Porsche-Sparpaket, Stellen

Porsche-Sparpaket: 6.000 Stellen weg, dafür Jobgarantie bis 2035

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Porsche beschließt massiven Stellenabbau und Gehaltskürzungen. Im Gegenzug erhalten Mitarbeiter eine historische Beschäftigungssicherung bis 2035.

Porsche Sparpaket: Tausende Stellen weg, Jobgarantie bis 2035
Moderner Porsche Sportwagen vor einer minimalistischen Industrieanlage während der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Aufsichtsrat von Porsche hat einem massiven Sparpaket zugestimmt. Tausende Arbeitsplätze fallen weg, die verbliebenen Beschäftigten erhalten dafür eine historische Jobgarantie.

Bis zu 6.000 Stellen zusätzlich gestrichen

Das neue Sparpaket sieht den Abbau von 5.000 bis 6.000 weiteren Stellen vor. Betroffen sind vor allem die Standorte Zuffenhausen und Weissach, Schwerpunkt sind Verwaltung und Entwicklung. Zusammen mit einem bereits laufenden Programm summiert sich der Stellenabbau in Baden-Württemberg auf rund 9.000 Positionen.

Bereits zuvor hatte Porsche den sozialverträglichen Wegfall von 1.900 Stellen bis 2029 beschlossen. Hinzu kommen 2.000 auslaufende befristete Verträge und die Schließung von drei Tochtergesellschaften mit rund 500 Mitarbeitern.

Die Arbeitnehmervertreter konnten im Gegenzug eine Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis 2035 durchsetzen. Das ist ungewöhnlich weitreichend – und sorgt im VW-Konzern für Unmut.

Kürzungen bei Zulagen und Weihnachtsgeld

Das Sparpaket trifft die Belegschaft auch beim Gehalt. Übertarifliche Zulagen werden gestrichen, das Weihnachtsgeld gekürzt. Sonderzahlungen sind auf 1.500 Euro gedeckelt, die Mitarbeiter-Sonderzahlung für 2025 entfällt komplett.

Anzeige

Betriebsbedingte Kündigungen und Stellenstreichungen erfordern von Arbeitnehmervertretern höchste Wachsamkeit bei der Gestaltung von Abfindungsregelungen. Dieser kostenlose Leitfaden unterstützt Betriebsräte dabei, ihre Mitbestimmungsrechte optimal zu nutzen und faire Bedingungen für die Belegschaft zu sichern. Kostenlosen Ratgeber für gerechte Sozialpläne herunterladen

Immerhin: Die Homeoffice-Regelungen werden ausgeweitet, die sogenannte Steinkühler-Pause bleibt erhalten. Porsche-Chef Michael Leiters hatte bereits im Frühjahr eine Verschlankung der Strukturen angekündigt. Nun folgen die konkreten Schritte, inklusive einer Straffung der Produktionsabläufe.

Gewinn bricht um 93 Prozent ein

Der Hintergrund ist düster. Der operative Gewinn (Ebit) stürzte 2025 um 92,7 Prozent auf nur noch 413 Millionen Euro ab. Der Umsatz sank um 9,5 Prozent auf 36,3 Milliarden Euro.

Auch 2026 läuft es nicht besser. Die weltweiten Auslieferungen gingen im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf 122.306 Fahrzeuge zurück. Besonders dramatisch ist die Lage in China: Dort erwartet Porsche für das laufende Jahr weniger als 30.000 verkaufte Autos.

Anzeige

Wenn Unternehmen in die Krise geraten, müssen Betriebsräte die Geschäftsleitung zur Transparenz zwingen, um aktiv Einfluss auf die Sanierung zu nehmen. Ein spezialisierter Fragenkatalog hilft Arbeitnehmervertretern dabei, alle relevanten Wirtschaftszahlen fundiert zu prüfen und Mitbestimmungsrechte voll auszuschöpfen. Gratis-Guide mit 25 Fragen an die Geschäftsleitung sichern

Der Kapitalmarkt reagiert entsprechend. Seit dem Börsengang 2022 hat die Porsche-Aktie rund 45 Prozent an Wert verloren. Analysten berichten von hoher spekulativer Aktivität gegen das Unternehmen – jede vierte frei handelbare Aktie sei Gegenstand von Leerverkäufen. Porsche hat seine Produktionskapazitäten bereits von 400.000 auf 200.000 Fahrzeuge halbiert.

Neuer Supersportwagen geplant

Strategisch setzt das Management auf eine Neuausrichtung bis 2035. Details soll ein Kapitalmarkttag im Oktober liefern, angestrebt wird eine Rendite von 10 bis 15 Prozent. Im Vorstand übernimmt Christian Friedl das Ressort Produktion.

Interessant: Elektro- und Softwareprojekte wurden vorerst zurückgestellt. Stattdessen plant Porsche für 2031 einen neuen Supersportwagen mit der Bezeichnung „S1“ – oberhalb der 911er-Baureihe.

Konflikt mit VW-Konzern zeichnet sich ab

Die Jobgarantie bis 2035 sorgt für Spannungen im VW-Konzern. In Wolfsburg werden derzeit Werksschließungen und Sanierungsmaßnahmen verhandelt. Dass die Tochtermarke Porsche ihren Beschäftigten eine so weitreichende Zusage macht, gilt dort als erschwerend für die eigenen Verhandlungen.

Die Porsche-Belegschaft soll am kommenden Montag in einer Betriebsversammlung über die Details der Einigung informiert werden.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69842380 |