO-Welterbe
Am Donnerstag führten die Behörden in der vietnamesischen Stadt Hue umfangreiche Feuerwehr- und Rettungsübungen in der Kaiserlichen Zitadelle und mehreren Königsgräbern durch. Organisiert vom Erhaltungszentrum der Hue-Monumente in Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei, testeten die Einsatzkräfte die Notfallprotokolle an den hochkarätigen Kulturstätten.
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Die Simulation umfasste verschiedene Brandszenarien: einen Kurzschluss, einen simulierten Brandanschlag mit einer Ausbreitung auf 150 Quadratmetern sowie einen Fahrzeugbrand. Ziel war es, die praktischen Fähigkeiten der Mitarbeiter zu verbessern und die Wirksamkeit der bestehenden Brandschutzpläne zu überprüfen.
Der Zeitpunkt der Übung ist kein Zufall. Erst am Donnerstag kehrte der restaurierte Thron der Nguyen-Dynastie in den Thai-Hoa-Palast zurück – nach einer aufwendigen Restaurierung zwischen dem 22. April und 4. Mai. Das wertvolle Artefakt war im Mai 2025 durch Vandalismus beschädigt worden. Ngô V?n Minh, Direktor des Museums für königliche Antiquitäten in Hue, betonte, dass der Schutz solcher nationalen Schätze gemeinsame Anstrengungen erfordere. Das Zentrum hat daraufhin die Überwachungssysteme aufgerüstet und Sicherheitspersonal speziell geschult.
Chemieunfall im Stadion: Rescon-Ex 26 in Köln
Während in Vietnam historische Stätten im Fokus standen, probten europäische Rettungsdienste am Mittwoch eine der größten Zivilschutzübungen der Region. Im Kölner Rheinenergie-Stadion versammelten sich rund 800 Einsatzkräfte von THW, Bundespolizei und verschiedenen Rettungsdiensten – unterstützt von 400 bis 500 Statisten, die Verletzte spielten.
Die Übung mit dem Namen "Rescon-Ex 26" simulierte einen Chemieunfall in einem Pestizid-Hersteller. Die Helfer übten die Massendekontamination von Menschen, Fahrzeugen und Ausrüstung. Der Drill diente als wichtiger Test für die neue EU-finanzierte Einheit "rescEU-CBRN-DECON", die für chemische, biologische, radiologische und nukleare Bedrohungen ausgelegt ist. Die Spezialeinheit soll bis Ende 2026 voll einsatzbereit sein.
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Denkmalschutz und regionale Vorsorge
Auch in Deutschland laufen die Bemühungen um den Erhalt historischer Substanz. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellte 55.000 Euro für die Sicherung der künstlichen Burgruine in den Gärten der Villa Sachsen in Bingen bereit. Das Geld, das am 10. Juni übergeben wird, soll Risiken am Aussichtsturm beheben, der unter den Spätfolgen eines Brandes von 2002 leidet.
Die regionale Feuerwehr hat ebenfalls ihre Ausbildung für Umweltgefahren verstärkt. Am 30. Mai übte die Trierer Berufsfeuerwehr gemeinsam mit mehreren Freiwilligen Einheiten die Bekämpfung von Waldbränden zwischen Kernscheid und Brubach. 70 Einsatzkräfte und 14 Fahrzeuge konzentrierten sich dabei auf den Langstrecken-Wassertransport. Am selben Tag führten Feuerwehrleute im österreichischen Annaberg eine Scheunenbrand-Übung auf einem Bauernhof durch, um Menschenrettung unter realistischen Bedingungen zu trainieren.
Weltleitmesse und grenzüberschreitende Hilfe
Die globale Feuerwehrbranche versammelt sich derzeit auf der INTERSCHUTZ 2026 in Hannover. Noch bis Samstag präsentieren 1.750 Aussteller aus 55 Ländern die neuesten Technologien. Mit dabei ist auch das vietnamesische Unternehmen Hi?p Hòa, das Feuerwehrausrüstung und einen spezialisierten Löschroboter einem internationalen Publikum vorführt.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit steht am Samstag in Taubenheim im Mittelpunkt. Dort findet zum dritten Mal die "Blaue Lichtmeile" statt, mit internationaler Beteiligung einer tschechischen Feuerwehr-Delegation aus Šluknov. Geplant sind gemeinsame Vorführungen von Rettungstechniken – zu Wasser, zu Lande und in der Luft.
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