Pflegepool, Plus

Pflegepool Plus: Göttingen startet Arbeitszeitmodell mit sofortigem Vertrag

20.06.2026 - 19:18:17 | boerse-global.de

Göttinger Klinik führt neues Arbeitszeitmodell ein. Bundesweit warnen Pflegeverbände vor geplanter Budgetdeckelung und deren Folgen.

UMG startet flexibles Pflegepool-Modell gegen Fachkräftemangel
Pflegepool - Eine Gruppe lächelnder Pflegekräfte in modernen Uniformen arbeitet zusammen in einer hellen, modernen Krankenhausumgebung. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Klinikum reagiert damit auf den Fachkräftemangel und will durch maximale Flexibilität neues Personal gewinnen. Gleichzeitig sollen die Stammteams entlastet werden.

Vertrag am Tag der Vorstellung

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Das Modell ist ab sofort in Betrieb. Qualifizierte Pflegekräfte erhalten ihren Arbeitsvertrag noch am Tag der Vorstellung. Die Teilnehmenden können ihre Dienstzeiten weitgehend frei bestimmen.

Die Einsätze konzentrieren sich auf feste Bereiche wie Innere Medizin, Intensivmedizin oder Pädiatrie. Ein eigens eingerichtetes Team koordiniert die Einsätze und sorgt für verlässliche Versorgungssicherheit. Parallel zum Start lief eine Rekrutierungskampagne an.

Pflegeverbände warnen vor Budgetdeckelung

Während Göttingen auf interne Anreize setzt, eskaliert die bundesweite Finanzierungsdebatte. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) warnte gestern vor den Folgen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Eine mögliche Deckelung der Pflegebudgets gefährde die Patientensicherheit.

Besonders umstritten: Tarifsteigerungen oberhalb einer Obergrenze sollen künftig nur noch zur Hälfte refinanziert werden. Der Widerstand zeigt Wirkung. Der Bundestag verschob die zweite und dritte Lesung des Gesetzes vom Juni auf den 10. Juli. Bereits am 18. Juni übergaben Pflegekräfte in Leipzig eine Petition mit über 5.400 Unterschriften gegen die Budgetdeckelung. Das Gesetz soll eine Finanzierungslücke der gesetzlichen Krankenversicherungen von rund 18,8 Milliarden Euro schließen.

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Tarifstreit an Unikliniken spitzt sich zu

Die wirtschaftliche Lage der Universitätskliniken bleibt angespannt. Die Arbeitgebergemeinschaft der Universitätskliniken (AGU) legte am 17. Juni ein Angebot vor: 400 Euro Einmalzahlung und lineare Steigerungen in drei Stufen bis Ende 2028. Die AGU verwies auf eine Finanzierungslücke von 100 Millionen Euro und negative Jahresergebnisse von 99 Millionen Euro. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 8. Juli angesetzt.

Zusätzlichen Zündstoff gibt es in Mainz. Dort wertet das Klinikum Vorträge mit Klinikbezug künftig als Dienstaufgabe. Die Folge: 30 Prozent der Honorare fließen an das Klinikum.

Pflegekammern fordern mehr Kompetenzen

Die Pflegekammern aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz drängen auf eine stärkere gesetzliche Verankerung des Advanced Practice Nursing (APN). Hochqualifizierte Pflegekräfte sollen erweiterte Kompetenzen und Verordnungsrechte erhalten.

Technologisch geht es im Saarland voran: Das Universitätsklinikum des Saarlandes stellte gestern eine mobile Geriatrie-Einheit vor. Ab Herbst 2026 ermöglicht sie CT- und Labordiagnostik direkt in Pflegeheimen. Ziel ist es, Krankenhauseinweisungen zu reduzieren.

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