Papierfabrik Carl Lenz in Wehr: Pläne für bis zu 200 Familien vorgestellt
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 12:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf dem Gelände der früheren Papierfabrik Carl Lenz in Wehr zeichnen sich konkretere Schritte für eine städtebauliche Neugestaltung ab. Bei einer Bürgerversammlung am 4. November 2026 präsentierte Erich Baumann, Mitgeschäftsführer der Siedlungswerkstatt Konstanz, ein Update der Planungen für das künftige Wohnquartier.
Ein erster Vorentwurf für das traditionsreiche Industrieareal war vor einem Jahr vorgestellt worden. Nun wurden die Entwürfe überarbeitet und um angrenzende Flächen erweitert.
Wohnraum für bis zu 200 Familien auf Industriebrache
Das Konzept sieht vor, auf rund 15.000 Quadratmetern Wohnfläche Raum für bis zu 200 Familien zu schaffen. Der aktuelle Planungsstand umfasst etwa 130 Wohnungen direkt auf dem ehemaligen Industriegelände. Hinzu kommen voraussichtlich 60 bis 70 weitere Wohneinheiten auf einem südöstlich angrenzenden städtischen Großgrundstück in Richtung Wehra, das nun verbindlich in das Vorhaben einbezogen wird.
Der Beginn der Bauarbeiten ist nach jetzigem Stand für das Jahr 2030 vorgesehen. Um den oberirdischen Raum weitgehend verkehrsberuhigt zu halten, soll das Parken vollständig in Tiefgaragen organisiert werden.
Das Wehrer Beispiel zeigt, wie viel Vorlauf eine Industriebrache bis zum Baubeginn braucht: Der Erhalt des Magazingebäudes hängt noch an der Abstimmung mit dem Denkmalamt, und das Parken soll vollständig in Tiefgaragen organisiert werden. Wer solche Projekte kalkuliert, sollte beide Punkte früh prüfen. Kostenlosen Leitfaden zur Industriebrache-Revitalisierung anfordern
Auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik befinden sich derzeit noch drei historische Bestandsbauten: eine alte Villa, das Maschinengebäude sowie ein großes Magazingebäude, das in früheren Betriebszeiten als Lagerstätte für Papierrollen diente.
Die Planung der Siedlungswerkstatt sieht vor, das Magazingebäude zu erhalten und als markanten Hochpunkt beziehungsweise Hauptgebäude in das Ensemble zu integrieren. Allerdings bestehen bei dieser Weiternutzung noch Hürden in der Abstimmung mit dem Denkmalamt.
Erschließung, Nahversorgung und kommunale Kapazitäten
Neben der baulichen Verdichtung bildeten Infrastrukturfragen und die Ansiedlung von Einzelhandel zentrale Punkte der Versammlung. Das Verkehrskonzept sieht neue Zufahrten über die Storchenstraße sowie die Waldstraße vor. Zudem ist die Anlage eines durchgehenden Geh- und Radwegs entlang der Wehra geplant, der von der Todtmooser Straße bis zur Waldstraße führen soll.
Ein Baubeginn im Jahr 2030 klingt fern — für die Finanzierung ist er der kritische Pfad. Wer heute Grundstücke mit Bestandsbauten und offener Erschließung bewertet, braucht einen belastbaren Zeit- und Kostenplan statt Annahmen. Der Leitfaden führt durch die Prüfschritte für Denkmalschutz-Abstimmung und Tiefgaragen-Konzepte. Prüfschritte jetzt im Leitfaden sichern
Wehrs Bürgermeister Denis Schimak unterstrich während der Informationsveranstaltung die Ausrichtung auf einen sozialverträglichen Geschosswohnungsbau. Die örtliche soziale Infrastruktur sei auf den Zuzug vorbereitet; sowohl die Schulen als auch die Kindergärten der Gemeinde verfügten über entsprechende Kapazitäten, um den zusätzlichen Bedarf der künftigen Bewohner aufzunehmen.
