Pelletproduktion, EVO

Pelletproduktion: EVO schließt Offenbach-Werk zum Jahresende

19.06.2026 - 03:48:43 | boerse-global.de

Energieversorgung Offenbach stellt Pelletfertigung ein. 17 Mitarbeiter betroffen, vier Hektar Fläche werden neu vermarktet.

EVO schließt Pelletproduktion: Areal für Großunternehmen frei
Pelletproduktion - Industriegebiet mit großen Fabrikhallen und einem Schornstein, bei Sonnenuntergang. Ein weites, leeres Gelände im Vordergrund, das zukünftige Entwicklung andeutet. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Steigende Betriebskosten und veränderte Marktbedingungen machen den wirtschaftlichen Betrieb unmöglich. Das freiwerdende Areal soll künftig für die Ansiedlung neuer Großunternehmen genutzt werden.

Preisdruck und Wärmepumpen als Problem

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Die Schließung begründet die EVO mit massiv gestiegenen Rohstoff- und Logistikkosten. Gleichzeitig bleiben die Absatzpreise für Pellets dauerhaft niedrig. Ein wesentlicher Faktor: Wärmepumpen verdrängen Pellets zunehmend aus dem Wärmemarkt. Die Produktion sei nicht mehr wirtschaftlich darstellbar.

Von der Einstellung des Betriebs sind 17 Mitarbeiter betroffen. Für 2027 ist die Demontage der technischen Anlagen vorgesehen.

Vier Hektar für neue Industrie

Durch die Stilllegung wird auf dem ehemaligen Clariant-Areal eine Fläche von fast vier Hektar frei. Die Vermarktung übernimmt der Inno-Innovationscampus. Oberbürgermeister Felix Schwenke sieht gute Chancen für die Ansiedlung eines Großunternehmens. Die Stadt strebe eine strategische Neuausrichtung des Areals an, um die lokale Wirtschaftsstruktur zu stärken.

In unmittelbarer Nähe wurden bereits Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt. Am Kaskadenwehr des Innovationscampus installierte man ein schweres Stahlschott als Hochwasserschutz. Weitere Schritte: Leitungsverlegungen und ein neuer Fahrradweg.

Branche im Widerspruch

Die EVO-Entscheidung fällt in eine Zeit veränderter Rahmenbedingungen für Bioheizstoffe. Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz sieht eine stufenweise Anhebung des Bioheizstoff-Anteils vor – von zehn Prozent ab 2029 auf 60 Prozent im Jahr 2040. Experten erwarten einen steigenden Bedarf an Biomethan bis 2045, während das inländische Potenzial begrenzt bleibt. Langfristig könnten die Preise steigen.

Während EVO aus dem Pelletmarkt aussteigt, investieren andere weiter in Biomasse. Die Ladenburger Holzwerke planen knapp 130 Millionen Euro für ein Biomasse-Heizkraftwerk und eine Pelletproduktion in Kerkingen. Auch Pfeifer & Langen baut eine Biomethan-Anlage in Sachsen-Anhalt – für rund 40 Millionen Euro.

Schweres Umfeld für die Industrie

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Die Standortschließung in Offenbach ist Teil eines schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds für die chemische und energieintensive Industrie in Deutschland. Der Spezialchemiekonzern Evonik kündigte kürzlich an, bis Ende 2029 weltweit rund 3.200 Stellen abzubauen – der Großteil davon in Deutschland. Das Polyester-Geschäft wird eingestellt, der Standort Witten schließt 2027. Die Gründe ähneln denen der EVO: schwaches Wirtschaftswachstum und verschärfter Wettbewerb.

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