Recyclingbrände: 10.000 Vorfälle jährlich durch Lithium-Akkus
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 00:06 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Industrieunternehmen Vecoplan bewirbt auf seiner Website ein System zur frühen Branderkennung in Recyclinganlagen. Die unter der Bezeichnung Hotspot Monitoring geführte Technologie kombiniert nach Unternehmensangaben eine bispektrale Wärmebildkamera mit künstlicher Intelligenz. Ziel der Anwendung ist es, Überhitzungen und potenzielle Brandherde im laufenden Betrieb frühzeitig zu identifizieren, bevor offene Brände entstehen.
Optische Überwachung außerhalb des Materialstroms
Das System überwacht nach Angaben des Anbieters verschiedene kritische Bereiche in Entsorgungs- und Recyclingbetrieben. Dazu zählen Förderbänder, Materialströme, Halden, Bunker sowie die Materialzuführung. Der Kamerasensor wird dabei außerhalb des eigentlichen Materialflusses installiert. Diese Anordnung soll den mechanischen Verschleiß sowie die Verschmutzung der Sensorik reduzieren und den Wartungsaufwand verringern.
Ein wiederkehrendes Problem bei der thermischen Überwachung stellen betriebsbedingte Wärmequellen dar. Vecoplan hebt hervor, dass die integrierte KI-Bilderkennung darauf ausgelegt sei, Abwärme von Fahrzeugen und Abgasen von tatsächlichen Brandgefahren zu unterscheiden, um Fehlalarme im Betriebsalltag zu minimieren.
Die Lösung ist in das System Vecoplan Smart Center (VSC) eingebunden, nachrüstbar und laut Anbieter auch bei einem Ausfall der Internetverbindung einsatzfähig.
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Gefahrenquelle Lithium-Ionen-Akkus
Als Hintergrund für den Bedarf an automatisierten Detektionssystemen nennt das Unternehmen eine anhaltend angespannte Gefahrenlage in der Entsorgungswirtschaft. In deutschen Abfallbehandlungsanlagen komme es jährlich zu rund 10.000 Bränden, wobei die Tendenz weiter steige.
Als wesentliche Ursache gelten unsachgemäß entsorgte Lithium-Ionen-Batterien. Geraten solche Akkus in Zerkleinerungsanlagen oder geraten sie während des Transports auf Förderbändern unter mechanischen Druck, können sie thermisch durchgehen und hochentzündliche Materialgemische in Brand setzen. Eine rechtzeitige Detektion von Temperaturspitzen soll es Betreibern ermöglichen, Gegenmaßnahmen einzuleiten, bevor sich das Feuer ausbreitet.
Prävention durch Brandschutzerziehung im Betrieb
Neben automatisierten Systemen spielt das Verhalten des Personals eine zentrale Rolle für den betrieblichen Brandschutz. Wie österreichische Feuerwehr-Experten in einem Bericht warnen, offenbaren behördliche Kontrollen und reale Notfalleinsätze bei Beschäftigten wiederholt erhebliche Wissenslücken.
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In manchen Fällen fehle es Mitarbeitenden nahezu vollständig an elementarem Wissen zur Brandvermeidung und Erstbekämpfung, was im Ernstfall gravierende Schäden zur Folge haben könne.
Um solchen Defiziten entgegenzuwirken, werden in Unternehmen zunehmend digitale Schulungsangebote genutzt. Der Anbieter Pölzl Fire Campus stellt hierfür Online-Kurse zur betrieblichen Brandschutzerziehung bereit, darunter einstündige Einheiten mit abschließender Wissensprüfung sowie branchenspezifische Module für Bereiche wie Baustellen, Handel und Gastronomie.
Um die Gefahren plastisch zu vermitteln, setzt der Schulungsanbieter auf KI-gestützte Videoanimationen. Diese visualisieren beispielsweise praxisnah die chemischen und physikalischen Reaktionen, die auftreten, wenn versucht wird, brennendes Fett mit Wasser zu löschen.
