Reallöhne: Verdienste steigen um 1,8 Prozent im ersten Quartal
29.05.2026 - 18:03:16 | boerse-global.deDas teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am 28. Mai mit. Die nominalen Bruttomonatsverdienste legten um 4,1 Prozent zu und übertrafen damit deutlich die Inflationsrate von 2,2 Prozent. Besonders profitieren Geringverdiener und Auszubildende von den gestiegenen Löhnen.
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Minijobber profitieren von Mindestlohn-Anhebung
Die Entwicklung bei den Minijobs zeigt ein klares Bild: Die Verdienste in dieser Beschäftigungsform stiegen um 4,4 Prozent. Grund ist die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro. Die monatliche Verdienstgrenze für Minijobs liegt nun bei 603 Euro.
Besonders bemerkenswert: Das unterste Einkommensfünftel der Vollzeitbeschäftigten verzeichnete mit 7,0 Prozent den stärksten nominalen Anstieg. Auszubildende legten um 6,8 Prozent zu – eine Folge der angehobenen Mindestausbildungsvergütung.
Die höchsten branchenspezifischen Zuwächse gab es im Bergbau (6,9 Prozent), bei Finanzdienstleistungen (6,5 Prozent) und in der Energiewirtschaft (5,9 Prozent). Schlusslicht ist die öffentliche Verwaltung mit gerade einmal 0,1 Prozent.
Regionale Jobchancen: Von Hannover bis Freiburg
Die Bundesagentur für Arbeit meldete am 29. Mai allein in Hannover 511 offene Minijob-Stellen. Arbeitgeber wie JobImpulse Nord, PPZ Personal-Dienstleistungen und Tabel GmbH suchen Personal – mit Stundenlöhnen zwischen 14,50 und 14,96 Euro. Auch Einzelhandelsriesen wie REWE, Lidl, Takko Fashion und HELLWEG sind auf der Suche. In der Hotellerie kündigte Motel One neue Stellen zum 1. Juni an.
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Freiburg im Breisgau zählte am 28. Mai 271 verfügbare Minijobs und Teilzeitstellen. Die Bandbreite reicht von Produktion und Logistik bei der SICK AG über Eventdienstleistungen bei Blaumond GmbH (bis zu 19 Euro pro Stunde) bis zu Einzelhandel und Facility-Management bei Lidl, BAUHAUS und Augustinum.
Im Wetteraukreis blieb die Arbeitslosenquote im Mai stabil bei 4,8 Prozent. Die Agentur für Arbeit verzeichnete 961 neu gemeldete Stellen. In Burscheid suchen unter anderem die Deutsche Post, TMS Service und ALDI SÜD nach Aushilfen.
Fachkräftemangel: Diese Branchen suchen händeringend
Das Portal „Make it in Germany" listete am 29. Mai 32.832 offene Stellen. Spitzenreiter ist das Gesundheits- und Sozialwesen mit 15.109 Positionen, gefolgt von Produktion (6.383) und Baugewerbe (2.908).
Büro-Minijobs als Schreibkraft oder in der Auftragsabwicklung sind in Berlin, München, Düsseldorf und Weimar ausgeschrieben. Auch der grüne Arbeitsmarkt boomt: Der Botanische Garten in München sucht Gärtner, das LTZ Augustenberg Helfer im Obstbau und die WISAG Landmaschinenmechaniker.
Personalvermittler wie Robert Half vermitteln derzeit Konsolidierungsmanager in Frankfurt und Bilanzbuchhalter in Hamburg – oft mit Homeoffice-Option.
Kritik am Minijob-Modell wächst
Trotz der positiven Lohnentwicklung gerät das Minijob-System zunehmend in die Kritik. Die „Südwest Presse" und Eulerpool News berichteten am 28. Mai über strukturelle Probleme. Die Kombination aus 603-Euro-Grenze, Ehegattensplitting und beitragsfreier Krankenversicherung für Ehepartner schaffe einen Fehlanreiz – besonders für Frauen, in sozialversicherungspflichtige Jobs zu wechseln.
Ursprünglich als Brücke in den Arbeitsmarkt gedacht, führten Minijobs häufig in eine Karriere-Sackgasse. Das WSI-Forschungsinstitut warnt zudem: Geopolitische Spannungen, insbesondere der Iran-Konflikt, könnten den positiven Reallohn-Trend gefährden.
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