Offshore-Sicherheit: BG ETEM definiert Leitlinien für 4 Mio. Beschäftigte
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Arbeit an Offshore-Windkraftanlagen stellt aufgrund der exponierten Lage und der extremen Witterungsbedingungen besondere Anforderungen an die Sicherheit der Beschäftigten. Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) hat vor diesem Hintergrund zentrale Leitlinien für den Arbeitsschutz bei Einsätzen auf hoher See hervorgehoben.
Demnach sei es zwingend erforderlich, vor jedem Offshore-Einsatz die Wetterbedingungen, die Ausrüstung sowie die persönliche Schutzausrüstung (PSA) und die Erste-Hilfe-Vorkehrungen einer detaillierten Prüfung zu unterziehen. Zudem müsse die Gefährdungsbeurteilung situativ an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden.
Strategische Prinzipien für die Arbeitssicherheit
Die BG ETEM stützt ihre Empfehlungen auf ein Best-Practice-Modell, das vier grundlegende Prinzipien für alle Arbeitsorte vorsieht. Diese umfassen eine gründliche Vorbereitung statt Improvisation, die explizite Ermöglichung von Widerspruch bei Sicherheitsbedenken sowie die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Diese Struktur soll dazu beitragen, Unfälle systematisch zu vermeiden.
Um diese Standards in der Branche zu vertiefen, thematisiert die Berufsgenossenschaft diese Arbeitsschutzprinzipien auch in ihrem Podcast „Ganz sicher“. In einer aktuellen Folge erläutert Andreas Wessels von Siemens Gamesa die praktische Umsetzung dieser Vorgaben auf Offshore-Windkraftanlagen.
Als gesetzliche Unfallversicherung trägt die BG ETEM Verantwortung für rund 4 Mio. Beschäftigte in gut 200.000 Betrieben und fungiert damit als maßgebliche Instanz für die Definition von Sicherheitsnormen in diesen Sektoren.
Vernetzung der Präventionsleistungen in Hamburg
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Parallel zur Schärfung der inhaltlichen Standards investieren die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung in die physische Infrastruktur der Prävention. In Hamburg wurde im Baakenhafen-Quartier der HafenCity das Präventionszentrum PREVIER eröffnet.
In dieser Einrichtung bündeln die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) ihre Leistungen unter einem Dach, um die Reichweite und Effizienz ihrer Beratungs- und Schulungsangebote zu erhöhen.
Technologische Innovationen bei der Schutzausrüstung
Ein wesentlicher Faktor für den verbesserten Arbeitsschutz ist die Weiterentwicklung der technischen Ausrüstung. Das Unternehmen AST Arbeitssicherheit hat in diesem Zusammenhang sein Portfolio erweitert und den Industrieschutzhelm „Guardio Armet Pro Connected“ in das Vertriebs- und Schulungsangebot aufgenommen. Dieser Helm soll künftig unter anderem in Lehrgängen für Krane, Hubarbeitsbühnen und die Anwendung von PSA gegen Absturz (PSAgA) eingesetzt werden.
Die technische Ausstattung des Helms umfasst ein Mips-Gehirnschutzsystem sowie einen speziellen Quin-Sensor. Dieser überwacht das Geschehen am Helm sowie die Innentemperatur und kann bei Unfällen Echtzeit-Warnungen an Notfallkontakte und Rettungsdienste absetzen.
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Ein integrierter NFC-Chip hält zudem medizinische Notfallinformationen bereit. Ergänzt wird die Ausstattung durch ein Belüftungssystem und einen 4-Punkt-Kinnriemen mit Magnetverschluss. Das Modell soll zudem auf der Fachmesse „Arbeitssicherheit Aktuell“ vorgestellt werden, die vom 20. bis 22. Oktober in Stuttgart stattfindet.
Neue Normen für den Kopfschutz
Im Bereich der Industrieschutzhelme verweist AST Arbeitssicherheit auf die Relevanz der Norm EN 397:2025. Diese unterscheidet zwischen Typ 1 für übliche Gefährdungen in Bereichen wie Lager, Produktion oder Wartung und Typ 2 für Umgebungen mit höheren mechanischen Belastungen, etwa im Stahl- oder Gerüstbau sowie bei Arbeiten unter Kranen.
Während Bestandshelme nach der älteren Norm EN 397:2012+A1:2012 formal nicht ausgetauscht werden müssen, weist das Unternehmen darauf hin, dass diese nicht mehr dem aktuellen Sicherheitsniveau entsprechen, das durch die neuere Norm definiert wird.
