Psychische, Belastung

Psychische Belastung: 63 Prozent berichten von Zunahme

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Studien belegen: Psychische Belastung am Arbeitsplatz steigt rasant. Flexible Modelle und Prävention werden zur Kernforderung der Belegschaft.

Studie: Psychische Belastung am Arbeitsplatz erreicht Höchstwerte
Ein moderner, heller Büroarbeitsplatz mit einer entspannten Atmosphäre, der Fokus liegt auf Mitarbeiterwohlbefinden. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Flexible Arbeitszeitmodelle sind kein Luxus mehr, sondern eine Kernforderung der Belegschaft. Laut einer aktuellen PwC-Studie, die heute veröffentlicht wurde, wünschen sich drei von vier Arbeitnehmern in Österreich Arbeitsmodelle, die sich an ihrer Lebensphase orientieren. Die Untersuchung mit 1.092 Befragten zeigt: Der Wunsch nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben wächst rasant.

Psychische Belastung erreicht neue Höchstwerte

Die Zahlen sind alarmierend: 63 Prozent der Befragten berichten von einer Zunahme der psychischen Belastung. Besonders hart trifft es Arbeitnehmer mit Pflegeverantwortung – hier liegt der Wert bei 83 Prozent. Was die Leistungsfähigkeit fördert? Vor allem Teamarbeit (32 Prozent), Flexibilität (32 Prozent) und Wertschätzung (26 Prozent).

Eine Studie der IU Internationalen Hochschule untermauert die Entwicklung. Von rund 2.000 befragten Beschäftigten fühlt sich ein Drittel verpflichtet, auch nach Feierabend erreichbar zu sein. 40 Prozent sind gedanklich ständig „auf Empfang“. Die Folge: Erschöpfung und Schlafprobleme.

Krankenstand zeigt deutliches Bild

Die Belastungen schlagen sich in den Krankmeldungen nieder. Die DAK-Gesundheit verzeichnet für das erste Halbjahr 2026 einen Anstieg psychischer Erkrankungen um 9 Prozent – sie sind der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit. Die durchschnittliche Erkrankungsdauer stieg auf 9,7 Tage. Immerhin: Atemwegserkrankungen gingen um 21 Prozent zurück.

Expertinnen der EAH Jena raten zu präventiven Strukturen im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Konkrete Maßnahmen: transparente Erreichbarkeitsregeln, Einbeziehung von Führungskräften und die Erfassung psychischer Belastungen in Gefährdungsbeurteilungen.

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Fachkräftemangel verschärft den Druck

Der Handlungsbedarf für Unternehmen ist enorm. Laut KOFA fehlten 2025 in Deutschland 369.516 qualifizierte Arbeitskräfte. Der TÜV Rheinland warnt: Der Mangel führt zu Arbeitsverdichtung, die physische und psychische Belastungen verstärkt.

Einige Firmen reagieren bereits. Laut WTW bieten 46 Prozent der deutschen Unternehmen die Wahl zwischen Firmenwagen und Geldlösung. Eine Analyse von Fidelity und der Universität Hamburg zeigt: 29,57 Prozent der Organisationen mit mehr als 300 Beschäftigten haben Zeitwertkonten eingeführt.

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Politik kündigt Präventionsoffensive an

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will gegensteuern. Deutschland liegt im Public Health Index auf dem vorletzten Platz von 18 verglichenen Ländern. Die AOK Rheinland/Hamburg begrüßt die Pläne und signalisiert Reformbereitschaft.

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