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Old Texas Town: Westernstadt bleibt bis 2032 in Berlin-Spandau

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 22:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Westernstadt in Spandau bleibt bis 2032 bestehen. Eigentümer und Bezirk verbinden Freizeitbetrieb mit künftigen Büro- und Technologiefla?chen.

Old Texas Town bleibt bis 2032: Spandau findet Kompromiss
Die hölzerne Fassade der Westernstadt Old Texas Town in Berlin-Spandau bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Die Westernstadt „Old Texas Town“ im Berliner Bezirk Spandau hat eine langfristige Perspektive erhalten. Wie aus Berichten von Mitte September hervorgeht, konnten sich der Eigentümer des Grundstücks und der Bezirk auf einen Verbleib der traditionsreichen Anlage bis zum Jahr 2032 verständigen. Damit ist eine drohende Räumung des Geländes im Stadtteil Haselhorst vorerst abgewendet.

Grundlage für die Fortführung ist eine Einigung zwischen der Unternehmensgruppe Dr. Aldinger & Fischer sowie dem Bezirk Spandau. Beide Parteien verständigten sich auf ein gemeinsames Konzept, das eine Kombination aus gewerblicher Nutzung und Freizeitangeboten vorsieht. Die bisherigen Regelungen des Pachtvertrags für die Westernstadt sollen laut Angaben der Beteiligten unverändert fortbestehen.

Hintergrund des Flächennutzungskonflikts

Der Entscheidung war eine Phase der Unsicherheit über die Zukunft des Areals an der Paulsternstraße vorausgegangen. Der Pachtvertrag für die Westernstadt war bereits abgelaufen. Die Eigentümerin, die Unternehmensgruppe Dr. Aldinger & Fischer, verfolgte ursprüngliche Pläne, auf dem Grundstück ein Rechenzentrum zu errichten.

Diesem Vorhaben standen jedoch planungsrechtliche Hürden entgegen. Ein Bebauungsplan aus dem Jahr 2012 weist das Areal als Sondergebiet für die Westernstadt aus. Diese rechtliche Festsetzung ließ eine rein gewerbliche Entwicklung des Standorts, wie sie für ein Rechenzentrum notwendig gewesen wäre, nicht zu. In der Folge kam es unter Vermittlung des Spandauer Bezirksbürgermeisters Frank Bewig (CDU) zu Verhandlungen über eine Kompromisslösung.

Langfristige Entwicklung und Denkmalschutz-Aspekte

Das nun vereinbarte Konzept sieht vor, dass auf dem Gelände langfristig Flächen für Freizeit, Technologie und Büros entstehen sollen. Während diese gewerbliche Entwicklung vorbereitet wird, bleibt der Betrieb der Westernstadt gesichert.

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Der Fall zeigt exemplarisch, wie eine einzige Festsetzung im Bebauungsplan über Jahre hinweg gewerbliche Entwicklung blockieren kann: Ein Areal, das als Sondergebiet ausgewiesen ist, lässt sich nicht ohne Weiteres in eine rein gewerbliche Nutzung überführen. Unser kostenloser Leitfaden fasst zusammen, welche planungsrechtlichen Hürden Investoren in Berlin kennen sollten und wie im konkreten Fall ein Kompromiss zwischen Eigentümer und Bezirk zustande kam. Kostenlosen Leitfaden zu Sondergebieten anfordern

Die Anlage blickt auf eine jahrzehntelange Geschichte zurück. Erste Bauarbeiten auf dem Gelände begannen bereits im Jahr 1968, wobei die Westernstadt insgesamt seit 75 Jahren besteht. Das Areal umfasst etwa zwei Dutzend Gebäude.

Seit dem Verkauf des Grundstücks im Jahr 2008 wurden den Betreibern lediglich Jahresverträge gewährt, was die Planbarkeit für den Verein erschwerte. Eine zwischenzeitlich für den 31. August angesetzte Räumung ist durch die aktuelle Einigung hinfällig geworden.

Breite Unterstützung durch die Bevölkerung

Der Erhalt von „Old Texas Town“ stieß in der Öffentlichkeit auf erhebliches Interesse. Zur Unterstützung des Standorts wurde eine Online-Petition initiiert. Die Angaben über die Zahl der Unterstützer variieren je nach Erhebung zwischen rund 8.500 und 11.800 Unterschriften.

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Für Betreiber und Pächter ist weniger der Bebauungsplan das Problem als die fehlende langfristige Perspektive: Jahresverträge erschweren jede Planung, und eine Räumung kann kurzfristig angesetzt werden. Unsere Checkliste zeigt, wie Sie Pacht- und Nutzungsunsicherheiten frühzeitig erkennen und welche Verhandlungsschritte mit dem Bezirksamt sich in der Praxis bewährt haben. Checkliste für Pacht- und Nutzungssicherheit sichern

Mit der aktuellen Übereinkunft ist die unmittelbare Zukunft des Vereins gesichert, während gleichzeitig der Weg für eine moderate gewerbliche Erschließung des Areals in Abstimmung mit dem geltenden Bebauungsplan geebnet wurde. Die Unternehmensgruppe Dr. Aldinger & Fischer kann somit ihre Planungen für Büro- und Technologieflächen vorantreiben, ohne den kulturellen Charakter des Standorts kurzfristig aufgeben zu müssen.

Mehr zum Thema bei n-tv: „Berlin & Brandenburg: Lösung für die Westernstadt in Spandau gefunden - n“

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