reebuild erhält 3 Millionen Euro Seed-Finanzierung und baut sein Geschäft in Deutschland aus
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 09:01 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
reebuild ist eine branchenspezifische KI-Plattform, die Rechnungsprüfung, Kostenmanagement und Materialverwaltung für Bauunternehmen und Projektentwickler automatisiert. Jedes eingehende Dokument – ob E-Rechnung, PDF, Foto oder Scan – wird von der KI zeilengenau ausgelesen, strukturiert und automatisch abgeglichen. Heute verarbeitet reebuild mehr als 530 Millionen Euro Rechnungsvolumen für über 120 Unternehmen in Deutschland und Österreich auf mehr als 8.200 Baustellen und Projekten, über 345.000 Dokumente sind mittlerweile durch die Plattform gelaufen. Zu den Kunden zählen unter anderem die Kratzert Gruppe, Rödl & Herdegen, Pittel+Brausewetter und die 3SI Immogroup. Die Software wird in Wien entwickelt, in Deutschland gehostet und ist DSGVO-konform.
E-Rechnungspflicht: Strukturierte Rechnungen allein lösen das Problem am Bau nicht
Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können. Ab 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz E-Rechnungen auch selbst ausstellen, ab 2028 gilt das für alle. Für Bauunternehmen und Projektentwickler, die täglich Rechnungen von Nachunternehmern, Lieferanten und Baustoffhändlern erhalten, heißt das: Strukturierte E-Rechnungen, PDFs, Fotos von Lieferscheinen und Scans laufen in der Praxis nebeneinander ein.
Eine E-Rechnung im Posteingang ist allerdings noch keine geprüfte Rechnung. Ob Mengen und Preise zum Lieferschein und zur Auftragsbestätigung passen, ob eine Korrektur nötig ist und ob die Skontofrist noch läuft, muss weiterhin jemand prüfen. reebuild liest alle Formate in einen einheitlichen Datensatz, gleicht automatisch ab und berechnet Korrekturen neu. Die Ablage ist revisionssicher, und reebuild unterstützt GoBD-konformes Arbeiten sowie gängige Standards wie EN 16931 und ZUGFeRD.
Manuelle Prozesse bremsen eine ganze Branche
In der Bau- und Immobilienbranche wird ein Großteil der Kostenverwaltung und -steuerung, vor allem zwischen den Abteilungen im operativen Geschäft, noch manuell in Excel-Listen geführt und in Papierordnern abgelegt. Rechnungen werden händisch mit Vertragsbedingungen oder Lieferscheinen abgeglichen. Freigaben dauern zu lange und sind undurchsichtig, zudem laufen die Skontofristen ungenutzt ab. Projektkosten liegen in veralteten Tabellen, sodass strategische Entscheidungen auf Basis überholter Informationen getroffen werden. Angesichts steigender Risiken bei Finanzierung, Energie und Material können Margen dadurch schnell schrumpfen und zu echten finanziellen Verlusten führen.
Dazu kommt ein Generationswechsel in vielen Unternehmen: Mit der nächsten Generation an der Spitze wächst der Anspruch, Kostenverfolgung und Transparenz genauso selbstverständlich digital zu führen wie im privaten Alltag. Entsprechend steigt auch der Bedarf an Software, die diesem Anspruch gerecht wird.
Extrem nah an der Praxis gebaut
„Wir kennen die Probleme der Branche aus erster Hand und entwickeln reebuild gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden extrem nah an der Praxis“, sagt Alexander Kornell, CEO und Gründer von reebuild. „Die Software, mit der viele Bauunternehmen und Projektentwickler heute noch arbeiten, ist seit Jahrzehnten kaum weiterentwickelt worden und hat den Anschluss an die gestiegenen Ansprüche verpasst. Wir sind überzeugt, dass wir diesen Markt mit einem Team aus Bau- und Technologie-Know-how aufmischen können. Nicht mit einem weiteren Tool, sondern mit einer Lösung, die wirklich versteht, wie Baustellen und Projekte kaufmännisch abgewickelt werden.“
Dieser Anspruch beruht auf eigener Erfahrung: Alexander Kornell (CEO) und Matteo Cimadom (CRO) sind durch ihre Familienbetriebe tief in der Baubranche verwurzelt. Gemeinsam mit Luca Papay (CTO) und Nicolaus Lederer (COO) bringen sie langjährige Praxiserfahrung in Bau und Immobilien sowie in KI-Forschung und -Entwicklung mit.
