Dienst, Vollzeitkräfte

Öffentlicher Dienst: 631.000 Vollzeitkräfte fehlen laut IW-Studie

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zum Zoll kamen bundesweit 1.800 Nachwuchskräfte hinzu, doch laut IW fehlen im öffentlichen Dienst weiterhin rund 631.000 Vollzeitkräfte.

Zoll startet mit 1.800 Nachwuchskräften gegen Personallücken
Moderne Fassade eines öffentlichen Gebäudes mit Glas und Beton bei klarem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Am 1. September 2026 haben bundesweit rund 1.800 Nachwuchskräfte ihre Ausbildung oder ihr Studium beim Zoll begonnen. Während die Behörde mit diesem personellen Zuwachs wichtige Vakanzen besetzt, verdeutlicht die aktuelle Lage bei anderen Sicherheitsbehörden sowie eine neue Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) den weiterhin hohen Bedarf an Arbeitskräften im gesamten Staatssektor.

Regionale Verteilung und Ausbildung beim Hauptzollamt

Von den bundesweit rund 1.800 neuen Mitarbeitern entfällt ein Teil auf die regionalen Hauptzollämter. So nahmen am 1. September 2026 allein beim Hauptzollamt München 95 Nachwuchskräfte ihren Dienst auf. Auch beim Hauptzollamt Bielefeld starteten zum selben Datum insgesamt 28 neue Kräfte in ihre berufliche Laufbahn. Diese teilen sich in 19 Personen für den mittleren Dienst und 9 für den gehobenen Dienst auf.

Für Interessenten, die im kommenden Jahr eine Laufbahn beim Zoll anstreben, rückt bereits eine wichtige Frist näher. Bewerbungen für den Einstellungsjahrgang 2027 werden noch bis zum 15. Oktober 2026 entgegengenommen.

Personalsituation bei den Landespolizeien

Neben dem Zoll verzeichnen auch die Polizeibehörden der Länder personelle Bewegungen. In Bayern traten im Jahr 2026 rund 750 neue Nachwuchskräfte ihren Dienst an, wobei sich die Gesamtzahl der Einstellungen im Freistaat für das laufende Jahr auf 1.400 beläuft. In Sachsen-Anhalt befinden sich derzeit 188 Personen in der Ausbildung und 172 im Studium, während 153 neue Polizisten in den Dienst übernommen wurden.

In Baden-Württemberg wurden bereits Ende August 140 Absolventen des mittleren Polizeivollzugsdienstes verabschiedet. Trotz dieser Neueinstellungen bleibt der Druck auf die Personalplanung hoch, wie ein Blick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zeigt.

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IW-Studie beziffert massive Lücken im öffentlichen Dienst

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) untermauert die Herausforderungen bei der Personalbesetzung. Den Experten zufolge fehlen im öffentlichen Dienst derzeit rund 631.000 Vollzeitkräfte.

Ein theoretisches Potenzial zur Schließung dieser Lücke sehen die Studienautoren in der Aufstockung der Arbeitszeit von Teilzeitkräften. Würden alle in Teilzeit Beschäftigten auf eine Vollzeitstelle wechseln, könnten rechnerisch 634.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden.

Der Bedarf variiert dabei stark nach Fachbereichen und Regionen. Besonders ausgeprägt ist der Mangel laut IW in den folgenden Sektoren:
* Schulen: 153.000 Stellen
* Kindertagesstätten: 54.400 Stellen
* Kommunalverwaltungen: 41.800 Stellen
* Hochschulen: 16.000 Stellen
* Polizei: 10.800 Stellen

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Regionale Unterschiede beim Fachkräftepotenzial

Auch im Ländervergleich ergeben sich deutliche Unterschiede bezüglich des Potenzials, das durch eine Arbeitszeitaufstockung mobilisiert werden könnte. Das größte Kontingent liegt laut der IW-Untersuchung in Bayern mit 129.800 möglichen Vollzeitäquivalenten. Darauf folgen Nordrhein-Westfalen mit 115.100 und Baden-Württemberg mit 111.300 potenziellen zusätzlichen Kräften.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass punktuelle Einstellungserfolge, wie sie der Zoll Anfang September verzeichnete, nur einen Teil der strukturellen Herausforderungen im Personalwesen der öffentlichen Hand lösen können. Die Gewinnung von Nachwuchs und die Bindung von Bestandspersonal bleiben somit zentrale Aufgaben für die kommenden Jahre.

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