Osteuropa, CRASH

Osteuropa im CRASH: Warum jetzt die Banken taumeln

Veröffentlicht am: 18.02.2009 um 10:24 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Gestern haben wir blutrote Vorzeichen an den osteuropäischen Märkten gesehen. (EMFIS.com berichtete) Österreichs Börse war mit einem achtprozentigen Abschlag noch beinahe gut bedient! Die Börsen in Prag, Warschau und Budapest sahen teilweise noch dramatischer aus. Russlands Börse wurde sogar zeitweise ausgesetzt. Wieso kollabierten Osteuropas Börsen? Mit Ausnahme Russlands, wo primär die Weltrezession auf den wichtigen Rohstoffsektor drückt, war es der osteuropäische Finanzsektor. Der osteuropäische Bankenindex rutschte gestern auf ein 6-Jahrestief. Werfen wir einen Blick auf die polnischen Banken, so finden wir erschreckend hohe Kredite, die mit ausländischer Währung aufgenommen wurden. Zunächst war dieser Trend für polnische Kreditnehmer lukrativ. Doch nun fallen die osteuropäischen Währungen regelrecht in sich zusammen. Das wiederum drückt die Schuldner in ungewisse Zukunft. Einige "Jung-Immobilienbesitzer" geraten jetzt ins Schleudern. Die Schuldner sind die eine Seite. Die andere Seite die osteuropäischen Banken, die ihre Refinanzierung sicherstellen müssen. Und das Platzen einer Welle von Krediten würde die Banken in echte Schwierigkeiten bringen. Genau davon, liebe Leser, sind nun die Kreditinstitute überzeugt. Gestern hat die UBS AG den Ausstieg von osteuropäischen Banken empfohlen. Die Rating-Agentur Moodys denkt über eine Abstufung des osteuropäischen Bankensektors nach. Man geht davon aus, dass die ausländischen Muttergesellschaften wie beispielsweise die Societé Generale keine zusätzlichen Mittel für ihre Töchter oder Beteiligungen bereitstellen. Fazit: Die Situation für die Stabilität der osteuropäischen Banken ist in der Tat erschreckend. Gleichzeitig führt die desolate Entwicklung zu einer Liquiditätsbeschränkung, die sich zusätzlich auf die osteuropäischen Binnenmärkte negativ auswirkt. Wir raten aktuell von Engagements in Osteuropa ab, selbst wenn bereits einige Aktie auf sehr attraktiven Einstiegsniveaus notieren. www.emfis.com

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