Finanzvermögen, Billionen

Öffentliches Finanzvermögen: 1,2 Billionen Euro, Defizit wächst

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Finanzvermögen des öffentlichen Gesamthaushalts nahm 2025 zu, während der Finanzierungssaldo wegen stärker steigender Ausgaben auf -126,5 Milliarden Euro sank.

Staatliches Finanzvermögen steigt 2025, Defizit wächst weiter
Architektonisches Detail eines modernen Verwaltungsgebäudes vor einem klaren Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Das Finanzvermögen des öffentlichen Gesamthaushalts gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich ist bis zum Ende des Jahres 2025 auf 1.199,1 Mrd. Euro gestiegen.

Wie das Statistische Bundesamt in einem Bericht vom 22. September 2026 mitteilte, entspricht dies einem Zuwachs von 5,9 % beziehungsweise 66,8 Mrd. Euro im Vergleich zum Jahresende 2024. Die Erhebung umfasst Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie die Sozialversicherung einschließlich der Extrahaushalte. Einem Bericht von finanznachrichten.de vom selben Tag zufolge verzeichneten alle vier staatlichen Ebenen einen Anstieg ihrer Vermögenswerte.

Bund nähert sich der 500-Milliarden-Euro-Marke

Den größten Anteil am Gesamtvermögen hielt der Bund. Sein Finanzvermögen kletterte Ende 2025 auf 457,2 Mrd. Euro, was einem Anstieg um 6,4 % beziehungsweise 27,4 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Destatis führte diese Entwicklung unter anderem auf eine höhere Liquiditätsreserve des Bundes sowie eine Eigenkapitalerhöhung der Deutschen Bahn AG zurück. Damit nähert sich der Bund der Marke von 500 Mrd. Euro.

Die Sozialversicherung wies zum Jahresende 2025 ein Finanzvermögen von 181,6 Mrd. Euro aus. Dies stellt ein Plus von 6,6 % oder 11,2 Mrd. Euro dar.

Hohe Spannweite bei den Bundesländern

Das Finanzvermögen der Länder summierte sich Ende 2025 auf 307,5 Mrd. Euro, ein Zuwachs von 8,2 % beziehungsweise 23,4 Mrd. Euro. Hinter dem Gesamtwert stehen laut Statistischem Bundesamt jedoch stark divergierende Entwicklungen:
- Bremen verzeichnete mit einem Zuwachs von 28,0 % den höchsten prozentualen Anstieg unter den Bundesländern, begründet durch die Anlage von Barsicherheiten für Derivat-Geschäfte als liquide Mittel.
- In Sachsen-Anhalt stieg das Finanzvermögen um 25,0 %, gefolgt von Niedersachsen mit einem Plus von 21,3 %.
- Den stärksten Rückgang unter den Ländern verbuchte Nordrhein-Westfalen mit einem Minus von 6,0 %, was auf den Einsatz von Finanzvermögen zur Kredittilgung zurückging.
- Berlin meldete einen Rückgang um 4,0 %, da die BEN Berlin Energie und Netzholding GmbH seit 2025 nicht mehr zum Staatssektor zählt.
- In Schleswig-Holstein verringerte sich das Länder-Finanzvermögen um 0,9 %.

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Das Finanzvermögen des öffentlichen Gesamthaushalts ist Ende 2025 auf 1.199,1 Mrd. Euro gestiegen, doch der Finanzierungssaldo weitete sich auf -126,5 Mrd. Euro aus. Wer diese Schere für die eigene Haushaltsplanung einordnen will, findet in diesem kostenlosen Report die wichtigsten Kennzahlen und Konsolidierungsansätze. Kostenlosen Finanz-Report jetzt anfordern

Kommunale Entwicklung und Haushaltsbilanz

Auf Ebene der Gemeinden und Gemeindeverbände erhöhte sich das Finanzvermögen um 1,9 % beziehungsweise 4,8 Mrd. Euro auf 252,8 Mrd. Euro. Während die Kommunen in Schleswig-Holstein ein Plus von 10,2 %, im Saarland von 6,4 % und in Brandenburg von 5,3 % auswiesen, sank der Wert bei den hessischen Gemeinden um 2,6 %.

Gleichzeitig verschärfte sich das Defizit der öffentlichen Haushalte. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums vom 22. September 2026 beliefen sich die Ausgaben des öffentlichen Gesamthaushalts im Jahr 2025 auf 1.423,5 Mrd. Euro nach 1.350,6 Mrd. Euro im Jahr 2024 (+5,4 %).

Die Einnahmen stiegen im selben Zeitraum um 2,9 % von 1.261,1 Mrd. Euro auf 1.297,1 Mrd. Euro. Der Finanzierungssaldo weitete sich dadurch von -89,5 Mrd. Euro auf -126,5 Mrd. Euro aus.

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Beim Bund standen Ausgaben von 656,4 Mrd. Euro (+6,9 %) Einnahmen von 571,1 Mrd. Euro (+0,7 %) gegenüber, was ein Saldo von -85,2 Mrd. Euro ergab. Die Länder verbuchten Ausgaben von 580,3 Mrd. Euro (+3,3 %) bei Einnahmen von 571,0 Mrd. Euro (+4,9 %), woraus ein Fehlbetrag von -9,4 Mrd. Euro resultierte.

Die Gemeinden schlossen bei Ausgaben von 423,3 Mrd. Euro (+5,6 %) und Einnahmen von 391,4 Mrd. Euro (+4,1 %) mit einem Finanzierungssaldo von -31,9 Mrd. Euro ab.

Mehr zum Thema bei n-tv: „Statistisches Bundesamt meldet Anstieg: Finanzvermögen des Staates wächst 2025 auf 1.199,1 Milliarden Euro - n“

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