Phishing-Welle, Behörden

Phishing-Welle: Behörden warnen vor gefälschten Steuerbescheiden

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 20:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundesbehörden warnen vor massiven Phishing-Angriffen auf Steuerzahler und Bankkunden. Die Regierung startet das Schutzprogramm CyberGovSecure.

Phishing-Welle auf Behörden: BZSt und Länder warnen vor Betrug
Laptop mit abstrakten digitalen Warnsymbolen und Binärcode in einem modernen, professionell beleuchteten Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Bundeszentralamt für Steuern und mehrere Landesministerien warnen vor massiven Phishing-Angriffen. Kriminelle geben sich als Finanzbehörden aus und versuchen, an Bankdaten und Passwörter zu gelangen. Parallel startet die Bundesregierung das Schutzprogramm „CyberGovSecure“.

Falsche Steuerbescheide per E-Mail

Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) und die Verbraucherzentrale Sachsen schlugen am 22. Juli Alarm. Betrüger fordern per E-Mail eine IBAN-Bestätigung für ein angebliches SEPA-Lastschriftmandat. Die Frist: fünf Tage. Das BZSt stellt klar: Sensible Bankdaten werden niemals unaufgefordert per E-Mail abgefragt.

Auch die Finanzministerien in Schleswig-Holstein und Thüringen meldeten gefälschte Prüfungsanordnungen nach § 193 der Abgabenordnung. Die E-Mails enthalten HTML-Dateien, die zur Eingabe von Passwörtern auffordern. Der Bürgerbeauftragte von Rheinland-Pfalz bestätigt: Betrüger imitieren sogar seine Identität und versenden Zahlungsaufforderungen.

Die Verbraucherzentralen raten: Keine Links öffnen. Wer Daten preisgegeben hat, sollte sofort die Bank informieren.

Schlag gegen internationale Cyberkriminelle

Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) vermelden einen Erfolg. Gemeinsam mit US-Behörden zerschlugen sie die Phishing-as-a-Service-Plattform „Kratos“. Der mutmaßliche Entwickler wurde in Indonesien festgenommen.

Die Plattform versorgte rund 1.800 Kriminelle mit Infrastruktur. Monatlich führten sie damit etwa 15.000 Phishing-Kampagnen durch – vor allem mit gefälschten Microsoft-Anmeldeseiten. Seit 2024 erzielte die Gruppe Einnahmen von 300.000 Euro. Über 200 Server wurden beschlagnahmt, Opfer gibt es in mehr als 35 Ländern.

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Regierung startet „CyberGovSecure“

Die Bundesregierung reagiert auf die wachsende Bedrohung. Am 22. Juli beschloss sie das Programm „CyberGovSecure“. Ziel: Einheitliche Sicherheitsstandards in allen Ministerien. Kernmaßnahmen sind strengere Regeln für Dienstgeräte, automatische Schwachstellenscans und eine verpflichtende Zwei-Faktor-Authentifizierung. Ab 2027 sollen zusätzliche Stellen und Finanzmittel bereitgestellt werden.

Der Handlungsdruck ist enorm. Der „Threat Review Report“ von Forescout weist weltweit über 37.000 neue Schwachstellen aus – allein im ersten Halbjahr 2026. Ransomware-Angriffe stiegen um 25 Prozent. Die EU-Cybersicherheitsagentur ENISA beziffert den Anteil der öffentlichen Verwaltung an allen Vorfällen auf 38,2 Prozent. Keine Branche wird häufiger attackiert.

Bankkunden im Visier

Auch der Finanzsektor bleibt nicht verschont. Am 22. Juli warnten Verbraucherschützer vor gefälschten E-Mails im Namen der Volksbanken, Deutschen Bank, Commerzbank und Sparkassen. Die Vorwände: angebliche ChipTAN-Updates oder neue Sicherheitsrichtlinien. Ziel sind Zugangsdaten und Transaktionsnummern.

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlägt Alarm: Jede dritte unerwünschte E-Mail ist mittlerweile Phishing. 62 Prozent der Bevölkerung wurden bereits mit solchen Betrugsversuchen konfrontiert. Sicherheitsbehörden mahnen zur Vorsicht – besonders bei Nachrichten, die künstlichen Zeitdruck aufbauen oder zur Verifizierung über externe Links auffordern.

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