Plastikverbot, Portionspackungen

Plastikverbot: EU verbietet Portionspackungen in Restaurants ab 2030

04.06.2026 - 05:38:51 | boerse-global.de

Die EU-Kommission verbietet Einweg-Plastikverpackungen für Portionsgrößen in der Gastronomie ab 2030. Deutschland legt parallel einen Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft vor.

Plastikverbot: EU verbietet Portionspackungen in Restaurants ab 2030 - Bild: über boerse-global.de
Plastikverbot: EU verbietet Portionspackungen in Restaurants ab 2030 - Bild: über boerse-global.de

Die EU-Kommission hat ein weitreichendes Verbot von Einweg-Plastikverpackungen für Portionsgrößen in der Gastronomie beschlossen.

Die neue Verordnung tritt am 12. August 2026 in Kraft. Ab dem 1. Januar 2030 dürfen Restaurants, Cafés und Hotels keine kleinen Plastikbehälter mehr für Ketchup, Mayonnaise, Senf, Zucker, Sojasoße oder Kaffeeweißer verwenden, wenn die Speisen vor Ort verzehrt werden.

Kampf gegen die Plastikflut

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Hintergrund der Maßnahme ist die wachsende Umweltbelastung durch schwer recycelbare Kleinverpackungen. Die kleinen Tütchen und Becher landen oft im Restmüll oder in der Natur. Die EU will diese Müllberge eindringen, bevor sie entstehen.

Die Gastronomie muss nun umdenken. Statt der gewohnten Portionspackungen sind nachhaltige Alternativen gefragt: Große Nachfüllspender, Mehrwegbehälter oder wiederverwendbare Systeme sollen den Einweg-Plastikmüll ersetzen.

Hygiene-Debatte und Ausnahmen

Einige Branchenvertreter warnen vor möglichen Hygieneproblemen bei offenen Spendern. Die EU-Verordnung sieht dennoch klar den Weg zu Mehrweglösungen vor. Auch bestimmte kompostierbare Kunststoffe sollen ab 2030 nicht mehr erlaubt sein – sie gelten offenbar ebenfalls als problematisch.

Ausnahmen gelten für:
- Take-away und „Coffee to go"
- Krankenhäuser und Pflegeheime (aus Hygienegründen)

Deutschland zieht nach

Parallel zur EU-Initiative hat die Bundesregierung am 3. Juni 2026 einen eigenen 12-Punkte-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft verabschiedet. Das Programm soll bis Ende 2027 umgesetzt werden und umfasst kurzfristig 260 Millionen Euro. Weitere 305 Millionen Euro sind für den Zeitraum 2027 bis 2030 eingeplant.

Zu den Maßnahmen gehören digitale Produktpässe und ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten. Umweltschutzorganisationen kritisieren das Fehlen verbindlicher Ziele. Die Regierung betont dagegen, die Investitionen seien notwendig, um Recycling-Technologien zu stärken und die Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu verringern.

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