Ransomware, Deutschland

Ransomware in Deutschland: 1.041 Fälle 2025, Anstieg um zehn Prozent

24.06.2026 - 10:49:43 | boerse-global.de

Deutschland verzeichnet 2025 die meisten Ransomware-Fälle in der EU. Experten fordern schnellere Sicherheitsupdates und mehr Schutz für Unternehmen.

Ransomware-Alarm: Deutschland ist EU-weit das Hauptziel
Ransomware - Eine dunkle Gestalt tippt auf einem Laptop, im Hintergrund eine stilisierte Karte Europas mit Linien, die von Deutschland nach Russland führen. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Auf der Cybersicherheits-Konferenz in Potsdam schlagen Experten Alarm: Deutschland ist EU-weit das Hauptziel für Ransomware-Attacken. Die Zahl der Angriffe steigt rasant – und die Täter sitzen meist in Russland.

Deutschland vor Frankreich: Ein unrühmlicher Spitzenplatz

Christian Dörr vom Hasso-Plattner-Institut (HPI) liefert die Zahlen: Der Zuwachs an Ransomware-Vorfällen ist hierzulande fast doppelt so hoch wie in Frankreich. Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm – Lösegeldforderungen liegen im Schnitt bei mehreren Hunderttausend Euro.

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Das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigt den Trend: 2025 registrierten die Ermittler 1.041 Fälle. 2024 waren es noch 950. Ein Anstieg um knapp zehn Prozent.

Warum die Täter selten gefasst werden

Die Strafverfolgung gestaltet sich schwierig. Viele Angreifer agieren von Russland aus – dort droht ihnen kaum Strafe. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat sich die Verquickung von kriminellen Banden und staatlichen Akteuren weiter verschärft.

Die Täter werden nicht nur professioneller, sondern auch technisch raffinierter.

Neue Methoden: Schwachstellen statt Passwortklau

Der aktuelle Verizon Data Breach Investigations Report (DBIR) 2026 zeigt einen Wandel. Die Ausnutzung technischer Schwachstellen ist mit 31 Prozent der häufigste Einstiegsvektor – und hat den klassischen Passwortdiebstahl (13 Prozent) weit abgehängt.

Der Bericht analysiert rund 31.000 Vorfälle und 22.000 Datenpannen aus 145 Ländern. Ransomware spielt bei 48 Prozent der Pannen eine zentrale Rolle. Ein erheblicher Teil der Angriffe erfolgt zudem über Drittanbieter.

Die mittlere Patchzeit – also die Zeit bis zum Einspielen von Sicherheitsupdates – liegt bei 43 Tagen. Zu lang, warnen Analysten. Gleichzeitig beschleunigt Künstliche Intelligenz die Schlagkraft der Angreifer.

Schleswig-Holstein macht vor, wie Schutz geht

Die Bundesländer reagieren. Schleswig-Holstein hat ein Drei-Jahres-Programm aufgelegt: Eine Million Euro fließen in die Cybersicherheit für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Firmen können bis zu 40 Prozent Förderung erhalten.

Der Bedarf ist real: 2025 zählte das Land 29 Ransomware-Fälle. Ein Betrieb aus dem Kreis Segeberg zahlte 300.000 Euro Lösegeld. Seit 2022 gab es zudem 123 Angriffe auf die Landesinfrastruktur.

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Geplant ist der Aufbau eines speziellen Netzwerks zur Wirtschaftsunterstützung – weitere eine Million Euro sind dafür vorgesehen.

Potsdamer Runde sucht Abwehrstrategien

An der Konferenz nahmen unter anderem BSI-Präsidentin Claudia Plattner und Verfassungsschutz-Vizepräsident Sinan Selen teil. Ihr Ziel: koordinierte Abwehrstrategien gegen die international agierenden Tätergruppen.

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