Oktoberfest-Sicherheit: 70 Einsatzkräfte trainieren Selbstschutz
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
München/Wiesbaden – Gut eine Woche vor dem Start des Münchner Oktoberfests fahren Rettungs- und Sicherheitsdienste ihre Vorbereitungen hoch. Im Fokus: Selbstschutz und Katastrophenhilfe.
Am 12. September trainierten rund 70 Einsatzkräfte der Aicher Ambulanz für den Ernstfall. Das „Wiesn-Special" drehte sich um Selbstschutz, Deeskalation und Notwehr. Fünf Trainer des Anbieters Rescue Defence schulten die Teilnehmenden vor allem im Umgang mit physischen Angriffen.
Ein Schwerpunkt der Praxis: die Abwehr von Attacken mit Maßkrügen. Die Organisation will solche Eigenschutztrainings auch 2027 fortsetzen. Das Volksfest startet am 19. September.
Großübungen simulieren Massenanfall von Verletzten
Parallel liefen in Hessen und anderen Bundesländern umfangreiche Katastrophenschutzübungen. In Wiesbaden erprobte die Übung „Phoenix" ein Szenario mit rund 400 Einsatzkräften und über 50 Fahrzeugen.
Simuliert wurde ein Massenanfall von Verletzten. Die genauen Hintergründe des Szenarios blieben uneinheitlich: Ein Bericht nannte einen Verkehrsunfall, andere Darstellungen eine Amokfahrt nach einer Hitzewelle.
Im Rahmen der Übung entstand ein mobiler Behandlungsplatz für bis zu 50 Schwerstverletzte. Beteiligt waren die Kliniken HSK, das St. Josefs-Hospital und das Asklepios Paulinen-Hospital sowie der Zivilschutzhubschrauber Christoph 2.
Ziel war die Erprobung der gesamten Rettungskette – von der Alarmierung bis zur klinischen Versorgung. In Frankfurt am Main übten zeitgleich rund 370 Kräfte und 80 Statisten die Reaktion auf einen Drohnenangriff.
Hessen investiert in neue Ausrüstung
Rund 70 Einsatzkräfte der Aicher Ambulanz haben kurz vor dem Wiesn-Start Selbstschutz, Deeskalation und Notwehr trainiert — Schwerpunkt: Abwehr von Angriffen mit Maßkrügen. Wenn Sie Ihr eigenes Team auf vergleichbare Lagen vorbereiten wollen, finden Sie in diesem kostenlosen Leitfaden die konkreten Übungsmodule und eine Checkliste für die Trainingsplanung. **Praxis-Leitfaden Selbstschutz jetzt anfordern
Passend zu den Übungen übergab Innenminister Poseck auf dem Wiesbadener Schlossplatz neue Ausrüstung an den Katastrophenschutz. Im Rahmen einer Resilienzwoche kamen 26 Sonderanhänger für die Betreuung, 26 für die Versorgung Plus und drei Abrollbehälter für Tankstellen hinzu. Dazu kamen mehr als 50 Einsatzfahrzeuge.
Das Land förderte die Beschaffungen mit über 1,7 Millionen Euro. Die Investitionen sind Teil eines langfristigen Programms: 2025 unterstützte Hessen rund 134 Fahrzeuge und 58 Baumaßnahmen mit über 21 Millionen Euro.
Für 2026 sind erneut mehr als 21 Millionen Euro vorgesehen. Seit 2016 summierten sich die Investitionen auf über 200 Millionen Euro – für insgesamt mehr als 1770 Fahrzeuge.
Übungen von Kronach bis zur Nordseeküste
Auch in anderen Regionen wurden komplexe Notfalllagen geprobt. Im Landkreis Kronach nahmen am 12. September rund 1000 Einsatzkräfte an einer Verbundübung teil. Simuliert wurden eine Explosion, ein Dammbruch und ein Zugunfall mit Gefahrgut nach einem schweren Unwetter.
An der Nordseeküste führte das Technische Hilfswerk mit 70 Kräften kontrollierte Deichsprengungen durch. Niedersachsens Innenministerin Behrens betonte, landesweit stünden vier spezialisierte THW-Teams für solche Entlastungseinsätze bereit.
Virtuelle Realität hält Einzug in die Ausbildung
Bei körperlichen Angriffen im Dienst entscheidet oft die erste Reaktion — und die rechtliche Frage, wie weit man sich wehren darf. Dieser kompakte Leitfaden fasst die Notwehr-Grundlagen für Rettungs- und Sicherheitskräfte zusammen und zeigt, wie Sie Deeskalation und Eigenschutz Schritt für Schritt in Ihre Dienstvorbereitung einbauen. **Notwehr-Grundlagen kompakt sichern
Neben der Praxisausbildung hält moderne Technik Einzug in die Schulungen. Die Malteser in Braunschweig nutzen seit August 2026 VR-Brillen für die Erste-Hilfe-Ausbildung. In einem Pilotprojekt in Münster und Köln überwachen Sensoren die Qualität der Herzdruckmassage. Ab dem kommenden Jahr soll die Technologie regelmäßig zum Einsatz kommen.
Vom 14. bis zum 25. September führt das ABC-Abwehrregiment 750 „BADEN" zudem die freilaufende Übung „BADISCHER STURM" im öffentlichen Raum durch. In Städten wie Saarbrücken, Darmstadt und Ulm trainieren die Kräfte Verfahren zur Dekontamination.
