Porsche-Sparpaket, Stellen

Porsche-Sparpaket: 6.000 Stellen weg, Beschäftigung bis 2035 gesichert

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 20:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Porsche kündigt ein neues Sparpaket mit bis zu 6.000 zusätzlichen Stellenstreichungen an. Betriebsrat sichert Beschäftigung bis 2035.

Porsche plant massiven Stellenabbau: 6.000 Jobs vor dem Aus
Moderne Produktionshalle eines Sportwagenherstellers mit Fokus auf Fertigungsanlagen und industrieller Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Porsche bereitet seine Belegschaft auf tiefgreifende Einschnitte vor. Das Unternehmen will im Rahmen eines neuen Sparpakets bis zu 6.000 zusätzliche Stellen streichen. Am kommenden Montag stellt die Führung die Details in einer Betriebsversammlung im Stammwerk Zuffenhausen vor.

Hintergrund der Maßnahmen ist eine angespannte wirtschaftliche Lage. Absatzschwierigkeiten in China und eine geringere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen setzen den Sportwagenhersteller unter Druck. Der Aufsichtsrat hatte dem sogenannten Zukunftspaket bereits am 22. Juli zugestimmt.

Stellenabbau und Standortgarantien

Das Sparpaket sieht vor, zusätzlich zu bereits laufenden Maßnahmen 5.000 bis 6.000 Jobs zu streichen. Zusammen mit einer ersten Runde von rund 3.900 Stellen beläuft sich der geplante Personalabbau auf insgesamt 9.000 bis 9.600 Arbeitsplätze. Betroffen sind vor allem Verwaltung und Entwicklung.

Am Standort Weissach rechnen Branchenbeobachter mit einer Kapazitätsreduzierung von etwa 30 Prozent. Im Gegenzug konnte der Betriebsrat unter Führung von Porsche-Chef Michael Leiters eine Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis Ende 2035 erwirken. Die Produktionsstandorte in Zuffenhausen und Leipzig bleiben erhalten.

Perspektivisch könnte die Produktion des Cayenne von Bratislava nach Leipzig verlagert werden.

Kürzungen bei Sonderzahlungen

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Die Einigung sieht deutliche Einschnitte bei den variablen Vergütungen vor. Die jährliche Sonderzahlung wird künftig erfolgsabhängig und auf 1.500 Euro gedeckelt. Auch das Weihnachtsgeld wird gekürzt. Für das Geschäftsjahr 2025 entfällt eine Sonderzahlung komplett. Die sogenannte Steinkühler-Pause bleibt erhalten.

Der operative Druck auf den Autobauer hat sich zuletzt deutlich erhöht. Im ersten Halbjahr 2026 sanken die Auslieferungen weltweit um 16 Prozent auf 122.306 Fahrzeuge. Besonders der chinesische Markt schwächelt mit weniger als 30.000 Auslieferungen. Der Umsatz fiel um 5 Prozent auf 17,3 Milliarden Euro.

Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel auf 1,35 Milliarden Euro. Die operative Rendite lag bei 8 Prozent – deutlich unter den langfristigen Zielvorgaben von 10 bis 15 Prozent.

Strategische Neuausrichtung

Porsche-Chef Michael Leiters will das Unternehmen effizienter aufstellen. Ein Fokus liegt verstärkt auf Verbrennermotoren und hochpreisigen Modellen, um die Margen zu stabilisieren. Tochtergesellschaften wie Cellforce, Porsche eBike Performance und Cetitec werden restrukturiert oder geschlossen – das betrifft rund 500 Arbeitsplätze.

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Zusätzlich sind bereits 2.000 befristete Verträge ausgelaufen. VW-Konzernchef Oliver Blume will das gesamte Sparpaket noch im Laufe des Jahres 2026 endgültig beschließen. Weitere Details zur langfristigen „Strategie 2035“ und den Renditezielen präsentiert das Unternehmen am 7. Oktober auf einem Kapitalmarkttag.

Die Porsche-Aktie hat seit dem Börsengang 2022 rund 45 Prozent an Wert verloren. Das Interesse von Leerverkäufern blieb zuletzt hoch.

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