Schulden, Deutschlands

Öffentliche Schulden: Deutschlands Verbindlichkeiten steigen um 26,3 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 12:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Destatis meldet höhere öffentliche Verbindlichkeiten; Wirtschaftsinstitute erwarten für 2026 ein Defizit von 4,1 Prozent und 1,3 Prozent Wachstum.

Deutschlands Staatsschulden steigen im zweiten Quartal auf 2.753,5 Milliarden Euro
Eine weitläufige Baustelle einer modernen Betonbrücke mit Kränen und Stahlarmierungen bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte in Deutschland ist im zweiten Quartal 2026 spürbar angewachsen. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich bis zum Ende des Quartals auf 2753,5 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Zunahme von 26,3 Milliarden Euro beziehungsweise 1,0 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal des laufenden Jahres. Als wesentliche Treiber dieser Entwicklung gelten unter anderem umfangreiche Ausgaben für Infrastrukturprojekte.

Bund und Sondervermögen verzeichnen deutliche Zuwächse

Auf der Ebene des Bundes wurde ein Schuldenstand von 1907,1 Milliarden Euro ermittelt. Damit erhöhten sich die Verbindlichkeiten des Bundes innerhalb von drei Monaten um 20,5 Milliarden Euro, was einem Plus von 1,1 Prozent entspricht. Besonders markant fiel das Wachstum bei den zweckgebundenen Sondervermögen aus.

Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität wies zum Ende des zweiten Quartals einen Schuldenstand von 48,9 Milliarden Euro auf. Im Vergleich zum Vorquartal bedeutet dies einen Anstieg um 13,8 Milliarden Euro oder 39,1 Prozent.

Auch das Sondervermögen der Bundeswehr verzeichnete eine Zunahme der Verbindlichkeiten. Hier stieg der Schuldenstand um 4,2 Milliarden Euro auf insgesamt 51,6 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 8,8 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026 entspricht.

Im Gegensatz dazu konnte die Sozialversicherung ihre Schulden leicht reduzieren. Der dortige Schuldenstand sank um 0,2 Millionen Euro auf 9,1 Millionen Euro, ein Rückgang von 1,7 Prozent.

Regionale Unterschiede bei Ländern und Kommunen

Die Verschuldung der Bundesländer stieg insgesamt moderat um 0,5 Prozent auf 646,2 Milliarden Euro. Dabei zeigten sich jedoch erhebliche regionale Differenzen. Den stärksten prozentualen Anstieg verzeichnete Baden-Württemberg mit einem Plus von 3,0 Prozent, was offiziell mit vorgezogenen Finanzierungen begründet wurde.

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Die Verbindlichkeiten der öffentlichen Haushalte sind im zweiten Quartal 2026 auf 2753,5 Milliarden Euro gestiegen — ein Plus von 26,3 Milliarden Euro gegenüber dem Vorquartal. Besonders die Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (+39,1 Prozent) sowie für die Bundeswehr (+8,8 Prozent) treiben die Entwicklung. Wer wissen will, was daraus für Immobilienwerte, Zinsen und den eigenen Inflationsschutz folgt, findet im kostenlosen Report eine sachliche Einordnung. Report zu Staatsverschuldung und Immobilienwerten anfordern

Auch in Thüringen (+2,1 Prozent) und Sachsen-Anhalt (+2,0 Prozent) legten die Verbindlichkeiten überdurchschnittlich zu. Einen gegenläufigen Trend wies Niedersachsen auf, wo die Länderschulden um 2,3 Prozent zurückgingen. Auch Hamburg (-1,3 Prozent) und Rheinland-Pfalz (-0,5 Prozent) konnten ihre Schuldenlast auf Landesebene senken.

Auf Ebene der Gemeinden und Gemeindeverbände stieg der Schuldenstand um 1,5 Prozent auf 200,2 Milliarden Euro. Interessanterweise verzeichnete hier Niedersachsen mit einem Plus von 7,1 Prozent den stärksten Zuwachs bei den kommunalen Schulden, gefolgt von Brandenburg (+4,0 Prozent) und Sachsen (+3,4 Prozent).

Rückgänge bei den Gemeindeschulden meldeten hingegen das Saarland und Bayern mit jeweils 0,6 Prozent sowie Nordrhein-Westfalen mit einem Minus von 0,2 Prozent.

Wirtschaftsinstitute korrigieren Prognosen für Defizit und Wachstum

Flankierend zu den Schuldenzahlen veröffentlichten führende Wirtschaftsinstitute ihre aktuelle Herbstprognose. Demnach rechnen Experten für das Gesamtjahr 2026 mit einem staatlichen Finanzierungsdefizit von 4,1 Prozent der Wirtschaftsleistung, nachdem der Wert im Jahr 2025 noch bei 3,0 Prozent gelegen hatte. Für das Jahr 2027 wird eine weitere Ausweitung des Defizits auf 4,7 Prozent prognostiziert.

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Die Wirtschaftsinstitute erwarten für 2026 ein staatliches Finanzierungsdefizit von 4,1 Prozent der Wirtschaftsleistung und für 2027 bereits 4,7 Prozent — nach 3,0 Prozent im Jahr 2025. Gleichzeitig wurde die BIP-Wachstumsprognose für 2026 auf 1,3 Prozent angehoben. Diese Kombination aus höherer Verschuldung und moderatem Wachstum ist der Hintergrund, vor dem Immobilienbesitzer ihre Inflationsabsicherung prüfen sollten. Checkliste Inflationsschutz für Immobilienbesitzer anfordern

Trotz der steigenden Verschuldung blicken die Institute optimistischer auf die konjunkturelle Dynamik. Die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wurde für das Jahr 2026 von zuvor 0,6 Prozent auf nun 1,3 Prozent angehoben. Auch für das Jahr 2027 passten die Ökonomen ihre Erwartungen an und gehen nun von einem BIP-Wachstum in Höhe von 1,1 Prozent aus, nachdem zuvor 0,9 Prozent prognostiziert worden waren.

Mehr zum Thema bei Handelsblatt: „Defizit: Sondervermögen lassen Staatsschulden um 26 Milliarden Euro steigen“

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