KI-gestützte Automatisierung, gebaut für die Realität auf der Baustelle
Die KI von reebuild liest jedes eingehende Dokument, ob E-Rechnung, PDF, Foto oder Scan, zeilengenau aus und speichert es als strukturierte Daten. Lieferscheine, Rechnungen und Auftragsbestätigungen werden automatisch zusammengeführt, Rechnungskorrekturen automatisch neu berechnet, und die Software lernt aus den Entscheidungen von Geschäftsführung und kaufmännischer Leitung mit und nimmt ihnen so immer mehr repetitive Arbeit ab. Auf der Baustelle fotografiert der Polier den Lieferschein mit der App, und er landet automatisch im System.
KI-Agenten bereiten die Arbeit vor, übernehmen wiederkehrende Aufgaben und empfehlen nächste Schritte, während das Team das letzte Wort behält: Freigaben laufen über Workflows, Menschen entscheiden, und die Software übernimmt das zeitaufwendige und fehleranfällige Lesen, Abgleichen und Rechnen.
Messbarer Effekt auf die Marge
Für Bauunternehmen zeigt sich der Effekt direkt in der Marge. Weniger Zeit für Verwaltung und bessere Entscheidungen auf Basis aktueller Projektdaten summieren sich zu messbaren Einsparungen im gesamten Unternehmen: Eine Rechnung zu bearbeiten dauert rund drei statt über zwanzig Minuten, der Weg vom Rechnungseingang bis zur Freigabe verkürzt sich von fünf auf eineinhalb Tage, und laut Kundenfeedback lassen sich die Beschaffungskosten um bis zu 20 Prozent senken. In einer Branche, in der die Margen typischerweise im einstelligen Prozentbereich liegen, macht genau das den Unterschied.
Die Vision: Das Agentic Backoffice für die Baubranche
Die Vision von reebuild reicht weit über Workflow-Automatisierung hinaus: Ziel ist es, den administrativen Aufwand in der Baubranche auf null zu senken. Auf Basis der strukturierten Daten hinter jedem Dokument entwickelt reebuild das Agentic Backoffice für Bauunternehmen. Darin übernehmen KI-Agenten Routineaufgaben wie Prüfung, Abgleich und Vorkontierung eigenständig, damit Teams in der Baubranche ihre Zeit wieder fürs operative Geschäft nutzen können, statt für das manuelle Kostencontrolling.
Wie reebuild die 3 Millionen Euro einsetzt
Das frische Kapital fließt in drei Bereiche. Erstens in die Märkte: reebuild ist in Deutschland und Österreich etabliert und baut das Geschäft in Deutschland weiter aus. Mit Fortino Ventures, das auch von München aus investiert, und Rise PropTech, das Zugang zu Entscheidungsträgern der Branche außerhalb der DACH-Region bietet, hat reebuild Investoren an Bord, die diesen Weg unterstützen. Darüber hinaus expandiert reebuild in weitere europäische Länder, in denen Entwicklungspartnerschaften bereits erste Proof Points liefern. Zweitens in die Plattform: reebuild entwickelt KI-gestützte Module, die den kaufmännischen Ablauf von Bauunternehmen von der Kalkulation bis zur Buchhaltung weitgehend automatisieren. Drittens in das Team: Am Hauptsitz in Wien arbeiten heute rund 25 Personen, in den kommenden Monaten kommen neue Kolleginnen und Kollegen hinzu.
Investoren sehen großes Potenzial in einer wenig digitalisierten Branche
Wouter Goossens, Partner bei Fortino Ventures, sagt: „Wir sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Bauunternehmen und Projektentwickler ist, ihre Backoffice-Prozesse mit Software und KI zu digitalisieren und zu automatisieren. reebuild ist das richtige Team, um das umzusetzen, auch weil das Gründerteam familiär in der Baubranche verwurzelt ist.“
„Wir freuen uns sehr darüber, wie sich Alexander und das Team entwickelt haben, und freuen uns darauf, sie auf ihrem weiteren Weg zu begleiten“, sagt Andrei Podlesnyi, Investment Manager beim Hansmann Family Office. „In den vergangenen Jahren hat reebuild bewiesen, dass die direkte Nähe zu den Kundinnen und Kunden der Schlüssel ist – sowohl für starkes Wachstum als auch für eine hervorragende Kundenbindung.“
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Jakob Winter
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