Rente: 21 Millionen Rentner erhalten 4,24-Prozent-Plus ab Juli
06.07.2026 - 04:04:13 | boerse-global.de
Zum 1. Juli 2026 haben rund 21 Millionen Rentner mehr Geld auf dem Konto. Die Bezüge stiegen um 4,24 Prozent – ein Plus, das über der aktuellen Inflationsrate von 2,6 Prozent liegt.
Der aktuelle Rentenwert liegt nun bei 42,52 Euro pro Entgeltpunkt. Ein Eckrentner mit 45 Beitragsjahren bekommt monatlich 1.913,40 Euro – rund 78 Euro mehr als zuvor. Die Bundesregierung sicherte zu, das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent zu halten.
Reformvorschläge: Rente mit 70 rückt näher
Die Alterssicherungskommission legte zeitgleich ein Paket mit 33 Empfehlungen vor. Der Kern: Das Renteneintrittsalter soll an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Die Formel: Zwei Drittel jedes zusätzlichen Lebensjahres kommen zur Erwerbsphase, ein Drittel zur Rentenphase.
Konkret bedeutet das:
- Geburtsjahrgang 1973: Rente mit 67,5 Jahren ab 2041
- Geburtsjahrgang 1983: Rente mit 68 Jahren ab 2051
- Geburtsjahrgang 2021: Rente mit 70 Jahren nach 2091
Die Kommission empfiehlt zudem die Abschaffung der „Rente mit 63" und der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Das Mindestalter für langjährig Versicherte soll auf 64 Jahre steigen. Ausnahmen sind nur bei Berufsunfähigkeit oder nach 35 Beitragsjahren mit ärztlichem Attest vorgesehen – dann zwei Jahre vor dem regulären Renteneintritt.
Abgeordnete sollen künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Beamte bleiben vorerst außen vor – verfassungsrechtliche und finanzielle Hürden stehen dagegen.
Steuerentlastung trifft auf höhere Sozialabgaben
Die Bundesregierung plant steuerliche Entlastungen von rund 10 Milliarden Euro jährlich. Haushalte mit bis zu 60.000 Euro Einkommen sollen rund 600 Euro im Jahr sparen. Gleichzeitig steigt die Reichensteuer: 45 Prozent ab 250.000 Euro, 47 Prozent ab 280.000 Euro.
Vizekanzler Klingbeil warnte jedoch: Die Entlastungen für Familien werden teilweise durch steigende Sozialbeiträge aufgefressen. Prognosen zufolge könnte der Rentenbeitrag bis 2028 auf 19,9 Prozent klettern. Handwerksvertreter fordern daher eine Senkung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.
Kanzleramtschef Thorsten Frei versprach spürbare Entlastungen beim Kindergeld und bei den Freibeträgen. Ökonomen bleiben skeptisch: Die Inflation könnte die Effekte abschwächen.
Krankschreibung: Attestpflicht ab Tag eins geplant
Das Reformpaket enthält auch Änderungen im Arbeitsrecht. Die telefonische Krankschreibung soll abgeschafft werden – stattdessen gilt die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag. Klingbeil signalisierte aber Gesprächsbereitschaft: Betriebliche oder tarifliche Regelungen könnten eine pragmatische Lösung bieten.
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Beim Bürokratieabbau plant die Regierung, Berichtspflichten zu streichen und Befristungen auf bis zu 48 Monate auszuweiten. Das Blockmodell bei der Altersteilzeit soll wegfallen, der Beginn der Altersteilzeit wird auf 58 Jahre festgelegt. Insgesamt umfasst der Plan 34 Punkte – mit dem Ziel, die wirtschaftliche Dynamik zu stärken.
