Philipp Nimmermann wird erster Grüner im Bundesbank-Vorstand
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 12:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Bundesrat hat den früheren Wirtschaftsstaatssekretär Philipp Nimmermann als Nachfolger von Burkhard Balz in den Vorstand der Deutschen Bundesbank gewählt.
Erster Grünen-Politiker im Vorstand
Der 60 Jahre alte Ökonom ist damit der erste Politiker der Grünen in dem sechsköpfigen Führungsgremium der Notenbank. Balz hatte die Bundesbank Ende August verlassen.
Der Finanzausschuss hatte dem Bundesrat zuvor empfohlen, Nimmermann zu bestellen. Welche Aufgabenbereiche er übernehmen wird, soll der Bundesbank-Vorstand festlegen, sobald Nimmermann sein Amt in Frankfurt angetreten hat.
Staatssekretär unter Habeck
Nimmermann war von 2023 bis 2025 Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium unter dem damaligen Minister Robert Habeck. Dort war der promovierte Wirtschaftswissenschaftler für Energie- und Klimapolitik verantwortlich.
Zuvor arbeitete er von 2019 bis 2023 im hessischen Wirtschaftsministerium und war dort für die Förderung des Finanzplatzes Frankfurt zuständig. Seine erste politische Station war das von den Grünen geführte Finanzministerium in Schleswig-Holstein, dem er von 2014 bis 2019 angehörte.
Vom Bankvolkswirt zur Notenbank
Vor seiner Zeit in der Politik arbeitete Nimmermann 15 Jahre bei der BHF Bank in Frankfurt, die inzwischen von der französischen Privatbank Oddo übernommen wurde. Dort stieg er vom Ökonomen zum Chefvolkswirt auf.
Nach dem Bundesbank-Gesetz werden jeweils drei Mitglieder des Vorstands von der Bundesregierung und den Bundesländern bestimmt. In diesem Fall lag das Vorschlagsrecht bei Baden-Württemberg. Die Amtszeit der Vorstandsmitglieder beträgt acht Jahre.
Bundesbank zwischen Geldpolitik und Finanzstabilität
Mit Nimmermanns Berufung wird ein Sitz im sechsköpfigen Vorstand der Deutschen Bundesbank neu besetzt. Das Gremium verantwortet zentrale Bereiche der deutschen Notenbank; welche Zuständigkeit Nimmermann übernimmt, soll erst nach seinem Amtsantritt in Frankfurt festgelegt werden.
Erfahrung an mehreren Schnittstellen
Sein beruflicher Weg verbindet wissenschaftliche, finanzwirtschaftliche und politische Erfahrung. Nimmermann arbeitete 15 Jahre bei der BHF Bank, war anschließend in Schleswig-Holstein und Hessen mit finanz- beziehungsweise wirtschaftspolitischen Aufgaben befasst und gehörte zuletzt als Staatssekretär dem Bundeswirtschaftsministerium an.
Bedeutung für die deutsche Finanzpolitik
Für die Bundesbank ist diese Kombination vor allem deshalb relevant, weil ihre Arbeit eng mit Finanzmärkten, Banken, Konjunktur und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen verbunden ist. Die Personalie markiert zugleich einen Einschnitt: Nimmermann ist der erste Politiker der Grünen im Vorstand. Seine frühere Zuständigkeit für Energie- und Klimapolitik fällt in eine Zeit, in der Strukturwandel, Investitionsbedarf und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts die wirtschaftspolitische Debatte prägen.
Die konkrete Wirkung seiner Berufung hängt jedoch von seinem späteren Aufgabenbereich und der Arbeitsteilung im Vorstand ab. Die achtjährige Amtszeit ist langfristig angelegt und reicht damit über einzelne Regierungsperioden hinaus.
