PPWR ab August: Unternehmen müssen Verpackungskonformität nachweisen
28.05.2026 - 07:30:27 | boerse-global.deDer Bundesverband Druck und Medien (BVDM) kritisiert die Reformvorschläge der EU-Kommission zur Verschärfung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) als unzureichend. Zwar begrüßt der Verband die geplante Ausnahme für Druckerzeugnisse, doch bei Verpackungen und Kennzeichnungen fordert er deutliche Nachbesserungen.
Die Branche sieht vor allem die Haftungsrisiken für die nachgelagerte Lieferkette kritisch. Sollten Dritte künftig Verdachtsmeldungen auslösen können, drohe eine Kaskade von Prüfpflichten, warnt der BVDM. Die Folge: Große Konzerne könnten überzogene Risikomanagement-Strategien fahren, die vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) überproportional belasten.
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Neue Software-Lösungen für steigende Regulierungsanforderungen
Während die Politik noch ringt, treibt die Wirtschaft die Digitalisierung voran. NTT Data Business Solutions hat seine Plattform „Sustainability Data Simplified" erweitert – pünktlich zur neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Ab August 2026 müssen Unternehmen die Konformität ihrer Verpackungen vor dem Markteintritt nachweisen. Das neue Tool, das auf der SAP Business Technology Platform basiert, soll betroffene Verpackungen identifizieren und Konformitätsprüfungen automatisieren.
Auch die Berichtspflichten bleiben im Fluss. Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) trat zwar Ende 2022 in Kraft, doch die nationale Umsetzung hakt. In Österreich etwa ist die Umsetzungsfrist seit Juli 2024 abgelaufen – das entsprechende Gesetz steht noch aus. Trotz der Verzögerungen sollen erste Versicherungen bereits 2025 mit der Berichterstattung beginnen. Größte Hürden: die doppelte Wesentlichkeitsanalyse und die Berechnung von Treibhausgasbilanzen nach GHG Protocol und PCAF-Standards.
Schwarz-Gruppe übertrifft Plastikziele
Die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland hat ihre „REset Plastic"-Strategie für das Geschäftsjahr 2025 abgeschlossen – mit deutlichem Erfolg. Gegenüber dem Basisjahr 2017 senkte der Konzern den Plastikeinsatz um 36 Prozent und übertraf damit das ursprüngliche Ziel von 30 Prozent. Der Anteil recycelter Materialien erreichte 26 Prozent.
Allerdings bremsten regulatorische Hürden die Fortschritte bei der Recyclingfähigkeit: Hier landete der Konzern bei 67 Prozent – weit entfernt vom 100-Prozent-Ziel. Die neue Strategie „REset Resources" setzt nun bis 2030 erweiterte Ziele für sämtliche Verpackungsmaterialien.
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Chemiebranche testet CO?-Tracking
47 Chemieunternehmen der Initiative „Together for Sustainability" (TfS) haben ein Pilotprojekt mit Siemens gestartet. Ziel: die Dekarbonisierung der Lieferkette. Getestet wird die Sigreen-Lösung zur Erfassung des Product Carbon Footprint (PCF). Der Fokus ist bewusst gewählt: Bis zu 90 Prozent der Emissionen in der Chemieindustrie entstehen in der vorgelagerten Lieferkette.
Personalrochaden und Fusionen im Nachhaltigkeitssektor
Die wachsende Bedeutung von ESG-Themen treibt Konsolidierung und Personalwechsel voran. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) hat Carolin Kielhorn zur neuen Leiterin Kommunikation und Marketing ernannt.
Die Beratungshäuser rüsten personell auf. Alvarez & Marsal verstärkte seine Transformationseinheit mit mehreren Senior-Experten aus Chemie, Handel und Automobilindustrie. adesso eröffnete durch eine Akquisition ein neues Delivery-Center in Indien. kobaltblau Management Consultants startete bereits Anfang 2024 ein eigenes IT-Sustainability-Entwicklungscenter für ESG-Checks und Strategie-Roadmaps.
Auch der Markt für Nachhaltigkeitssoftware konsolidiert sich: Die Anbieter VERSO und sustainabill fusionieren mit der Silvester Group. Entstehen soll ein umfassender Software- und Beratungsanbieter für Nachhaltigkeitsmanagement – unterstützt von der NORD Holding als strategischem Partner.
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