Personalrabatte: Finanzminister streicht 1.080-Euro-Freibetrag
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 21:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) beabsichtigt, den steuerlichen Freibetrag für Personalrabatte ersatzlos zu streichen. Wie Mitte August bekannt wurde, soll die bisherige Regelung, nach der Beschäftigte Vergünstigungen ihres Arbeitgebers bis zu einem Wert von 1.080 Euro pro Jahr steuerfrei erhalten können, wegfallen. Durch diesen Schritt kalkuliert das Bundesfinanzministerium mit jährlichen Mehreinnahmen für den Staatshaushalt in Höhe von 240 Millionen Euro.
Betroffene Branchen und finanzielle Auswirkungen
Die geplante Gesetzesänderung der Bundesregierung würde weite Teile der deutschen Wirtschaft treffen. Insbesondere Beschäftigte bei Automobilherstellern, Fluggesellschaften und Kreditinstituten nutzen die bisherigen Steuerprivilegien bei Belegschaftsrabatten intensiv.
Bislang können Arbeitnehmer Waren oder Dienstleistungen ihres eigenen Unternehmens vergünstigt beziehen, wobei der geldwerte Vorteil bis zur Grenze von 1.080 Euro nicht versteuert werden muss. Mit dem Wegfall dieses Freibetrags müssten solche Vergünstigungen künftig ab dem ersten Euro als Arbeitslohn versteuert werden.
Widerstand aus der Opposition und Kritik an der Kaufkraft
Innerhalb der Union regt sich deutlicher Widerstand gegen das Vorhaben. Der CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler ordnete die geplante Streichung als eine verdeckte Gehaltskürzung ein. Er wies darauf hin, dass der Freibetrag in Höhe von 1.080 Euro seit 20 Jahren unverändert geblieben sei.
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Statt einer Abschaffung forderte Güntzler eine Erhöhung der Summe, um der Inflation und der allgemeinen Preisentwicklung der letzten zwei Jahrzehnte Rechnung zu tragen. Die Unionsfraktion kündigte an, gegen die Pläne des Finanzministeriums vorgehen zu wollen.
Kritik an Bürokratie und mangelnder Wertschätzung
Auch innerhalb der Koalition sowie vonseiten der Wirtschaftsverbände stößt der Vorstoß auf Ablehnung. Der Grünen-Politiker Sascha Müller kritisierte die Maßnahme als zu bürokratisch. Er betonte zudem, dass die Streichung die Beschäftigten direkt belasten würde.
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Aus Sicht der Arbeitgeberverbände stellt die Neuregelung ebenfalls ein problematisches Signal dar. Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), bezeichnete Personalrabatte als eine Form gelebter Wertschätzung gegenüber der Belegschaft. Deren steuerliche Streichung entziehe den Unternehmen ein bewährtes Instrument der Mitarbeiterbindung und steigere die steuerliche Last für die Angestellten.
