Pflege und Handwerk in Krise: 72% sehen keine Chance bis Rente
07.07.2026 - 03:31:47 | boerse-global.de
Das zeigt der aktuelle „DGB-Index Gute Arbeit“. Für die Studie befragte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zwischen 2022 und 2026 rund 28.000 Beschäftigte.
Pflege und Handwerk besonders betroffen
Während 53 Prozent der Befragten zuversichtlich sind, das Rentenalter im Job zu erreichen, fällt die Bilanz in belastungsintensiven Branchen dramatisch aus. In körperlich oder psychisch fordernden Berufen zweifelt jeder Zweite.
Besonders krass ist die Lage bei Sanitär-, Heizungs- und Klempnerarbeiten: 72 Prozent der Beschäftigten sehen keine Chance, bis zur Rente durchzuhalten. In der Krankenpflege sind es 71 Prozent, in der Altenpflege 67 Prozent. Auch im Hochbau (66 Prozent) und unter Erziehern (57 Prozent) überwiegt die Skepsis.
Lärm und Zeitdruck als Hauptbelastung
Die Studie identifiziert klare Ursachen. Bei schwerer körperlicher Arbeit liegt die Zweifel-Quote bei 72 Prozent. Lärmbelastung (61 Prozent) und hoher Zeitdruck (59 Prozent) machen den Job ebenfalls zur Dauerbelastung.
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DGB-Chefin Yasmin Fahimi spricht von bitteren Befunden. Sie warnt: „Ganze Generationen werden krank in die Rente geschleppt.“ Nötig seien bessere Arbeitsbedingungen und ein würdiger Übergang in den Ruhestand. Auch Verdi schlägt Alarm: 44 Prozent der Beschäftigten wollen vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden.
Streit um Rentenreform
Die Ergebnisse kommen zur Unzeit für die Politik. Eine Rentenkommission hat 33 Reformvorschläge vorgelegt. Im Raum stehen eine Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung, eine Anhebung auf bis zu 70 Jahre, die Einführung einer Kapitalrente und die Abschaffung der Rente mit 63.
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Die Gewerkschaften laufen Sturm. Fahimi: „Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters geht an der Realität der Beschäftigten vorbei.“ Stattdessen müssten Maßnahmen zur Gesunderhaltung am Arbeitsplatz Priorität haben.
