regiobus-Streik: Zwei Tage Ausfälle im Raum Hannover am 8. und 9. November
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deIm Tarifkonflikt des öffentlichen Nahverkehrs verschärft die Gewerkschaft ver.di den Druck auf die Arbeitgeberseite. Wie aus Berichten vom 4. November 2026 hervorgeht, sind alle Tarifbeschäftigten des Verkehrsunternehmens regiobus dazu aufgerufen, die Arbeit am Sonntag, den 8. November, sowie am Montag, den 9. November 2026, niederzulegen.
Der Warnstreik soll sich an beiden Tagen jeweils von Betriebsbeginn bis zum Betriebsende erstrecken und wird den Busverkehr im Raum Hannover erheblich einschränken.
Fahrtausfälle im Umland und digitaler Protest am verkaufsoffenen Sonntag
Für den Streiktag am Sonntag, den 8. November 2026, kündigte ver.di ein sogenanntes „Stay-at-home“-Format an. An dem Tag, an dem in Hannover ein verkaufsoffener Sonntag stattfindet, ist keine zentrale Kundgebung geplant; der Streik soll ausschließlich digital begleitet werden.
Fahrgäste von regiobus müssen sich dennoch auf massive Einschränkungen einstellen. Betroffen sind unter anderem die Linien 123, 124 und 330, zudem wird mit Ausfällen auf weiteren Strecken gerechnet.
Am darauffolgenden Montag, den 9. November 2026, verlagert sich der Schwerpunkt der Einschränkungen vor allem auf das Umland der Region Hannover. Betroffen sind insbesondere die stark frequentierten sprintH-Linien 300, 400, 500, 600, 700 und 900. Auch im Stadtverkehr Hannover kann es zu Verzögerungen und Ausfällen kommen.
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Unterstützung erhält der Arbeitskampf an diesem Tag von Beschäftigten des ÜSTRA-Betriebshofs Mittelfeld, die sich solidarisch an dem regiobus-Ausstand beteiligen. Regulär betrieben werden hingegen die Linien von Subunternehmern sowie das Stadtbahnnetz. Auch die S-Bahn Hannover sowie die regulären Üstra-Linienbusse werden nicht bestreikt und verkehren nach Fahrplan.
Zuspitzung nach vorangegangenen Arbeitsniederlegungen
Die zweitägige Streikmaßnahme markiert eine deutliche Ausweitung der bisherigen Arbeitskämpfe. Bereits am Montag, den 2. November 2026, hatten Teile der regiobus-Belegschaft zeitweise die Arbeit niedergelegt. An einem anschließenden Mittwoch traten Beschäftigte an den Betriebshöfen in Mellendorf und Burgdorf in den Ausstand. Zudem rief die Gewerkschaft für Freitag, den 6. November 2026, zu einem Warnstreik am Betriebshof Eldagsen bei Springe auf.
Hintergrund der Auseinandersetzung sind die bundesweiten Tarifverhandlungen zum Eisenbahn-Tarifvertrag (ETV). Die Positionen der Tarifparteien liegen dabei nach wie vor weit auseinander.
Weit auseinanderliegende Positionen vor den nächsten Gesprächen
Die Gewerkschaft ver.di fordert für die Beschäftigten bei regiobus eine Erhöhung der Monatsentgelte um 6,5 Prozent sowie 100 Euro mehr pro Monat für Auszubildende. Zudem verlangt die Gewerkschaft eine jährliche Sonderzahlung in Höhe von 650 Euro für ver.di-Mitglieder. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll nach den Vorstellungen der Arbeitnehmerseite 12 Monate betragen.
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Das Angebot der Arbeitgeberseite sieht hingegen eine Laufzeit von 26 Monaten vor. Geplant sind demnach eine Einmalzahlung in Höhe von 270 Euro sowie eine Tabellenanpassung in zwei Stufen: 3,0 Prozent ab Dezember 2026 und weitere 2,0 Prozent ab Januar 2028. Ob es zu einer Annäherung kommt, soll sich am 16. November 2026 zeigen, wenn die Tarifparteien zur nächsten Verhandlungsrunde zusammenkommen.
