Deutschland, Energie

Windparks auf See: Zuschlag erstmals per Versteigerung

15.06.2023 - 16:17:46

Offshore-Windparks sind für Betreiber offenbar wirtschaftlich attraktiv. Die Unternehmen verzichten auf Fördermittel vom Staat. Die Bundesnetzagentur freut das. Auch Verbraucher sollen davon profitieren.

Die Bundesnetzagentur wird erstmals mit Hilfe einer Versteigerung bestimmen, welches Unternehmen einen Windpark auf See errichten darf. Dies teilte die Behörde am Donnerstag in Bonn mit. Ausgeschrieben waren vier Flächen für Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee. Für alle vier Flächen seien mehrere Null-Cent-Gebote eingegangen, berichtete die Behörde. Das bedeutet, die Unternehmen verzichten von vorneherein auf eine staatliche Förderung. Damit werde ein sogenanntes dynamisches Gebotsverfahren erforderlich.

Behördenpräsident Klaus Müller nannte die Ergebnisse der Ausschreibung eine «gute Nachricht für die Energiewende in Deutschland». «Es ist erfreulich, dass die Unternehmen keine Förderung für den Ausbau der Offshore-Windenergie benötigen. Die Null-Cent-Gebote machen deutlich, dass die Offshore-Windenergie wirtschaftlich attraktiv ist», sagte er laut einer Mitteilung.

Geplant sei nun «zeitnah» eine elektronische Versteigerung. «Die Erlöse kommen zum überwiegenden Teil über eine Senkung der Stromkosten den Verbraucherinnen und Verbraucher direkt zugute.» Das gilt für 90 Prozent der eingenommenen Gelder. Jeweils 5 Prozent fließen in den in den Meeresnaturschutz und die Förderung einer umweltschonenden Fischerei.

Drei Flächen mit einer Leistung von jeweils 2000 Megawatt liegen in der Nordsee und eine Fläche (1000 Megawatt) in der Ostsee. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2030 vorgesehen.

Müller hatte bei der Bekanntmachung der Ausschreibungen Ende Januar das große Volumen dieser Ausschreibungen von insgesamt 7 Gigawatt betont und gesagt: «Die Ausschreibungen sind ein wichtiger Schritt zur Erreichung des Offshore-Ausbauziels von 30 Gigawatt bis 2030.» Nach Angaben des Beratungsunternehmens Deutsche Windguard waren Ende 2022 in Deutschland 1539 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 8,1 Gigawatt in Betrieb.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Nach Urteil: Gasbohrung vor Borkum soll bis Sommer beginnen. One-Dyas will jetzt zügig mit den Bohrungen vor Borkum beginnen. Noch sind aber nicht Fragen geklärt. Im Streit um Erdgasbohrungen in der Nordsee hat ein Gericht einen Sofortvollzug bestätigt. (Wirtschaft, 30.01.2026 - 15:48) weiterlesen...

Gasbohrung bei Borkum: Gericht bestätigt Sofortvollzug. Trotz Klage dürfen die Arbeiten beginnen. Für die Förderung fehlt noch eine letzte Genehmigung. Im Streit um Erdgasbohrungen in der Nordsee hat ein Gericht einen Sofortvollzug bestätigt. (Wirtschaft, 30.01.2026 - 14:19) weiterlesen...

Gewinneinbruch bei Bosch: Was sind die größten Baustellen?. Insbesondere die horrenden Kosten für die Stellenabbau-Pläne belasten den Gewinn. Der Druck bei den Schwaben ist hoch. Was dahintersteckt. Bosch verdient so wenig wie seit Jahren nicht. (Wirtschaft, 30.01.2026 - 11:10) weiterlesen...

Operativer Gewinn bei Bosch bricht um fast die Hälfte ein (Wirtschaft, 30.01.2026 - 11:00) weiterlesen...

Solarstrom, Euro, Fastenmonat – das bringt der Februar. Für Besitzer von Solaranlagen tritt turnusmäßig eine Änderung in Kraft. Im kürzesten Monat des Jahres verschwindet eine Währung endgültig aus einem EU-Land, für Urlauber bringt das Erleichterung. (Politik, 30.01.2026 - 04:30) weiterlesen...

Bundestag verabschiedet Gesetz zum Schutz wichtiger Anlagen Sabotage, Stromausfall – warum für Betreiber von Wasserwerken und Energieversorgern strengere Regeln gelten sollen. (Politik, 29.01.2026 - 13:54) weiterlesen...