Renten, Millionen

Renten ab Juli: 21 Millionen Rentner bekommen durchschnittlich 77,85 Euro mehr

13.06.2026 - 14:39:22 | boerse-global.de

Rund 21 Millionen Rentner erhalten ab Juli mehr Geld, doch viele drohen in die Steuerpflicht zu rutschen. Die Rentenversicherung warnt vor Finanzierungslücken.

Rentenerhöhung Juli 2026: Mehr Geld, aber Steuerfalle droht
Renten - Eine Gruppe von Senioren der Babyboomer-Generation steht nachdenklich vor einer unscharfen Stadtkulisse, die den Renteneintritt symbolisiert. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Zum 1. Juli bekommen rund 21 Millionen Rentner mehr Geld – im Schnitt 77,85 Euro brutto extra pro Monat. Der aktuelle Rentenwert klettert von 40,79 auf 42,52 Euro.

Für einen Standardrentner mit 45 Beitragsjahren bedeutet das: 1.913,40 Euro brutto statt bisher 1.835,55 Euro. Die Erhöhung gilt auch für Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten. Bei der Alterssicherung der Landwirte steigt der Wert auf 19,63 Euro.

Doch die gute Nachricht hat einen Haken. Experten warnen: Durch die Anpassung rutschen mehr Rentner in die Steuerpflicht. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro.

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Warnung aus der Rentenversicherung

Alexander Gunkel, Chef der Deutschen Rentenversicherung (DRV), schlägt Alarm. Geplante Kürzungen der Bundeszuschüsse um vier Milliarden Euro im Jahr 2027 gefährdeten die Stabilität des Systems. Die Prognose: Der Beitragssatz müsste von aktuell 18,6 Prozent auf 18,8 Prozent steigen.

Die Reserven schmelzen dramatisch. Ende 2025 lagen sie noch bei 41,3 Milliarden Euro. Ende 2027, so die Schätzung, sind sie weitgehend aufgebraucht. Für 2028 erwarten Experten einen Sprung auf 19,9 Prozent. 2029 könnte erstmals seit den späten 1990ern die 20-Prozent-Marke fallen.

Arbeitsmarkt vor gewaltiger Lücke

Parallel zur Rentenfinanzierung zeichnet sich ein personelles Desaster ab. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) korrigiert die Prognosen zum Arbeitskräftemangel massiv nach oben. Bis 2036 fehlen demnach 4,3 Millionen Erwerbstätige – bisher ging man von 3 Millionen aus.

Das Erwerbspersonenpotenzial sinkt von 55 auf 51,2 Millionen. Hauptgrund: die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente, die Zuwanderung lässt nach. Die deutsche Bevölkerung schrumpft laut Prognose bis 2045 auf 81,1 Millionen.

Das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern verschlechtert sich rasant. Aktuell finanzieren 2,5 Erwerbsfähige einen Rentner. 2037 sind es nur noch 1,9, 2070 sogar nur 1,7.

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Reformdruck wächst

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert bereits die Rückkehr zum Nachhaltigkeitsfaktor. Die aktuellen Rentensteigerungen seien zu hoch. Er plädiert für stabile Beitragssätze, um die Lohnnebenkosten zu begrenzen.

Eine Rentenkommission soll bis zum 28. Juni Reformvorschläge vorlegen. Im Raum steht auch eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Die Dringlichkeit unterstreicht eine Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft: Das private und betriebliche Vorsorgevermögen liegt mit 6,4 Prozent des BIP deutlich hinter dem OECD-Schnitt.

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