Pflegeberufe boomen: Altenpfleger verdienen 54 Prozent mehr seit 2018
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 12:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Stepstone-Gehaltsreport 2026 zeigt: Das bundesweite Bruttomediangehalt liegt bei 53.900 Euro. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) meldet für 2025 ein mittleres monatliches Bruttoentgelt von 4.217 Euro für Vollzeitbeschäftigte – ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber 2024.
Doch hinter diesen Durchschnittswerten verbergen sich enorme Unterschiede. Branche, Region und Bildungsabschluss bestimmen weiterhin maßgeblich über die Höhe des Gehalts.
Ärzte und KI-Spezialisten an der Spitze
Mediziner führen das Ranking mit einem Jahresbrutto von über 100.000 Euro an. IT-Fachkräfte kommen im Schnitt auf 66.750 Euro, während KI-Spezialisten mit 77.800 Euro deutlich darüber liegen. Der Bankensektor zahlt mit 70.250 Euro ebenfalls überdurchschnittlich.
Besonders gefragt sind Spezialisten für IT-Sicherheit. Architekten in diesem Bereich erzielen Gehälter von über 110.500 Euro. Führungskräfte verdienen im Schnitt 62.000 Euro – ein Anstieg von 21 Prozent.
Weniger rosig sieht es für Berufseinsteiger aus: Das Einstiegsgehalt für Junior Risk Officer sank um 5,6 Prozent auf 65.250 Euro.
Hamburg bleibt Spitzenreiter, Osten holt auf
Die Region entscheidet weiterhin stark über die Verdienstmöglichkeiten. Hamburg führt mit 4.768 Euro monatlichem Medianentgelt, gefolgt von Baden-Württemberg (4.546 Euro) und Hessen (4.530 Euro). Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit 3.497 Euro.
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Das Ost-West-Gefälle beträgt 15 Prozent. Sachsen liegt mit 3.588 Euro auf dem viertletzten Platz – immerhin 200 Euro mehr als im Vorjahr. Chemnitz zeigt besondere Dynamik: Hier stieg das Medianentgelt seit 2021 um 25,7 Prozent auf 3.794 Euro.
Bildung als Gehaltstreiber
Akademiker verdienen mit 68.250 Euro deutlich mehr als Beschäftigte ohne Studium (51.200 Euro). Die BA-Daten für 2025 zeigen die Schere noch deutlicher: Masterabsolventen erzielen monatlich 7.324 Euro, Promovierte sogar 9.386 Euro. Ohne Berufsabschluss bleiben im Schnitt 3.133 Euro.
Auch der Gender-Pay-Gap bleibt messbar. Der Unterschied beim mittleren Vollzeitlohn beträgt 309 Euro – Männer verdienen 4.328 Euro, Frauen 4.019 Euro. In Bremen zeigt sich das Gefälle besonders: 28,7 Prozent der Männer verdienen über 6.000 Euro, aber nur 15,7 Prozent der Frauen.
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Pflegeberufe mit Rekordwachstum
Die Pflegebranche verzeichnet überdurchschnittliche Steigerungen. Seit 2018 stiegen die Löhne für Hilfskräfte um 33 Prozent auf 3.004 Euro. Altenpflegefachkräfte legten sogar um 54 Prozent zu und erreichten 2025 ein mittleres Entgelt von 4.438 Euro. Zum Vergleich: Die Metall- und Elektroindustrie verzeichnete im selben Zeitraum nur 18,4 Prozent Plus.
Die Reallöhne stiegen 2025 um 1,9 Prozent. Auch das erste Quartal 2026 brachte einen Zuwachs. Ob die Kaufkraftgewinne halten, hängt jedoch von der künftigen Inflation ab.
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