Porsche-Holding: Investor blockiert Entlastung wegen Diesel-Skandal
30.05.2026 - 06:50:34 | boerse-global.deMehrere börsennotierte Unternehmen haben in den letzten Tagen ihre Aktionärstreffen abgehalten oder Einladungen für die kommenden Wochen verschickt. Im Mittelpunkt stehen satte Dividendenerhöhungen, personelle Veränderungen in Aufsichtsräten und ein spektakulärer Widerstand gegen die Entlastung des Vorstands bei der Porsche-Holding.
technotrans: 57 Prozent mehr Dividende
Die technotrans SE aus Sassenberg hat auf ihrer Hauptversammlung am 29. Mai 2026 einen profitablen Wachstumskurs bestätigt. Die Aktionäre stimmten einer deutlichen Dividendenerhöhung zu: 0,83 Euro pro Aktie – ein Plus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamtausschüttung beläuft sich auf rund 5,7 Millionen Euro.
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Das Unternehmen hatte im Geschäftsjahr 2025 einen Rekord-Free-Cashflow von 16,6 Millionen Euro erzielt. Das operative Ergebnis (EBIT) legte um 40 Prozent auf 17,3 Millionen Euro zu. Der Vorstand präsentierte zudem die Strategie „Ready for Growth", die ehrgeizige Ziele setzt: Bis 2030 soll der Umsatz auf über 350 Millionen Euro steigen, die EBIT-Marge auf 9 bis 12 Prozent klettern. Für das laufende Jahr 2026 rechnet technotrans mit Erlösen zwischen 240 und 260 Millionen Euro.
In Personalia wählte die Versammlung Dr. Karine Brand neu in den Aufsichtsrat. Peter Baumgartner wurde im Amt bestätigt.
MEDICLIN: Breite Zustimmung
Die MEDICLIN AG hielt ihre Hauptversammlung am 28. Mai 2026 virtuell ab – mit einer beachtlichen Teilnahmequote von 90,76 Prozent. Die Aktionäre segneten alle vorgeschlagenen Beschlüsse ab, darunter eine Dividende von 0,04 Euro pro Aktie. Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat erreichte mit 98,79 Prozent Zustimmung ein glänzendes Ergebnis. Als Abschluss- und Nachhaltigkeitsprüfer wurde KPMG bestellt. Der Halbjahresbericht soll am 30. Juli 2026 erscheinen.
Porsche-Holding: Scharfe Kritik am Diesel-Skandal
Ganz anders die Lage bei der Porsche Automobil Holding SE. Vor der für den 25. Juni 2026 angesetzten Hauptversammlung sorgt ein Aktionär für Unruhe. Prof. Christian Strenger, ein prominenter Investor, hat Gegenanträge eingereicht. Er fordert die Verweigerung der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2025.
Der Vorwurf wiegt schwer: Strenger sieht ungeklärte Verantwortlichkeiten im Dieselskandal bei Volkswagen, der in den Jahren 2025 und 2026 zu Wertberichtigungen geführt hatte. Zudem kritisiert er den Vergütungsbericht scharf. Eine angeblich überhöhte Abfindung an Lutz Meschke und die aus seiner Sicht unzureichende Kürzung der Vorstandsvergütung – entgegen gesetzlicher Vorgaben – sind die Stein des Anstoßes.
Aktionäre können noch bis zum 10. Juni 2026 weitere Anträge einreichen. Die Stimmrechte werden ab Anfang Juni wirksam.
Weitere Hauptversammlungen im Sommer
Mehrere Unternehmen haben für die kommenden Wochen offiziell eingeladen:
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- Kontron AG: Der Linzer Technologiekonzern lädt für den 30. Juni 2026 zur 27. ordentlichen Hauptversammlung nach Hagenberg. Auf der Tagesordnung stehen die Vorlage des Jahresabschlusses 2025 und die Wahl des Nachhaltigkeitsprüfers.
- Maschinenfabrik HEID AG: Das Unternehmen aus Stockerau feiert seine 120. ordentliche Hauptversammlung am 6. Juli 2026 am Flughafen Wien. Die Aktionäre stimmen über die Gewinnverwendung und die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern ab.
- Knaus Tabbert AG: Der Wohnmobil-Hersteller lädt für den 10. Juli 2026 nach München. Ein zentraler Punkt: die geplante Erhöhung der Aufsichtsratsvergütung. Die feste Vergütung des Vorsitzenden soll auf 130.000 Euro steigen.
Kapitalmaßnahmen bei Zalando und Vonovia
Die Zalando SE und die Vonovia SE haben am 29. Mai 2026 aktualisierte Angaben zu ihren Stimmrechtsanteilen veröffentlicht. Zalando meldete nach der Ausgabe von Bezugsaktien einen neuen Gesamtbestand von 264.212.281 Stimmrechten. Vonovia aktualisierte seine Gesamtzahl nach einer Aktienausgabe Ende Mai auf 848.431.053 Stimmrechte. Mehrstimmrechte bestehen bei keinem der beiden Unternehmen.
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