Personalausfälle, Psychische

Personalausfälle: Psychische Belastung steigt auf 35% in KMU

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Laut AXA-Arbeitsmarktstudie steigen krankheitsbedingte Fehlzeiten in KMU. Psychische Erkrankungen und Führungsdefizite gelten als Haupttreiber.

AXA-Studie: Krankheitsausfälle werden für den Mittelstand zum Kostenrisiko
Ein unbesetzter, moderner Büroarbeitsplatz in einem mittelständischen Unternehmen bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entwickeln sich krankheitsbedingte Personalausfälle zunehmend zu einer wirtschaftlichen Belastung. Eine im Sommer 2026 veröffentlichte Arbeitsmarktstudie der AXA zeigt auf, dass das finanzielle Risiko durch Fehlzeiten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist.

Besonders über einen längeren Zeitraum betrachtet, sind die Auswirkungen für die Betriebe deutlich spürbar: Rund 4 von 10 Unternehmen gaben an, innerhalb der letzten zehn Jahre von signifikanten Personalausfällen betroffen gewesen zu sein.

Wachsendes Risiko für größere mittelständische Betriebe

Die Daten verdeutlichen, dass das Risiko mit der Unternehmensgröße korreliert. Während der Durchschnitt über alle KMU bereits eine hohe Betroffenheit zeigt, liegt der Anteil bei Betrieben mit einer Größe zwischen 50 und 250 Mitarbeitern deutlich höher. In diesem Segment berichteten 62 % der Unternehmen von entsprechenden Ausfällen.

Dies deutet darauf hin, dass mit steigender Mitarbeiterzahl die Komplexität der Personalverwaltung und die Wahrscheinlichkeit für längere Fehlzeiten zunehmen. Die wirtschaftlichen Folgen für die betroffenen Betriebe sind dabei vielfältig und reichen von direkten Lohnfortzahlungskosten bis hin zu Produktivitätsverlusten und einer erhöhten Belastung der verbleibenden Belegschaft.

Die Zunahme psychisch bedingter Fehlzeiten

Ein wesentlicher Treiber für die steigenden Ausfallquoten ist die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz. Den Studienergebnissen zufolge ist der Anteil der psychisch bedingten Ausfälle in den letzten drei Jahren massiv gestiegen. Lag dieser Wert im Jahr 2023 noch bei 25 %, so erreichte er in der Erhebung für das Jahr 2026 bereits 35 %.

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Diese Entwicklung wird von den Unternehmen zunehmend als zentrale Herausforderung wahrgenommen. Die psychische Belastung der Angestellten steht demnach immer öfter im Fokus der betrieblichen Gesundheitsbetrachtung, da sie häufig zu besonders langen Ausfallzeiten führt, die für die KMU schwer zu kompensieren sind.

Unternehmenskultur und Führungsverantwortung als Schlüsselfaktoren

Die Analyse zeigt einen direkten Zusammenhang zwischen der Unternehmenskultur und der Häufigkeit von Personalausfällen. Betriebe, die ihren Mitarbeitern ein hohes Maß an Freiheit und Eigenverantwortung einräumen, weisen demnach eine signifikant niedrigere Ausfallquote auf.

In solchen Unternehmen waren lediglich 27 % von Personalausfällen betroffen. Im Gegensatz dazu lag die Quote bei Unternehmen, die diese kulturellen Merkmale nicht fördern, mit 43 % deutlich höher.

Gleichzeitig herrscht in den Chefetagen ein hohes Bewusstsein für die Relevanz der Mitarbeiterführung: 66 % der befragten Unternehmen sehen die Verantwortung für die Prävention von Ausfällen primär bei den Führungskräften. Dennoch klafft zwischen diesem Bewusstsein und der praktischen Umsetzung oft eine Lücke.

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Defizite in der Prävention und im Feedbackmanagement

Trotz des Wissens um die Risiken greifen viele Betriebe bisher kaum regulierend ein. Laut der Untersuchung ergreifen 25 % der Unternehmen keinerlei spezifische Maßnahmen, um Personalausfällen entgegenzuwirken. Besonders auffällig ist zudem der Rückgang einer aktiven Feedbackkultur. Während im Jahr 2023 noch 35 % der befragten Firmen angaben, eine etablierte Feedbackkultur zu pflegen, sank dieser Wert in der aktuellen Erhebung auf 28 %.

Angesichts der steigenden psychischen Belastungen und der hohen Kosten für den Mittelstand deutet die Studie darauf hin, dass Investitionen in die Führungskultur und präventive Gesundheitsmaßnahmen künftig einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen könnten, um die personelle Stabilität zu sichern.

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