Pflegefachassistenz, Ausbildung

Pflegefachassistenz ab 2027: Neue Ausbildung soll Personalmangel lindern

03.06.2026 - 18:18:35 | boerse-global.de

Bundesregierung lockert Pflegevorgaben und startet neue Ausbildung 2027. KI-Manager wird offizielles Berufsprofil.

Pflegefachassistenz ab 2027: Neue Ausbildung soll Personalmangel lindern - Bild: über boerse-global.de
Pflegefachassistenz ab 2027: Neue Ausbildung soll Personalmangel lindern - Bild: über boerse-global.de

Während der Pflegenotstand zu neuen Ausbildungswegen zwingt, entstehen gleichzeitig völlig neue Berufsprofile im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Die Bundesregierung reagiert mit angepassten Regeln – doch nicht alle Maßnahmen stoßen auf ungeteilte Zustimmung.

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Pflege: Weniger Druck auf Heime, neue Ausbildung ab 2027

Die Bundesregierung hat ihre Personalvorgaben für Pflegeheime vorerst nicht weiter erhöht. Der Schritt soll Einrichtungen entlasten, die ohnehin unter akutem Fachkräftemangel leiden. Statt immer höhere Quoten zu fordern, setzt Berlin auf einen anderen Ansatz: Ab 2027 soll eine neue, standardisierte Ausbildung zur Pflegefachassistenz starten. Sie soll den Einstieg in den Pflegeberuf erleichtern und vereinheitlichen.

Parallel dazu tagt die Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund am 10. Juni in Potsdam. Im Fokus stehen Verbesserungen im Kundenservice und die Steuerung von Reha-Maßnahmen – insbesondere für Patienten mit Post-COVID-Syndrom.

Landkreise locken mit Stipendien und neuen Qualifizierungen

Im Landkreis Gotha läuft noch bis zum 30. Juni ein Stipendienprogramm für medizinisches Personal. Wer sich zum Physician Assistant (PA), zur nichtärztlichen Praxisassistentin (NÄPA) oder zur Dentalhygienikerin ausbilden lässt, erhält monatlich zwischen 200 und 300 Euro. Das soll den Nachwuchs in die Region locken.

Der Wetteraukreis feierte Anfang Juni einen Erfolg: Am 2. Juni schlossen 16 Teilnehmer die erste Ausbildung für „profilergänzende Fachkräfte“ in Kitas ab. 160 Unterrichtseinheiten absolvierten sie – möglich gemacht durch die Öffnung des hessischen Fachkräftekatalogs im Jahr 2023. Ein dritter Durchgang startet bereits im Januar.

Der KI-Manager: Neues Berufsbild mit sechs Tagen Intensivkurs

Die Bundesagentur für Arbeit hat zum 2. Juni das Berufsprofil des „AI Managers“ aktualisiert. Die Aufgabe: Künstliche Intelligenz in Unternehmen einführen und interne Prozesse optimieren. Die Ausbildung dauert je nach Modell zwischen sechs intensiven Tagen und mehreren Monaten in Teilzeit. Ein klares Signal, dass KI längst in der deutschen Wirtschaft angekommen ist.

Noch einen Schritt weiter geht das US-Unternehmen Anthropic. Es stellt ein Team für „KI und Rechtsstaatlichkeit“ zusammen. Gesucht werden Juristen und Politik-Experten, die die Auswirkungen von KI auf demokratische Institutionen analysieren. Die Gehälter liegen bei bis zu 300.000 Euro – ein Betrag, der zeigt, wie umkämpft die Spitzenkräfte in diesem Bereich sind.

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Personalrochaden in München und Augsburg

Auch in der Medien- und Verwaltungslandschaft tut sich etwas. Noomi Rohrbach übernahm am 1. Juni die Leitung der Pressestelle bei der Münchner Verlagsgruppe (MVG). In Augsburg hat die Stadtverwaltung ihre Führungsspitze verstärkt: Eine Juristin und eine Pflegewissenschaftlerin wurden als persönliche Referentinnen der Stadtspitze berufen. Das bringt spezialisierte Expertise direkt in die Chefetage.

Österreich reformiert die Bildungskarenz

Wer sich in Österreich weiterbilden will, muss ab Juni mit strengeren Regeln rechnen. Die neue „Weiterbildungszeit“ und „Teilzeit-Weiterbildung“ ersetzen das alte System der Bildungskarenz. Voraussetzung: mindestens zwölf Monate vorherige Beschäftigung. Wer direkt aus der Elternzeit kommt, ist ausgeschlossen. Der Arbeitsmarktservice (AMS) prüft Anträge ab dem 8. Juni. Das Fördervolumen ist auf 150 Millionen Euro pro Jahr gedeckelt.

Die Stadt Graz zeigt, wie es auch anders geht: Ihr Programm „GraFo“ unterstützt Geringverdiener mit bis zu 3.000 Euro für Weiterbildungen. Daten aus dem Jahr 2025 belegen: Rund 60 Prozent der Geförderten verdienten nach der Maßnahme mehr. Anträge sind noch bis zum 4. Dezember möglich.

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