Pflegekrise: Asklepios lockt Fachkräfte mit flexiblem Modell nach Sylt
13.06.2026 - 13:42:17 | boerse-global.de
Der Mangel an Personal in Gesundheitswesen und Handwerk bleibt dramatisch.
Thüringen wirbt um indische Talente
Das Land Thüringen forciert die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland. Am 11. Juni 2026 vereinbarte die Landesregierung eine engere Zusammenarbeit mit einer indischen Fachkräfte-Organisation. Der Fokus liegt auf Handwerk und Gesundheitswesen – zwei Bereiche mit besonders hohem Bedarf.
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Gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) unterzeichnete Thüringen eine entsprechende Interessenbekundung. Ein Gegenbesuch indischer Vertreter soll die Partnerschaft weiter festigen.
Asklepios schickt Pfleger auf Zeit nach Sylt
Die Asklepios Kliniken starteten im Juni 2026 ein Pilotprojekt namens „SAT Travel Nurse Sylt“. Pflegekräfte aus Hamburg können für vier Wochen bis zu sechs Monate an die Nordseeklinik wechseln.
Das Modell umfasst Einsätze in der Notaufnahme, Intensivstation, im OP sowie in der Rehabilitation. Zur Steigerung der Attraktivität bietet der Arbeitgeber kostenfreie Unterkünfte, übernimmt die Anreisekosten und zahlt monatliche Funktions- und Zulagen. Ziel: die personelle Versorgung an touristisch geprägten Standorten mit saisonal schwankendem Bedarf sichern.
Über 280 offene Stellen allein in München
Die aktuellen Zahlen sprechen eine klare Sprache. In München verzeichnete die Arbeitsagentur zum 12. Juni 2026 über 280 offene Stellen im Handwerk und in gewerblich-technischen Berufen. In Mayen waren es 98, in Heidelberg 70 und in Stuttgart 55 offene Positionen.
Das Karriereportal des Landes Nordrhein-Westfalen listete zum 13. Juni 2026 insgesamt mehr als 300.000 Stellenangebote über alle Branchen hinweg. Auch in der Schweiz bleibt der Fachkräftemarkt angespannt.
Schweizer Jugendliche setzen auf Lehre
Der Nahtstellenbarometer 2026 zeigt: Die Lehrstellensituation in der Schweiz ist stabil. Rund 63 Prozent der Jugendlichen ziehen eine Berufslehre in Betracht. Besonders gefragt sind Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen sowie kaufmännische Tätigkeiten.
Von rund 74.000 angebotenen Lehrstellen waren zum Erhebungszeitpunkt 68 Prozent bereits vergeben. Der Bedarf bleibt also hoch.
Gesundheitsreform: Mehr Geld für Palliativpflege
Der Schweizer Bundesrat hat beschlossen, ab 1. Januar 2027 die Vergütung für spezialisierte Palliativpflege durch die Krankenkassen zu erhöhen. Die maximalen Tagesbeiträge für Patienten im ambulanten und stationären Bereich steigen. Diese Regelung gilt bis zur Einführung der einheitlichen Finanzierung (Efas) im Jahr 2032.
Zusätzlich treten am 1. Juli 2026 Änderungen der Krankenpflege-Leistungsverordnung in Kraft. Tarifsenkungen für Laboranalysen und bestimmte medizinische Geräte sollen jährliche Einsparungen von 92 Millionen Franken bringen.
Digitale Krankheitsüberwachung startet
Im Bereich der Digitalisierung wurde die erste Phase der Plattform NASURE freigegeben. Bis 2034 soll sie die automatisierte Überwachung von Krankheitsausbrüchen durch Daten aus Spitälern und Laboren ermöglichen.
Zuwanderung bleibt entscheidend
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Die politische Debatte wird zudem von der sogenannten 10-Millionen-Initiative geprägt. Kritiker warnen: Eine Begrenzung der Wohnbevölkerung hätte erhebliche Auswirkungen auf das Gesundheitswesen. Aktuell verfügen über 20 Prozent der Angestellten in Schweizer Spitälern und Heimen über einen ausländischen Abschluss.
Baselbieter Landrat hält an Gesundheitszentrum fest
Der Baselbieter Landrat entschied am 11. Juni 2026, den Betrieb des Gesundheitszentrums Laufen trotz geringer nächtlicher Patientenzahlen bis Ende 2029 durchgehend aufrechtzuerhalten. Für diesen Zeitraum bewilligte er Mittel in Höhe von 4,2 Millionen Franken.
