Plattformen ab Juli: Südkorea zwingt KI-Bildprüfung für 80 Betreiber
06.06.2026 - 10:33:28 | boerse-global.de
Ab dem 1. Juli 2026 müssen Plattformbetreiber in Südkorea jedes hochgeladene Bild per KI auf illegale Inhalte prüfen. Die nationale Kommunikationskommission informierte betroffene Unternehmen am 4. Juni über die technischen Details und den Zeitplan.
Die neuen Regulierungswellen wie der EU AI Act stellen Unternehmen vor komplexe Herausforderungen bei der Dokumentation und Risikobewertung ihrer KI-Systeme. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den notwendigen Überblick über Fristen und Pflichten, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Staatliche Datenbank als Referenz
Foren und soziale Netzwerke gleichen hochgeladene Bilder künftig in Echtzeit mit einer staatlichen Datenbank ab. Ziel ist die Identifizierung illegaler Aufnahmen. Nach einer sechsmonatigen Übergangsphase müssen rund 80 Plattformbetreiber das System vollständig integriert haben – darunter Google, Meta sowie die lokalen Anbieter Naver und Kakao.
Die gesetzliche Grundlage geht auf den sogenannten N-ten-Raum-Skandal aus dem Jahr 2020 zurück. Bereits im Oktober 2025 hatte das südkoreanische Verfassungsgericht Beschwerden gegen die Ausweitung der Überwachungspflichten abgewiesen.
Parallel dazu brachte die Demokratische Partei am 4. Juni einen weiteren Gesetzentwurf ein. Er droht Plattformen bei der Verbreitung von Hassinformationen mit Bußgeldern von bis zu drei Prozent des Umsatzes oder der Schließung.
Hohe Kosten für Betreiber
Eine Besonderheit der Regelung: Die Betreiber tragen die Serverkosten für die KI-Scans selbst. Experten warnen, dass dies insbesondere kleinere Communities finanziell überfordern könnte.
Der Druck auf Unternehmen wächst auch durch neue Kennzeichnungsvorgaben. In der EU greift ab dem 2. August 2026 eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte wie Deepfakes. Laut Marktanalysen können zwischen 40 und 75 Prozent der Menschen KI-Bilder nicht mehr von echten Aufnahmen unterscheiden. Die Haftung für fehlende Kennzeichnungen liegt beim Herausgeber oder verbreitenden Unternehmen.
Während die EU-KI-Verordnung neue Regeln für Deepfakes aufstellt, warnen Compliance-Experten bereits vor den empfindlichen Strafen bei Nichtbeachtung der Dokumentationspflichten. Sichern Sie sich jetzt den kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act inklusive aller relevanten Übergangsfristen für Ihr Unternehmen. Kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Globale Regulierungstrends
Südkorea ist nicht allein. Weltweit versuchen Regierungen, illegale und irreführende Inhalte einzudämmen – mit unterschiedlichen Ansätzen:
USA: Im Juni erließ die US-Regierung eine Executive Order. Sie sieht eine freiwillige 30-tägige Vorabprüfung für fortgeschrittene KI-Modelle durch die NSA vor.
Österreich: Justizministerin Anna Sporrer kündigte am 5. Juni neue Haftungsregeln für beleidigende Kommentare an. Seitenbetreiber haften demnach erst nach einer Aufforderung zur Löschung (Notice-and-Takedown). Ein aktuelles Urteil des Obersten Gerichtshofs stellte zudem klar: Das Liken eines beleidigenden Kommentars ist keine automatische Ehrenbeleidigung, sondern oft nur Ausdruck unspezifischer Antipathie.
Deutschland: In Sachsen einigten sich CDU, SPD und BSW am 5. Juni auf eine Novelle des Polizeigesetzes. Sie ermöglicht unter anderem KI-gestützte Videoüberwachung und Gesichtssuche im Internet.
Die Dringlichkeit robuster Filtersysteme unterstreicht ein Bericht vom 5. Juni. Demnach können 92 Prozent der untersuchten Bildgeneratoren gefälschte Ausweisdokumente erstellen. Die Schäden durch Cyberkriminalität beliefen sich 2025 allein in den USA auf rund 20 Milliarden Euro. Branchenvertreter fordern daher verstärkte Sicherheitsvorkehrungen bei der Identitätsprüfung und Überwachung digitaler Inhalte.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
Für. Immer. Kostenlos.
