Potsdam: Vier Beschlüsse ebnen den Weg für rund 580 neue Wohnungen
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 15:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Stadtverordnetenversammlung in Potsdam hat vier Beschlussvorlagen zur Förderung von bezahlbarem Wohnraum auf den Weg gebracht. Durch die Beschlüsse wird über das Bauturbo-Verfahren der Weg für drei Wohnungsbauprojekte geebnet, die zusammen rund 580 neue Wohneinheiten schaffen sollen. Flankiert werden die Vorhaben durch erweiterte Schutzmaßnahmen für Bestandsmieter sowie den geplanten Aufbau einer städtischen Wohnraumagentur.
Drei Wohnbauprojekte für unterschiedliche Zielgruppen
Eines der Vorhaben der Stadt Potsdam entsteht an der Wetzlarer Straße im Stadtteil Babelsberg. Dort sind insgesamt 163 Wohnungen vorgesehen. Für 30 Prozent dieser Einheiten – rechnerisch etwa 48 Wohnungen – gilt eine Mietpreis- und Belegungsbindung. Davon sollen acht Einheiten für eine Kaltmiete von 8 Euro pro Quadratmeter und 40 Einheiten für 15 Euro pro Quadratmeter vermietet werden.
Ein weiteres Vorhaben betrifft das Areal an der Heinrich-Mann-Allee. Dort werden rund 72 zusätzliche Wohnungen realisiert, womit die Gesamtzahl an diesem Standort auf 230 Einheiten ansteigt. Bei den zusätzlichen Wohnungen gilt ebenfalls für 30 Prozent eine Mietpreisbindung. Das dritte Vorhaben verantwortet die Hasso Plattner Foundation an der Behlertstraße 3a, wo ein Wohnheim mit rund 344 Plätzen für Studierende entstehen soll.
Laut Oberbürgermeisterin Noosha Aubel wurden über den Bauturbo seit Ende 2025 bereits rund 700 Wohnungen genehmigt oder stehen kurz vor der Genehmigung.
Mieterschutz und neue Beratungsstrukturen
Neben den Neubauprojekten beschlossen die Potsdamer Stadtverordneten eine soziale Erhaltungssatzung für die Brandenburger Vorstadt. Die Satzung tritt mit der Bekanntmachung im Amtsblatt in Kraft. Nach Babelsberg Nord und der Teltower Vorstadt Süd handelt es sich um das dritte Quartier im Stadtgebiet, das durch eine solche Erhaltungssatzung geschützt wird, um die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung vor Verdrängung zu bewahren.
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Zudem bekräftigte die Stadt Potsdam den Aufbau einer eigenen Wohnraumagentur. Diese soll nach Angaben der Stadt im kommenden Jahr starten. Laut Oberbürgermeisterin Aubel ist der Beginn für Mitte 2027 vorgesehen.
Kommunaler Spatenstich in Fahrland
Parallel zu den Entscheidungen der Stadtverordneten setzt die kommunale Wohnungsbaugesellschaft ProPotsdam eigene Bauvorhaben um. In Fahrland an der Döberitzer Straße erfolgte der Spatenstich für vier Wohngebäude mit 63 Sozialwohnungen. Die Fertigstellung ist für das erste Halbjahr 2028 anvisiert.
ProPotsdam investiert 15,3 Millionen Euro in das Projekt. Die Finanzierung umfasst ein Förderdarlehen in Höhe von 9,3 Millionen Euro sowie einen Zuschuss von 2,6 Millionen Euro durch die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB).
Sämtliche 63 Einheiten richten sich an Inhaber eines Wohnberechtigungsscheins (WBS), einschließlich der Einkommensgrenzen WBS+40 und WBS+60. Die Kaltmieten liegen zwischen 6,50 und 12 Euro pro Quadratmeter.
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Das Vorhaben ist das erste kommunale Wohnungsbauprojekt von ProPotsdam in Fahrland und Teil des Programms „Potsdam Plan 3000+“. Auf dem Areal entstehen vier dreigeschossige Mehrfamilienhäuser in serieller Bauweise mit jeweils 14 bis 19 Wohneinheiten, überwiegend als Zweizimmerwohnungen konzipiert.
Die Bauten erhalten Photovoltaikanlagen auf den Satteldächern und werden ohne Keller errichtet. Der Baubeginn war ursprünglich für 2024 vorgesehen, verzögerte sich jedoch nach dem Abriss alter DDR-Garagen und der zwischenzeitlichen Streichung aus einem Sonderbauprogramm.
