Nutzfahrzeuge: TÜV-Report zeigt Mängelquote von 20,3 Prozent
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der TÜV-Verband hat mit dem Report Nutzfahrzeuge 2026 eine umfassende Analyse zur technischen Sicherheit gewerblich genutzter Fahrzeuge vorgelegt. Im Zentrum der diesjährigen Untersuchung steht erstmals die Bewertung der Sicherheit und Mängelanfälligkeit rein elektrisch betriebener Transporter im gewerblichen Einsatz.
Die Ergebnisse stützen sich auf eine breite Datenbasis von insgesamt 2.365.907 Hauptuntersuchungen (HU), die in den Jahren 2024 und 2025 an Vans, Transportern, Pick-ups, Lastkraftwagen und Anhängern durchgeführt wurden.
Gesamtmängelquote sinkt bei steigendem Fahrzeugalter
Die Quote der Fahrzeuge, die bei der Prüfung erhebliche oder gefährliche Mängel aufwiesen, liegt laut dem aktuellen Bericht bei 20,3 Prozent. Dies entspricht einem leichten Rückgang um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum vorangegangenen Report, in dem die Quote noch 20,4 Prozent betrug.
Bemerkenswert ist, dass die Datenbasis der Untersuchung zum vierten Mal in Folge angestiegen ist. Während im Berichtsjahr 2025 rund 2,3 Millionen Hauptuntersuchungen in die Statistik einflossen, waren es im Jahr 2023 noch 2,1 Millionen. Das Durchschnittsalter der geprüften Nutzfahrzeuge wird mit 8,9 Jahren angegeben.
Performance elektrischer Nutzfahrzeuge im Vergleich
Im Segment der leichten E-Transporter bis 3,5 Tonnen zeigt der Report im Einzelvergleich eine heterogene Sicherheitsbilanz. Der Peugeot E-Expert erreichte bei einem Fahrzeugalter von ein bis zwei Jahren mit einer Mängelquote von 8,4 Prozent den fünften Platz im Ranking dieser Klasse.
Ein deutlich schwächeres Ergebnis verzeichnete der Mercedes E-Vito, der mit einer Quote von 19,7 Prozent auf dem vorletzten von 27 Plätzen landete. Als Schlusslicht in dieser Kategorie wurde der Streetscooter der Modelle B14 und B16 identifiziert; hier wiesen 26,4 Prozent der drei bis vier Jahre alten Fahrzeuge Mängel auf.
Auffälligkeiten bei konventionellen Antrieben und Fahrzeugklassen
Der TÜV-Report Nutzfahrzeuge 2026 zeigt: 20,3 Prozent der gewerblich genutzten Fahrzeuge wiesen erhebliche oder gefährliche Mängel auf — bei zehnjährigen Fahrzeugen steigt die Quote deutlich. Wer die typischen Mängelquellen kennt, kann vor der Hauptuntersuchung nachsteuern. Kostenlosen Flotten-Leitfaden zur HU-Vorbereitung anfordern
Neben den Elektromodellen liefert der Report auch Daten zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Ein besonders negatives Ergebnis wurde für den Maxus Deliver 9 des Herstellers SAIC aus China verzeichnet. Bei ein bis zwei Jahre alten Fahrzeugen lag die Durchfallquote hier bei 33,6 Prozent.
Innerhalb der verschiedenen Gewichtsklassen zeigen sich ebenfalls deutliche Differenzen in der Zuverlässigkeit. Schwere Lkw über 18 Tonnen wiesen eine Mängelquote von 21,8 Prozent auf (Vorjahr 21,9 Prozent), wobei dieser Wert bei zehnjährigen Fahrzeugen auf 28,5 Prozent anstieg.
Leichte Transporter bis 3,5 Tonnen lagen bei einer Quote von 21,5 Prozent, während Fahrzeuge in der Gewichtsklasse zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen auf 19,8 Prozent kamen. Die besten Werte lieferten mittelschwere Lkw zwischen 7,5 und 18 Tonnen mit einer Mängelquote von 16,3 Prozent.
Typische Mängelquellen und Markttrends
Zu den am häufigsten dokumentierten Beanstandungen über alle Klassen hinweg zählen Ölverluste, die bei fünfjährigen Fahrzeugen in 5,2 Prozent der Fälle und bei zehnjährigen Modellen in 8 Prozent der Prüfungen festgestellt wurden.
Probleme mit der hinteren Beleuchtung betrafen 6,7 Prozent der fünf Jahre alten und 11,3 Prozent der zehn Jahre alten Nutzfahrzeuge. Mängel an der Achsaufhängung wurden bei 1,5 Prozent der fünfjährigen und 5,0 Prozent der zehnjährigen Fahrzeuge registriert.
Elektrische Transporter schneiden im TÜV-Report Nutzfahrzeuge 2026 sehr unterschiedlich ab: Der Peugeot E-Expert erreicht 8,4 Prozent Mängelquote, der Mercedes E-Vito 19,7 Prozent, der Streetscooter B14/B16 26,4 Prozent. Wer E-Transporter in die Flotte holt, sollte diese Unterschiede bei Auswahl und Wartung kennen. E-Transporter-Zuverlässigkeits-Ranking jetzt abrufen
Trotz der technischen Herausforderungen gewinnt die Elektromobilität im Sektor weiter an Bedeutung. In den Monaten Januar bis Juli 2026 lag der Anteil rein elektrischer Neuzulassungen bei Nutzfahrzeugen bei 13 Prozent, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum darstellt, in dem dieser Wert bei 8,7 Prozent lag.
Gleichzeitig wurde beobachtet, dass die Laufleistung schwerer Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen bei vier- bis fünfjährigen Fahrzeugen um etwa 9 bis 13 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2021 liegt.
