Rentenbank-Programm: Liquiditätshilfen für Landwirte ab Juni
06.06.2026 - 04:42:00 | boerse-global.de
Ab dem 1. Juni 2026 können Landwirte Liquiditätshilfen zu vergünstigten Konditionen beantragen.
Hintergrund sind die stark gestiegenen Betriebsmittelkosten. Vor allem Diesel und Düngemittel verteuerten sich infolge des Nahost-Konflikts massiv. Das Programm hat ein Volumen von 200 Millionen Euro.
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So günstig sind die Kredite
Das unter der Nummer 235 geführte Programm gewährt einen Zinsabschlag von 0,50 Prozentpunkten. Für das LR-Basis-Ratendarlehen in Preisklasse A bedeutet das bei drei Jahren Laufzeit eine Basiskondition von 3,85 Prozent. Der effektive Jahreszins liegt bei 3,39 Prozent.
Pro Betrieb sind maximal 500.000 Euro möglich. Bis zu 50.000 Euro entfallen sogar die spezifischen Nachweise – das beschleunigt das Verfahren deutlich. Beantragt werden die Mittel über die jeweiligen Hausbanken.
Auch die EU zieht nach
Flankierend zu den nationalen Hilfen bereitet die EU-Kommission weitere Unterstützung vor. Für den 10. Juni ist ein Vorschlag zur Freigabe der verbleibenden Agrarreserve angekündigt. Auch hier geht es um etwas mehr als 200 Millionen Euro.
Der Grund: Düngerpreise liegen in der EU rund 70 Prozent über dem Durchschnitt von 2024. Elisabeth Werner, Generaldirektorin bei DG AGRI, betonte Anfang Juni die Notwendigkeit der Maßnahmen. Es gehe um die langfristige Sicherung bezahlbarer Lebensmittel.
Die Kommission prüft zudem mehr Flexibilität bei GAP-Vorauszahlungen und einen speziellen Düngemittelaktionsplan.
Hessen fördert nachhaltige Projekte
Neben den akuten Hilfen fließen auch Mittel in die Transformation der Branche. In Hessen wurden sechs Bewilligungsbescheide über rund 3,25 Millionen Euro übergeben. 80 Prozent der Summe stammen aus dem EU-ELER-Fonds.
Gefördert wird unter anderem der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Grünlandpflege. Auch Mikroalgen als Düngemittelersatz werden erforscht.
Juristische Aufarbeitung läuft
Während neue Programme starten, beschäftigen alte Hilfsmaßnahmen die Gerichte. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe wies Klagen gegen den Widerruf von Corona-Soforthilfen ab. Die Empfänger waren ihrer Mitwirkungspflicht bei der nachträglichen Prüfung nicht nachgekommen.
In Hessen gibt es unterdessen Erleichterungen für Rückmeldeverfahren. Existenzgefährdungen durch Rückforderungen sollen so vermieden werden.
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Internationale Perspektive: Brasilien
Auch international stehen Agrarkredite im Fokus. In Brasilien gewährte ein Gericht in Santa Catarina Landwirten eine Laufzeitverlängerung von 15 Jahren. Klimabedingte Ernteausfälle bei Mais und Soja hatten die Rückzahlung gefährdet.
Der brasilianische Senat stimmt voraussichtlich am 10. Juni über ein Gesetz zur Umschuldung ländlicher Kredite ab. Ziel ist die Stabilisierung der Liquidität der Produzenten.
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