Psychische, Belastung

Psychische Belastung: In 17 Prozent der Betriebe fehlt sie in der Beurteilung

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Thüringens Bericht verzeichnet mehr Arbeitsunfälle, weniger schwere und tödliche Fälle sowie Lücken bei der Erfassung psychischer Belastungen.
Leere Industriehalle mit modernen Maschinen und Sicherheitsmarkierungen auf dem Boden bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die Thüringer Arbeitsschutzbehörden haben ihren Arbeitsschutzbericht für das Jahr 2025 vorgelegt. Demnach intensivierten die Kontrolleure ihre Tätigkeit im Freistaat spürbar: Insgesamt führten die Behörden im vergangenen Jahr 15.377 Überprüfungen durch, was einem Zuwachs von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Zuständigkeitsbereich der Behörden umfasst dabei 85.692 Betriebe mit insgesamt 930.777 Beschäftigten.

Entwicklung des Unfallgeschehens am Arbeitsplatz

Trotz der verstärkten Kontrolltätigkeit verzeichnete die Behörde einen Anstieg der gemeldeten Arbeitsunfälle. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 7.288 Vorfälle registriert, nachdem im Jahr 2024 noch 6.738 Unfälle gemeldet worden waren. Dies entspricht einer Zunahme um 8,2 Prozent.

Gleichzeitig ging die Zahl der schweren Arbeitsunfälle zurück: Wurden 2024 noch 34 schwere Unfälle erfasst, sank dieser Wert im Jahr 2025 auf 28 Fälle. Bei Arbeitsunfällen im Freistaat kamen drei Beschäftigte ums Leben; im Jahr 2024 waren sechs Todesfälle zu beklagen gewesen.

Für das laufende Jahr lag ebenfalls eine Zwischenbilanz vor: Bis zum 14. Oktober 2026 wurden 5.588 Arbeitsunfälle registriert, darunter 38 schwere Unfälle sowie vier tödliche Arbeitsunfälle.

Defizite bei Gefährdungsbeurteilungen und psychischer Belastung

Die Bilanz macht zudem auf Mängel in der innerbetrieblichen Vorsorge aufmerksam. Bei den Kontrollen stellten die Aufsichtsbehörden zahlreiche Beanstandungen fest.

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Besondere Lücken zeigten sich bei der Erfassung nicht-physischer Gefahren: Bei 17 Prozent der untersuchten Betriebe war das Thema der psychischen Belastung überhaupt nicht in die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung einbezogen.

Lediglich 37 Prozent der Betriebe wiesen im Rahmen des Programms der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) eine als angemessen eingestufte Bewertung dieses Bereichs auf.

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Im übergeordneten Rahmen der GDA-Periode von 2021 bis 2025 zogen die Behörden eine positive Bilanz hinsichtlich ihrer eigenen Aktivitäten: Mit 4.364 Betriebsbesichtigungen inklusive Systembewertung wurde das ursprünglich angesetzte Ziel von 2.800 Überprüfungen deutlich übertroffen.

Verdachtsfälle bei Berufskrankheiten

Neben den akuten Unfallzahlen befasst sich der Bericht mit gesundheitlichen Spätfolgen und berufsbedingten Erkrankungen. Im Jahr 2025 gingen bei den Behörden 2.044 Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit ein. Nach Prüfung stuften die Experten 613 dieser Fälle als tatsächlich berufsbedingt ein.

Zu den am häufigsten gemeldeten und bestätigten Ursachen zählten Lärmschwerhörigkeit, durch ultraviolette Strahlung verursachter weißer Hautkrebs sowie Erkrankungen durch den Kontakt mit Asbest. Die Behörden betonen vor diesem Hintergrund die anhaltende Notwendigkeit präventiver Schutzkonzepte in Industrie, Handwerk und Dienstleistungssektor.

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