Oktoberfest-Unfall: Sicherheitsmitarbeiter von Gondel erfasst
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf dem Münchner Oktoberfest ist es am Montagabend an einem Fahrgeschäft zu einem tödlichen Betriebsunfall gekommen. Ein 52-jähriger Sicherheitsmitarbeiter wurde gegen 21:50 Uhr von der herabfahrenden Gondel des Freifallturms "Hangover" erfasst und eingeklemmt. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen verstarb der Mann mit serbischen Wurzeln wenig laut Berichten später in einem Krankenhaus.
Ermittlungen der Münchner Kriminalpolizei zum Unfallhergang
Nach dem Vorfall sperrten Einsatzkräfte der Münchner Polizei den Bereich um das Fahrgeschäft für einen Großeinsatz weiträumig ab. Nach Angaben der Polizei hielt sich der Mitarbeiter in einem Bereich auf, den er nicht hätte betreten dürfen. Bei dem Zusammenstoß erlitt er schwerste Verletzungen und wurde unter fortlaufender Reanimation in eine Klinik transportiert.
Die Ermittlungen zu dem Betriebsunfall übernahm das Kommissariat 13 der Münchner Kriminalpolizei. Polizeisprecher Thomas Schelshorn erklärte, es werde geprüft, ob jemandem ein Vorwurf zu machen sei, wobei die Abklärungen Tage oder Wochen in Anspruch nehmen könnten.
Zur Klärung des genauen Ablaufs bat die Münchner Polizei die Öffentlichkeit um Zeugenhinweise und Videoaufnahmen. Die Kriminalpolizei schloss die Ermittlungen direkt am Turm ab und geht laut Schelshorn von einem tragischen Unfallgeschehen aus.
Fahrgäste befanden sich laut Polizeiangaben zu keinem Zeitpunkt in Gefahr; Verletzte unter den Besuchern gab es nicht. Wie viele Personen sich zum Unfallzeitpunkt in der für 24 Gäste ausgelegten Gondel befanden, blieb unklar. Das Kriseninterventionsteam der Aicher-Ambulanz übernahm vor Ort die psychologische Betreuung von neun Beschäftigten und Augenzeugen.
Reaktionen von Stadtspitze und Betreibern
Wiesnchef Christian Scharpf und die Verantwortlichen schlossen ein technisches Versagen der Anlage aus. Scharpf betonte, das Fahrgeschäft weise überhaupt keine Defekte auf, und hob hervor, der schreckliche Unfall führe vor Augen, wie nah Freude und Leid beieinander liegen könnten. Auch Oberbürgermeister Dominik Krause zeigte sich bestürzt über das Unglück und dankte den Rettungs- und Einsatzkräften.
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Die Betreiberfamilie Schneider arbeitet bei der Aufklärung eng mit den Ermittlungsbehörden und der Staatsanwaltschaft zusammen. Der Sprecher der Familie, Dirk Metz, teilte mit, dass das gesamte Team geschockt und entsetzt über den Tod des Sicherheitsmitarbeiters sei.
Technische Daten und Wiederaufnahme des Betriebs
Der 2,8 Millionen Euro teure Freifallturm "Hangover" feierte im Juli 2015 Premiere und steht seit 2022 auf dem Münchner Oktoberfest. Mit einer Gesamthöhe von rund 85 Metern gilt die Konstruktion als das höchste Fahrgeschäft dieser Art auf der Wiesn.
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Die Gondel wird auf etwa 70 bis 85 Meter hochgezogen und fällt im freien Fall mit Geschwindigkeiten von bis zu 90 Kilometern pro Stunde in die Tiefe, ehe Magnetbremsen sie vor dem Boden abfangen. Mit welchem Tempo die Gondel den Mitarbeiter traf, ist unklar.
Nachdem das Festgelände planmäßig um 10 Uhr für Besucher geöffnet worden war, nahm das Fahrgeschäft am späten Nachmittag den Betrieb wieder auf. Im Anschluss an das bis zum 4. Oktober laufende 191. Oktoberfest, zu dem jährlich über sechs Millionen Besucher erwartet werden und für das rund 600 Polizeibeamte sowie Hunderte Ordner im Einsatz sind, sind weitere Stationen für den Freifallturm auf der Deutzer Kirmes in Köln sowie beim Winter Wonderland in London vorgesehen.
