PPWR, Verpackungsregeln

PPWR ab August: Neue Verpackungsregeln treiben Automatisierung voran

30.06.2026 - 16:04:05 | boerse-global.de

Ab August 2026 gelten strenge PPWR-Regeln. Firmen setzen auf spezialisierte Software für Recyclingfähigkeit und Compliance.

EU-Verpackungsverordnung: Neue Software-Tools für Unternehmen
PPWR - Ein modernes Rechenzentrum mit leuchtenden blauen Datenleitungen, das digitale Compliance-Lösungen und Datenverarbeitung symbolisiert. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab dem 12. August 2026 gelten verbindliche Regeln – und die Industrie setzt jetzt auf automatisierte Systeme.

Markt reagiert mit spezialisierten Tools

Am heutigen Dienstag stellte der Anbieter Recyda den „PPWR Navigator“ vor. Die End-to-End-Lösung bündelt globale Verpackungsexpertise und bildet zentrale Anforderungen ab: Recyclingfähigkeit gemäß Artikel 6 sowie das EPR-Reporting (Extended Producer Responsibility). Zu den ersten Nutzern gehören Beiersdorf, Müller, Obi und Amcor.

Das System erstellt technische Dokumente automatisiert – ein entscheidender Effizienzfaktor angesichts komplexer Nachweispflichten. Parallel dazu bietet das Hamburger Unternehmen one.five den „Product Market Fit Compass“ an. Das Tool analysiert Markt- und Materialdaten, um plastikfreie Beschichtungen schneller zu entwickeln. Erste Ergebnisse zeigen deutlich gesenkte Forschungskosten.

Software-Vergleich: Unterschiedliche Strategien

Ein aktueller Marktvergleich zeigt drei dominante Ansätze für die PPWR-Umsetzung:

  • Tanso: Die ESG-Plattform konzentriert sich auf den DACH-Raum und integriert Verpackungs-Compliance in breitere Nachhaltigkeitsberichte.
  • PackIntelX: Der Fokus liegt auf akkreditierten Recyclingfähigkeitsbewertungen für belastbare Kreislaufwirtschaftsdaten.
  • Packa: Die Lösung setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz und zielt speziell auf die Konsumgüterindustrie (FMCG).
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Doch die Praxis bleibt herausfordernd. Interne Datensilos, manuelle Lieferantenkommunikation und fehlende Revisionssicherheit bremsen durchgängige digitale Prozesse.

KI scheitert oft an schlechten Daten

Künstliche Intelligenz soll Nachhaltigkeits- und Compliance-Aufgaben bewältigen – doch die Realität sieht anders aus. Eine heute veröffentlichte KPMG-Studie zeigt das Dilemma: 86 Prozent der befragten Unternehmen erwarten Effizienzsteigerungen durch KI im Bereich ESG und GRC (Governance, Risk and Compliance). Gleichzeitig nennen 71 Prozent mangelnde Datenqualität als größte Hürde.

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Weitere Hindernisse: 54 Prozent der Unternehmen kämpfen mit Sicherheits- und Compliance-Anforderungen, knapp die Hälfte fehlt internes Know-how. Derzeit optimiert KI meist bestehende Prozesse, statt autonome Compliance-Systeme zu steuern.

Eine aktuelle Bitkom-Erhebung unterstreicht die Probleme. Zwar messen 62 Prozent der Unternehmen digitalen Zwillingen große Bedeutung bei – doch nur jedes vierte sieht sich in einer Vorreiterrolle. Hindernisse sind unzureichende IT-Infrastruktur und fehlende Echtzeitdaten für präzise Verpackungslebenszyklen und Recyclingquoten.

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