Progress, Residential

Progress Residential: 49,8 Millionen Dollar für versteckte Mietgebühren

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 22:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Einigung sieht Entschädigungen für Mieter und neue Vorgaben zu Gebühren, Kautionen und Wohnungsanzeigen vor.
Eine ruhige Wohnstraße mit Einfamilienhäusern in den USA bei bewölktem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Der größte US-Verwalter von Einfamilienhäusern zur Miete, Progress Residential, zahlt im Rahmen einer Einigung mit der US-Handelsaufsicht FTC und vier US-Bundesstaaten 49,8 Mio. US-Dollar. Dem Tochterunternehmen des Investmentmanagers Pretium, der in den USA mehr als 82.000 Mietwohnungen betreut, war die Täuschung von Mietern durch unvollständig ausgewiesene Kosten und fragwürdige Kautionspraktiken vorgeworfen worden.

Millionensumme für Verbraucherentschädigung

Von der Gesamtsumme gehen 48,5 Mio. US-Dollar an die Federal Trade Commission (FTC), die diese Mittel für bundesweite Entschädigungszahlungen an betroffene Mieter verwenden soll. Der Bundesstaat Arizona erhält 1,25 Mio. US-Dollar aus dem Vergleich. Die Bundesstaaten Colorado, Indiana und Utah sollen sich der Einigung demnach voraussichtlich anschließen.

Am 05.11.2026 vermeldete der Generalstaatsanwalt von Indiana, Todd Rokita, den Abschluss des Vergleichs mit Progress Residential und Pretium Partners.

Die der Einigung zugrundeliegende Klage vor dem U.S. District Court Northern District of Georgia bezog sich auf Vorgänge im Zeitraum von 2021 bis 2025. Der Vorwurf lautete unter anderem, das Unternehmen habe Mietinteressenten getäuscht, indem zusätzliche Pflichtabgaben nicht in den beworbenen Mietpreisen aufgeführt waren. Dazu zählten etwa Kosten für Smart-Home-Dienste oder Zuschläge bei fehlender Mieterversicherung.

Zudem warfen die Behörden dem Immobilienverwalter vor, Kautionsrückzahlungen regelmäßig versäumt und Wohnungen trotz erforderlicher Reparaturen oder unzureichender Reinigung als sofort bezugsfertig beworben zu haben. Ein Schuldeingeständnis ist mit der nun erzielten Einigung nicht verbunden.

Strenge Auflagen für die künftige Vermietung

Die Vereinbarung verpflichtet Progress Residential zu spürbaren Änderungen im Geschäftsbetrieb. Das Unternehmen muss Mietpreise künftig vor dem Vertragsabschluss vollständig und unter Einbeziehung aller verbindlichen Zusatzgebühren transparent ausweisen. Eine Einbehaltung von Mietsicherheiten für normale Abnutzung ist untersagt.

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Nach Angaben von Generalstaatsanwalt Todd Rokita vom 05.11.2026 umfasst der Vergleich zudem die Pflicht zu detaillierten, durch Belege nachgewiesenen Abrechnungen über Kautionen sowie das Verbot irreführender Zustandsangaben. Progress Residential darf zudem keine Vertragsklauseln verwenden, die öffentliche Bewertungen durch Mieter einschränken.

Mietern muss künftig das Recht eingeräumt werden, einzelnen Gebühren zu widersprechen, ohne dadurch den Verlust ihrer Mietzahlungsansprüche zu riskieren. Die Auszahlung der Gelder erfolgt nach Maßgabe der gerichtlich festgelegten Anordnung.

Behörden nehmen Nebenkosten im Mietsektor ins Visier

Das Vorgehen gegen versteckte Zusatzkosten bei großen Wohnungsverwaltern reiht sich in eine intensivierte Überwachung des US-Mietmarkts ein. Im Jahr 2024 hatte bereits der Vermieter Invitation Homes ein FTC-Verfahren wegen unzulässiger Zusatzgebühren beigelegt und dafür 48 Mio. US-Dollar gezahlt.

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Die Praxis zusätzlicher Mietnebenkosten betrifft einen großen Teil des Marktes: Rund 35 % der Bevölkerung in den USA lebt zur Miete. Laut einer Umfrage des Immobilienportals Zillow zahlten im Vorjahr 60 % der US-Mieter zusätzlich zur eigentlichen Kaltmiete mindestens eine wiederkehrende Gebühr an ihre Vermieter.

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