Porsche-Sanierung: Bis zu 9.000 Stellen fallen weg, Garantie bis 2035
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 03:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Aufsichtsrat der Porsche AG hat sich am 22. Juli auf ein weitreichendes Sanierungspaket geeinigt. Es sieht massive Einschnitte vor – besonders beim Personal. Im Gegenzug sollen die Beschäftigungsgarantie und die Standortsicherung bis 2035 verlängert werden.
Bis zu 9.000 Stellen könnten wegfallen
Die Zahlen sind drastisch: Zusätzlich zu den bereits beschlossenen 3.900 Streichungen bis 2029 stehen weitere 5.000 bis 6.000 Arbeitsplätze zur Disposition. Insgesamt könnten so rund 9.000 Stellen verschwinden. Offiziell bestätigt hat Porsche diese Zahlen nicht.
Besonders hart trifft es die Standorte Weissach und Zuffenhausen. Branchenberichten zufolge könnte dort mehr als ein Drittel der Stellen wegfallen. Der Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) wäre am stärksten betroffen. Bereits 2025 war die Belegschaft leicht geschrumpft: von 42.615 auf 41.780 Mitarbeiter. Frühere Maßnahmen umfassten den sozialverträglichen Abbau von 1.900 Stellen und das Auslaufen von 2.000 befristeten Verträgen.
Weniger Geld für die Belegschaft
Die verlängerte Standortgarantie hat ihren Preis: Sonderzahlungen fallen weg, das Weihnachtsgeld wird gekürzt. Künftige erfolgsabhängige Boni sind auf 1.500 Euro gedeckelt. Die sogenannte Steinkühlerpause – eine tariflich geregelte Erholungszeit in der Produktion – bleibt erhalten.
Juristen betonen: Betriebsbedingte Kündigungen sind nur unter strengen gesetzlichen Auflagen möglich. Die Verlängerung der Beschäftigungssicherung über 2030 hinaus soll den verbleibenden Mitarbeitern aber langfristige Planungssicherheit geben.
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Neue Strategie: Luxus statt Masse
Hinter dem Sparkurs steckt eine strategische Neuausrichtung. Porsche-Chef Michael Leiters, seit Anfang 2026 im Amt, setzt auf eine Luxusstrategie mit höheren Margen statt auf reine Absatzzahlen. Die jährliche Produktion soll von 400.000 auf rund 250.000 Fahrzeuge sinken.
Die Halbjahreszahlen 2026 zeigen: Die Strategie wirkt. Trotz eines Absatzrückgangs um 16 Prozent auf 121.000 Fahrzeuge stieg das operative Ergebnis um 33,7 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Der Umsatz sank um 5 Prozent auf 17,3 Milliarden Euro. Die operative Rendite verbesserte sich von 6 auf 8 Prozent.
China-Krise und US-Zölle belasten
Das Marktumfeld bleibt schwierig. Besonders das China-Geschäft bricht ein: Im gesamten VW-Konzern sank der Absatz dort im ersten Halbjahr 2026 um 31,6 Prozent. Hinzu kommen US-Zölle und hohe Investitionen in die Elektromobilität.
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Porsche reagiert mit einer Portfolio-Bereinigung: Der Macan mit Verbrennungsmotor läuft aus, die 718-Modelle wurden bereits eingestellt. Zur Effizienzsteigerung ist eine engere Zusammenarbeit mit Audi geplant. Der gesamte VW-Konzern will die Belegschaft auf rund 100.000 Stellen reduzieren – allein bei der Kernmarke VW könnten bis 2030 bis zu 50.000 Arbeitsplätze wegfallen.
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