PFAS-Verbot seit April: Betriebe müssen Löschmittel kurzfristig austauschen
10.06.2026 - 21:02:26 | boerse-global.de
Der Branchenverband Euralarm hat am heutigen Mittwoch neue Leitlinien für den Einsatz von Brandmelde- und Alarmsystemen veröffentlicht. Ziel ist eine bessere Koordination von Evakuierungs- und Lockdown-Maßnahmen. Der Leitfaden betont: Der Brandschutz muss stets Priorität behalten, und Alarmsignale für unterschiedliche Gefahrenlagen müssen klar unterscheidbar sein.
Alle gesetzlich vorgeschriebenen Notfall-Informationen und Telefonnummern müssen im Ernstfall sofort griffbereit sein. Mit dieser bearbeitbaren Word-Mustervorlage erstellen Sie einen rechtssicheren Alarmplan für Ihren Betrieb in wenigen Minuten. Kostenlose Alarmplan-Vorlage jetzt herunterladen
NRW: Novelle sorgt für Kritik
In Nordrhein-Westfalen sorgt eine Novelle der Landesbauordnung derzeit für Unmut in der Fachwelt. Das Deutsche Institut für vorbeugenden Brandschutz (DIvB) kritisiert die Streichung eines Paragrafen. Die Folge: Zahlreiche erfahrene Brandschutzsachverständige könnten künftig von Planungs- und Prüfprozessen ausgeschlossen werden.
Nach Einschätzung des Instituts dürften nur noch rund 150 staatlich anerkannte Sachverständige Planungen vornehmen. Lediglich 41 Prüfsachverständige sollen die Abnahmen durchführen. Bei jährlich 10.000 bis 12.000 Bauanträgen warnt das DIvB vor monatelangen Wartezeiten und neuen bürokratischen Hürden.
Vietnam plant Deregulierung
Während Deutschland über strengere Zulassungsverfahren diskutiert, schlägt das vietnamesische Ministerium für öffentliche Sicherheit einen anderen Weg vor. Ein aktueller Entwurf sieht vor, die separate staatliche Brandschutz-Abnahmeprüfung für Gebäude und Fahrzeuge abzuschaffen.
Künftig soll lediglich das Brandschutzkonzept geprüft werden. Die volle Verantwortung für die korrekte Umsetzung liegt dann beim Investor. Staatliche Kontrollen sind erst nach der Inbetriebnahme vorgesehen. Interessierte Kreise können noch bis zum 24. Juni 2026 Stellung nehmen.
Private Brandschutzpflicht: Große Wissenslücken
Trotz strenger gesetzlicher Vorgaben zeigen aktuelle Daten erhebliche Defizite beim Wissen über private Brandschutzpflichten. Eine bereits im Frühjahr 2024 durchgeführte Innofact-Studie unter mehr als 2.000 Teilnehmern belegt: Jeder fünfte Befragte weiß nichts von der Rauchmelderpflicht in privaten Wohnräumen.
Die gesetzlichen Mindestanforderungen sehen in den meisten Bundesländern Rauchmelder in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren vor. In Berlin und Brandenburg erstreckt sich diese Pflicht sogar auf alle Aufenthaltsräume. Experten raten zur Deckenmontage mit einem Mindestabstand von 50 Zentimetern zu den Wänden.
Neue Regeln für Löschmittel und Wartung
Auch im gewerblichen Bereich gelten strikte Prüfpflichten. In Österreich besteht eine Feuerlöscher-Pflicht ab dem ersten Mitarbeiter. Die Anzahl der Geräte richtet sich nach der Grundfläche und der spezifischen Brandgefährdung. Eine Prüfung ist alle zwei Jahre vorgeschrieben.
Eine wesentliche Änderung kommt aus Brüssel: Seit dem 10. April 2026 gilt ein EU-weites Verbot für fluorhaltige Schaumlöschmittel (PFAS). Viele Betriebe müssen ihre Bestände und Löschkonzepte kurzfristig anpassen.
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Prozessauftakt in Essen: Manipulierte Brandschutztür
Die Bedeutung funktionsfähiger Brandschutztüren wurde heute zum Auftakt eines Prozesses vor dem Landgericht Essen deutlich. Ein Kläger fordert Schadenersatz nach einem Einbruch in eine Bankfiliale in Gelsenkirchen. Insgesamt vertreten Anwälte rund 650 Geschädigte – die Schadenssumme beträgt mehr als 50 Millionen Euro.
Den Tätern war es gelungen, über eine manipulierte Brandschutztür in den Tresorbereich einzudringen. Der Fall zeigt: Brandschutzabschlüsse müssen nicht nur unter brandschutztechnischen, sondern auch unter sicherheitsspezifischen Aspekten gewartet werden.
Feuertrutz 2026: Neue Technologien in Nürnberg
Vom 24. bis 25. Juni 2026 präsentieren Hersteller in Nürnberg neue Lösungen für diese Problemfelder. Assa Abloy und Geze zeigen Türsysteme, die hohen Vorlasten standhalten und gleichzeitig Barrierefreiheit durch moderne Antriebstechnologien ermöglichen.
Das Unternehmen Dehn stellt spezielle Gehäuselösungen für den Überspannungsschutz vor. Sie haben in Brandversuchen bei über 900 Grad Celsius ihre Funktionsfähigkeit für mehr als 30 Minuten bewiesen. Diese Systeme sind besonders für Brandmelde- und Sprachalarmierungsanlagen konzipiert – hier ist der Funktionserhalt im Ernstfall lebenswichtig.
