Krankenstände, Beförderung

Österreich-Urteil: Krankenstände dürfen Beförderung nicht blockieren

25.05.2026 - 08:28:32 | boerse-global.de

Österreichs Höchstgericht stärkt Arbeitnehmer: Überdurchschnittliche Fehlzeiten allein rechtfertigen keine Beförderungsablehnung.

Österreich-Urteil: Krankenstände dürfen Beförderung nicht blockieren - Foto: über boerse-global.de
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Der Oberste Gerichtshof in Österreich hat klargestellt: Überdurchschnittliche Krankenstände allein sind kein Grund, eine Beförderung abzulehnen. Die Entscheidung (8 ObA 42/25x) könnte weitreichende Folgen für tausende Beschäftigte haben.

Das Gericht sieht in einer undifferenzierten Betrachtung von Fehlzeiten eine mögliche mittelbare Diskriminierung. Entscheidend ist nicht die medizinische Diagnose, sondern die konkrete Einschränkung der Teilhabe am Berufsleben.

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Langes Arbeitsleben schützt vor Kündigung

Auch deutsche Arbeitsgerichte stärken den Kündigungsschutz. Das Landesarbeitsgericht Hamm erklärte die fristlose Kündigung eines schwerbehinderten Mitarbeiters für unwirksam. Der Mann hatte eine abgelaufene Tafel Schokolade aus einem Retouren-Container entwendet.

Ausschlaggebend: 36 Jahre beanstandungsfreie Dienstzeit und ein Grad der Behinderung von 70. Das Gericht befand eine Abmahnung als ausreichend – zumal die Ware keinen Marktwert mehr besaß.

Technologie erkennt Stress in Echtzeit

Während die Gerichte für mehr Sicherheit sorgen, treiben Forscher die Gesundheitsvorsorge voran. Ein Team der Northwestern University stellte in Science Advances ein neuartiges Hautpflaster vor. Mit 52 mal 48 Millimetern und 7,8 Gramm misst es Herzschlag, Atmung, Schweißproduktion und Hauttemperatur.

Die Sensitivität liegt zwischen 94 und 97 Prozent. Bei einer Batterielaufzeit von 37 Stunden könnte die Technologie Überlastungen im Arbeitsalltag frühzeitig erkennen.

Höhenverstellbare Tische und barrierefreie Uni-Arbeitsplätze

Praktische Fortschritte gibt es auch an den Hochschulen. Im Methodenlabor der Universität Jena nahm im Mai 2026 ein neuer, elektrisch höhenverstellbarer Arbeitsplatz den Betrieb auf. Das Projekt wurde aus einem Diversitätsfonds finanziert und soll besonders Studierende mit Seh- und Höreinschränkungen unterstützen.

KI verändert Arbeitsprofile massiv

Google DeepMind arbeitet derweil an „Pointer Engineering“. KI-Agenten lernen durch Aufzeichnung von Mausklicks und administrativen Workflows. Ziel ist die Automatisierung von Verwaltungsaufgaben in drei bis fünd Jahren.

Das bedeutet massive Veränderungen für Beschäftigte. Betriebliches Gesundheitsmanagement muss diesen Wandel begleiten.

Arbeitszeit: Flexibilität oder 73,5-Stunden-Woche?

Arbeitsministerin Bärbel Bas plant für Juni 2026 einen Gesetzentwurf zur Arbeitszeit. Die tägliche Höchstarbeitszeit könnte zugunsten einer wöchentlichen Betrachtung aufgeweicht werden.

Arbeitnehmervertreter warnen: Im Extremfall drohen bis zu 73,5 Stunden pro Woche.

Teilkrankschreibung kommt 2027

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 29. April 2026 bringt eine Neuerung. Ab 1. Januar 2027 können Beschäftigte trotz gesundheitlicher Einschränkungen stundenweise arbeiten – sofern der Arbeitgeber zustimmt.

Ein spezieller Sonderschutz für Schwerbehinderte fehlt im neuen Modell. Der bestehende Anspruch auf stufenweise Wiedereingliederung bleibt aber unberührt.

Microsoft wird teurer, Open Source boomed

Zum 1. Juli 2026 erhöht Microsoft die Preise für Microsoft 365 deutlich. Business Basic steigt um 16 Prozent, die Standard-Version um 12 Prozent.

Immer mehr Organisationen setzen daher auf Open-Source-Lösungen. Ein europäisches Konsortium plant für Sommer 2026 den Start von „Euro-Office“. Solche Umstellungen erfordern umfassende Schulungen, um Stress bei der Einführung neuer Software zu vermeiden.

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Gütesiegel für Gesundheitsförderung

Die Österreichische Gesundheitskasse zeichnete im März 2026 allein in Tirol 48 Betriebe mit dem BGF-Gütesiegel aus. Österreichweit nehmen 2.731 Unternehmen mit rund 750.000 Beschäftigten am Programm teil – es besteht seit 26 Jahren.

Die Auszeichnung gibt es für Maßnahmen, die über gesetzliche Anforderungen hinausgehen.

Steuerfreie Extras binden Fachkräfte

Arbeitgeber nutzen zunehmend steuerfreie Gehaltsextras: Fitnesszuschüsse, Jobtickets, Kindergartenzuschüsse oder betriebliche Altersvorsorge. Auch spezielle Versicherungsmodelle wie „easyBKV Premium“ boomen.

Sie bieten gesetzlich Versicherten medizinische Versorgung auf Privatpatienten-Niveau – oft ohne Gesundheitsprüfung und Wartezeiten. Voraussetzung: Das Unternehmen hat mindestens zehn Mitarbeiter.

Fazit: Inklusion als strategische Ressource

Die Arbeitswelt 2026 wird individueller. Während KI administrative Rollen verändert, schaffen technische Hilfsmittel und eine differenzierte Rechtsprechung ein inklusiveres Umfeld. Die kommenden Gesetzesänderungen forden Unternehmen heraus: Sie müssen wirtschaftliche Flexibilität und Mitarbeitergesundheit neu ausbalancieren.

Langfristig werden jene Organisationen gewinnen, die Inklusion nicht als Pflicht, sondern als strategische Ressource verstehen.

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