Psychische, Belastung

Psychische Belastung: 29 Prozent junger Erwachsener brauchen Hilfe

10.06.2026 - 15:19:03 | boerse-global.de

Studien zeigen: Junge Erwachsene leiden zunehmend unter dem Druck, Gesundheit optimieren zu müssen. Psychische Belastungen und Ängste erreichen neue Höchststände.

Gesundheitswahn bei Jungen: Optimierungsdruck als neuer Stressfaktor
Psychische - Ein junger Mensch, gestresst und überfordert, sitzt inmitten von Gesundheitsartikeln, die den Druck eines gesunden Lebensstils symbolisieren. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Immer mehr junge Erwachsene erleben ihren Lebensstil nicht als Ausgleich, sondern als zusätzliche Bürde. Das zeigt ein aktueller Bericht der Frankfurter Rundschau unter Berufung auf die ASU Arbeitsmedizin.

Schlaf, Sport, Ernährung, mentale Gesundheit – was eigentlich Wohlbefinden fördern soll, landet auf der To-do-Liste. Statt Resilienz zu stärken, erzeugt dieser Optimierungsdruck neuen Stress.

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Jeder Dritte braucht psychologische Hilfe

Die Studie „Jugend in Deutschland 2026“ liefert klare Zahlen: 2.000 Befragte zwischen 14 und 29 Jahren zeigen ein erschreckendes Bild.

49 Prozent leiden unter Stress, 36 Prozent klagen über Erschöpfung. Fast jeder Dritte (29 Prozent) gibt an, psychologische Hilfe zu benötigen. Hauptursachen: allgemeine Krisen, die Entwicklung künstlicher Intelligenz und fehlender bezahlbarer Wohnraum.

Auch in der Schule sieht es düster aus. Der DAK-Präventionsradar 2024 befragte 23.000 Schüler der Klassen 5 bis 10. Ergebnis: 55 Prozent fühlen sich erschöpft. Die Zahl derer mit mindestens zwei Beschwerden pro Woche stieg seit 2017/18 um 25 Prozent. 31,5 Prozent der Befragten geben zudem ein erhöhtes Einsamkeitsgefühl an.

Angst vor Krankheiten erreicht Höchststand

Trotz des Gesundheitsfokus wächst die Furcht vor schweren Erkrankungen. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit vom November 2024 zeigt: Die Angst vor Krebs (73 Prozent), Demenz (55 Prozent) und Schlaganfällen (52 Prozent) erreichte einen 15-Jahres-Höchststand.

Besonders alarmierend: In der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen fürchten 54 Prozent psychische Erkrankungen – ein Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Gleichzeitig registrieren Mediziner rätselhafte Entwicklungen bei körperlichen Krankheiten. In Industrienationen steigt die Darmkrebsrate bei unter 50-Jährigen kontinuierlich. In den USA verzeichnen Ärzte seit 2010 einen jährlichen Zuwachs von 3 Prozent bei den 20- bis 49-Jährigen. Auch Hautkrebsfälle nehmen massiv zu.

Die Ursachen? Forscher diskutieren hochverarbeitete Lebensmittel oder Umweltfaktoren. Viele betroffene Patienten sind sportlich und schlank – ein ungesunder Lebensstil allein erklärt die Entwicklung nicht.

Neue Vorsorgepakete sollen helfen

Die DAK-Gesundheit reagierte bereits im April 2025 mit einem neuen Vorsorgepaket für Kinder und Jugendliche. Rund 5.500 Arztpraxen bieten nun Screenings zur Depressionsfrüherkennung und Mediensucht an. Hintergrund: Etwa 1,3 Millionen 10- bis 17-Jährige nutzen soziale Medien in riskanter Weise.

Doch nicht nur die Gesundheit belastet die junge Generation. Wirtschaftliche Sorgen kommen hinzu. Laut der Interhyp-Leistbarkeitsstudie vom April 2026 bewerten 46 Prozent der Deutschen Immobilien als kaum noch leistbar.

Trotzdem bleibt der Wunsch nach Wohneigentum groß. Eine Untersuchung des Verbands der Privaten Bausparkassen vom Juni 2026 zeigt: 82 Prozent der 16- bis 24-Jährigen möchten Wohneigentum bilden. Gleichzeitig fürchten zwei Drittel Altersarmut.

Was hilft wirklich gegen den Druck?

Experten raten zu verstärkter Kontrolle des Medienkonsums, dem Aufbau sozialer Kontakte und gezieltem Resilienz-Training. Psychotherapeuten betonen: Stress entsteht oft dort, wo Anstrengung als sinnlos oder bedrohlich erlebt wird – oder wo das Gefühl von Kontrollverlust eintritt.

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