Reparatur, Erneuerung

Reparatur oder Erneuerung: Webinar zeigt fünf Fälle aus der Elektropraxis

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 14:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Webinar behandelt Entscheidungen bei Elektroanlagen; Praxisbeispiele zeigen schnelle Pressreparaturen und Schutzvorgaben für Fremdfirmen.
Industrielle Elektroinstallationen an einer Betonwand in einer Fabrikhalle Illustration mit AI erstellt.

Bei Schäden an technischen Bestandsanlagen stehen Betreiber und Fachkräfte regelmäßig vor der Frage, ob eine Instandsetzung ausreicht oder eine vollständige Erneuerung erforderlich ist.

Mit dieser sicherheitstechnischen Abwägung befasst sich am 23.10.2026 von 10:00 bis 11:00 Uhr das Webinar „Praxisprobleme“, wie das Fachportal elektro.net berichtet. Als Referent führt der Elektrotechnikermeister und Sachverständige Hans-Josef Tonnellier durch die Online-Veranstaltung, deren regulärer Teilnahmebeitrag bei 69,00 Euro liegt.

Die Weiterbildung richtet sich gezielt an Elektrofachkräfte und Fachverantwortliche, die vor Ort über Sanierungsschritte entscheiden müssen. Im Mittelpunkt stehen fünf konkrete Praxisfälle, die unter anderem Wasserschäden, Leitungsreparaturen, Zähleranlagen sowie Fragen der Prüfverantwortung abdecken.

Technische Befunde und rechtssichere Dokumentation

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf den Befunden, die als verlässliche Grundlage für die Entscheidung zwischen Reparatur und Sanierung herangezogen werden müssen. Das Webinar thematisiert typische Fehlannahmen in der Praxis und beleuchtet die erforderliche Dokumentation der Maßnahmen.

Zudem wird vermittelt, wie Betreiber und Netzbetreiber in die Entscheidungsprozesse einzubinden sind. Auch organisatorische Schnittstellen im Betrieb werden aufgegriffen, darunter die konkreten Aufgaben und Zuständigkeiten von Hausmeistern, die als Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten eingesetzt werden.

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Schnelle Reparaturverfahren im industriellen Alltag

Die Herausforderung, Bestandsanlagen wirtschaftlich und sicher instand zu setzen, zeigt sich auch in anderen technischen Gewerken. Wie industriemagazin.at berichtet, bieten moderne Verbindungstechniken teils deutliche Zeiteinsparungen gegenüber aufwendigen Sanierungen oder Heißarbeiten.

Nach Angaben des Herstellers Viega konnte beispielsweise eine beschädigte verzinkte 1-Zoll-Druckluftleitung nach einer Kollision mit einem Gabelstapler durch kalte Pressverbindungstechnik in rund 30 Minuten repariert werden, sodass der Betrieb nach kurzer Unterbrechung wieder anlief.

In einem weiteren Fall war eine undichte geschweißte 2-Zoll-Kühlwasserleitung in einem Schacht mithilfe von Pressverbindern wie Schiebmuffen und Flanschen innerhalb einer Stunde instand gesetzt. Eine konventionelle Schweißreparatur durch einen externen Dienstleister hätte mindestens einen halben Tag in Anspruch genommen – Wartezeiten nicht eingerechnet.

Da der Absperrschieber nicht vollständig schloss, hätte ein Schweißverfahren zudem das aufwendige Einfrieren der Leitung verlangt. Um im Schadensfall rasch reagieren zu können, wird daher empfohlen, häufig benötigte Pressverbinder und Werkzeuge direkt im Betrieb zu bevorraten.

Sicherheitsstandards bei kurzfristigen Fremdfirmeneinsätzen

Werden Instandsetzungen oder Reparaturen an Fremdfirmen vergeben, gelten strenge arbeitsschutzrechtliche Vorgaben. Wie gerichte-und-urteile.de mit Verweis auf Leitlinien des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) und der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) nach dem Konzept Vision Zero berichtet, ist bei kurzfristigen Reparaturen vor dem Eingriff eine Last-Minute-Risk-Assessment (LMRA) vorgesehen.

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Freigabescheine sind laut den Branchenvorgaben unter anderem bei Schweißarbeiten, an Elektroanlagen, bei Behältereinstiegen, in engen Räumen sowie bei Absturzgefahr und dem Umgang mit Gefahrstoffen obligatorisch. Um eine unbeabsichtigte Freisetzung von Energien während der Instandsetzung auszuschließen, sind Sicherungsmaßnahmen wie Lockout-Tagout-Verfahren vorgesehen.

Die übergeordneten Grundsätze dieser Schutzvorkehrungen sind in der DGUV Information 215-830 niedergelegt, während Umsetzungshinweise im BG RCI Merkblatt KB035 geregelt sind. Neben einer vor Arbeitsbeginn erstellten Gefährdungsbeurteilung, die an das beauftragte Unternehmen weiterzugeben ist, muss für die Schnittstellenkoordination eine zuständige Person benannt werden.

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