Pentagon, Tomahawk-Verkauf

Pentagon stoppt Tomahawk-Verkauf an Deutschland wegen Eskalationsrisiko

05.06.2026 - 08:21:25 | boerse-global.de

Das Pentagon blockiert den Tomahawk-Deal mit Deutschland aus Furcht vor russischer Eskalation. Berlin sucht nun europäische Alternativen.

USA stoppen Tomahawk-Verkauf an Deutschland: Eskalationsangst
Pentagon - Eine Nahaufnahme einer modernen, schlanken Rakete, die ein Tomahawk-Marschflugkörper sein könnte, vor einem unscharfen Hintergrund. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Grund: Die USA fürchten eine Eskalation mit Russland und eine mögliche Vergeltung Moskaus. Das berichten Regierungskreise Anfang Juni 2026. Der Schritt würde eine noch unter der Biden-Administration getroffene Vereinbarung rückgängig machen.

Bestandsengpässe nach dem Iran-Krieg

Ein zentrales Problem: Die USA haben im Krieg gegen den Iran mehrere tausend Tomahawk- und Patriot-Raketen verbraucht. Verteidigungsminister Hegseth betonte, dass die Wiederauffüllung Monate bis Jahre dauern werde. Die schiere Menge an verschossenen Waffen macht den Nachschub zur Geduldsprobe.

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Bundeskanzler Merz rechnet bereits nicht mehr mit einer Stationierung der Marschflugkörper. Verteidigungsminister Pistorius wartet seit Juli 2025 auf eine Antwort zu seiner Kaufanfrage. Die Bundesregierung prüft nun europäische Alternativen für Mittelstreckenwaffen.

Rückzug aus NATO-Verpflichtungen

Die Blockade des Raketen-Deals ist Teil eines größeren Trends: Die USA ziehen sich aus NATO-Verpflichtungen zurück. Bereits abgesagt ist die geplante Verlegung von 5.000 US-Soldaten nach Deutschland. Auch bei Kampfjets, Drohnen und Marineeinheiten in Europa reduzieren die Amerikaner ihre Kapazitäten.

NATO-Oberbefehlshaber Grynkewich fordert die Europäer auf, die Hauptverantwortung für die konventionelle Verteidigung zu übernehmen. Ein deutliches Signal: Die USA erwarten mehr Eigeninitiative von ihren Partnern.

Trotz der Spannungen läuft ein anderes Rüstungsprojekt: Am 4. Juni 2026 wurde in Texas das Triebwerk in die erste deutsche F-35A eingebaut. Die offizielle Vorstellung des Jets steht in den kommenden Wochen an, die erste Auslieferung ist für Ende 2026 geplant. Die Maschinen sind primär für die nukleare Teilhabe der NATO vorgesehen.

Kritik an deutscher Verteidigungsfähigkeit

Nicht nur beim Import hakt es – auch die heimische Einsatzbereitschaft hat massive Probleme. Ein interner Lagebericht der Heeresinstandsetzungslogistik GmbH (HIL) vom 4. Juni 2026 zeigt: Im Mai war nur etwa die Hälfte der Panzerhaubitzen 2000 einsatzfähig. Ähnliche Quoten gelten für die Schützenpanzer Marder und die Radpanzer Boxer, die sich zu fast 50 Prozent in der Wartung befanden.

Die Gründe: ein akuter Mangel an Ersatzteilen und eine mangelhafte Planung des Verteidigungsministeriums. Unionspolitiker warnen, dass die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands gefährdet sei und Bündnisverpflichtungen nicht vollumfänglich erfüllt werden könnten.

Diplomatische Rückschläge bei den Vereinten Nationen

Auch international läuft es nicht rund. Am 3. Juni 2026 scheiterte Deutschland bei der Wahl für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Außenminister Wadephul macht eine aktive Lobbyarbeit Russlands gegen die deutsche Bewerbung verantwortlich. Moskau habe verhindern wollen, dass Deutschland den Ukraine-Krieg verstärkt auf die Agenda des Sicherheitsrates setzt.

Doch nicht nur Russland war ein Problem. Auch die deutsche Haltung zu Israel und Kritik an US-Interventionen in Südamerika kosteten Stimmen. Ein Rückschlag, der die wachsende Isolation Deutschlands in der Außenpolitik unterstreicht.

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