Reizstoff im ICE: Zugbegleiter ohnmächtig, Strecke 4 Stunden gesperrt
04.06.2026 - 22:23:24 | boerse-global.de
Der Zug auf dem Weg nach Köln musste am Mittwochabend in Trechtingshausen im Kreis Mainz-Bingen eine Notbremsung einleiten.
Gefährlicher Zwischenfall im Zugabteil
Gegen 20:10 Uhr meldeten Fahrgäste einen stechenden Geruch in einem der Waggons. Die Bundespolizei bestätigte, dass ein Zugbegleiter durch die Reizstoffe kurzzeitig ohnmächtig wurde. Rettungskräfte versorgten den Mann noch am Einsatzort. Unter den 167 bis 177 Reisenden blieb es körperlich bei einem behandlungsbedürftigen Fall – eine Person erlitt einen Panikanfall.
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Die Ermittler fanden am Tatort eine Flüssigkeit, die ein Unbekannter versprüht hatte. Die genaue chemische Zusammensetzung des Reizstoffs stand zunächst nicht fest. Die Strecke in Richtung Köln blieb für knapp vier Stunden gesperrt. Erst kurz vor Mitternacht konnte der betroffene ICE zu einer Reinigungs- und Untersuchungsanlage gebracht werden. Der Täter und sein Motiv sind weiterhin unbekannt.
Massive Störungen durch Kabeldiebstahl
Der Vorfall in Trechtingshausen war nicht die einzige Beeinträchtigung im deutschen Schienenverkehr. Bereits am Donnerstagmorgen legte ein Oberleitungsschaden östlich von Hannover den Fernverkehr lahm. Die Ursache: Dreister Diebstahl von Mastankern. Ein ICE riss daraufhin die Oberleitung herunter.
Betroffen waren wichtige Verbindungen von Aachen und Amsterdam nach Berlin sowie Linien zwischen Frankfurt und Flensburg. Auch die S-Bahnen und Regionalexpresszüge rund um Hannover fielen weitgehend aus. Reparaturtrupps arbeiteten den ganzen Tag, um den Betrieb bis zum Abend wiederherzustellen.
Nur zwei Tage zuvor, am Dienstagabend, traf es die Strecken rund um Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Kupferkabeldiebe hatten dort gegen 22 Uhr zugeschlagen. Die Folgen: Ausfälle bei S-Bahnen und Fernverkehr zwischen Halle, Dessau und Leipzig. Die Strecke konnte erst am Mittwochabend wieder freigegeben werden.
Weitere Einsätze belasten Rettungskräfte
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Neben den kriminellen Vorfällen auf den Gleisen forderten auch andere Notfälle die Einsatzkräfte. In Langenhahn führte ein Gasaustritt aus einem unterirdischen Tank zur Evakuierung mehrerer Häuser und zur Sperrung der Bundesstraße 255. Rund 100 Helfer waren im Einsatz, der Einsatz endete am frühen Donnerstagmorgen.
In Mainz sorgte ein Fahrzeugbrand in einem Parkhaus für Aufregung. Ein Supermarkt und ein Sportstudio wurden evakuiert. Die Feuerwehr löschte die Flammen schnell, verletzt wurde niemand. Die Sperrung der Rheinstraße führte jedoch zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt.
Erst kürzlich steckte eine S-Bahn in einem Mainzer Tunnel fest – zwei Stunden lang bei 30 Grad und ohne Trinkwasser. Mehrere Fahrgäste wurden ohnmächtig. Die Bahn entschuldigte sich später für die verzögerte Evakuierung. Einige Betroffene prüfen rechtliche Schritte.
