NRW-Kontrollen, Wohnungen

NRW-Kontrollen: 38 Wohnungen wegen gravierender Mängel geschlossen

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 21:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

NRW-Behörden schlossen 38 Wohnungen oder Häuser; in Düsseldorf und Magdeburg führten Gebäuderisiken zu weiteren Maßnahmen.

Gebäudeschäden und Kontrollen: Kommunen reagieren mit Sperrungen und Schließungen
Fassade eines sanierungsbedürftigen Wohnhauses mit sichtbaren Rissen im Mauerwerk bei bewölktem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

In Chemnitz verschärft sich die Auseinandersetzung um ein Wohngebäude in der Hartmannstraße 17. Das Haus soll im Zuge des geplanten Ausbaus der Straßenbahnstrecke in Richtung Röhrsdorf abgerissen werden.

Die verbliebenen Mieter weigern sich jedoch laut Berichten vom Freitag, ihre Wohnungen zu verlassen, und fordern Unterstützung durch die Stadtverwaltung ein. Inzwischen fehlen in dem Gebäude grundlegende Versorgungseinrichtungen, darunter die Gasversorgung.

Dieser Fall reiht sich in eine Serie aktueller baurechtlicher Eingriffe und Sicherheitsmaßnahmen ein, die derzeit die Verwaltungen mehrerer deutscher Kommunen beschäftigen. Oft stehen dabei der Erhalt von Wohnraum, die Infrastrukturplanung und die Abwendung akuter Gefahren im direkten Konflikt.

Straßensperrungen und Einsturzgefahr in Magdeburg und Düsseldorf

In Magdeburg führte eine neue Gefährdungsbeurteilung an einem Gebäude in der Sieverstorstraße zu weitreichenden Konsequenzen für den Verkehr. Seit vergangenem Dienstag ist die Straße im Bereich des Hauses Nummer 24 vollständig gesperrt. Davon betroffen sind sowohl der Individualverkehr als auch der öffentliche Nahverkehr; Straßenbahnen können den Abschnitt nicht mehr passieren.

Fußgänger müssen auf die gegenüberliegende Straßenseite ausweichen. Die Linke-Stadträtin Rebekka Grotjohann richtete in diesem Zusammenhang eine Anfrage an die Oberbürgermeisterin, um Details zum Eigentümer, einem möglichen Abriss sowie den damit verbundenen Kosten und dem Denkmalschutzstatus zu klären. Eine Antwort der Verwaltung steht noch aus.

Auch in Düsseldorf-Ludenberg kam es zu einem schwerwiegenden Zwischenfall im Zusammenhang mit Bauarbeiten. Am Donnerstagabend, dem 24. September 2026, verursachten Abrissarbeiten auf einem Nachbargrundstück offenbar erhebliche Schäden an einer Doppelhaushälfte in der Straße Am großen Dern.

Laut Bauaufsichtsamt und Feuerwehr traten Risse auf, zudem sackte der Kellerboden ab. Ein Baustatiker stufte das Gebäude als nicht mehr standsicher ein, woraufhin ein Betretungsverbot für das Haus sowie ein Betriebsverbot für die angrenzende Baustelle verhängt wurde. Rund 50 Feuerwehrleute waren etwa drei Stunden lang im Einsatz, um Abstützmaßnahmen einzuleiten.

Landesweite Kontrollaktionen gegen marode Immobilien in Nordrhein-Westfalen

Parallel zu diesen Einzelereignissen führten Behörden in Nordrhein-Westfalen am 24. September 2026 umfangreiche Kontrollen durch. Mehr als 100 Einsatzkräfte überprüften insgesamt 143 Gebäude in Städten wie Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Krefeld und Velbert.

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Bei der landesweiten Kontrollaktion in Nordrhein-Westfalen wurden 143 Gebäude überprüft, 38 Wohnungen und Wohnhäuser mussten unmittelbar geschlossen werden. In 14 Fällen stellten die Kontrolleure Lebensgefahr durch mangelhaften Brandschutz fest. Wer als Vermieter oder Verwalter vorbereitet sein will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die wichtigsten Pflichten, den Ablauf einer Behördenkontrolle und eine Dokumentations-Checkliste. Brandschutz-Leitfaden jetzt anfordern

Aufgrund gravierender Mängel mussten 38 Wohnungen oder Wohnhäuser unmittelbar geschlossen werden. In 14 Fällen konstatierten die Kontrolleure Lebensgefahr durch mangelhaften Brandschutz.

In Duisburg wurde ein Altbau wegen Gefahr für Leib und Leben geräumt. In dem Gebäude waren 18 Personen aus Rumänien gemeldet, darunter eine achtköpfige Familie, die zum Zeitpunkt der Kontrolle jedoch nicht vor Ort war. Neben der Brandsicherheit prüften die Behörden in knapp 60 Fällen Hinweise auf Scheinbeschäftigung und Schwarzarbeit.

Maßnahmen in Wolfsburg, Freiburg und Hohenstein-Ernstthal

Auch Bildungseinrichtungen und historische Bausubstanz sind betroffen. In Wolfsburg wurde für 88 Kinder einer Kita am Schachtweg eine Lösung gefunden, nachdem das dortige Gebäude am vergangenen Sonntag teilweise eingestürzt war.

Die Stadt stellt als Ersatz den ehemaligen Heilpädagogischen Kindergarten in der Goethestraße bereit. Ab kommenden Montag ist zunächst eine Notbetreuung vorgesehen, bevor in etwa vier Wochen der Normalbetrieb aufgenommen werden soll.

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Die Kontrollen in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Krefeld und Velbert prüften in knapp 60 Fällen auch Hinweise auf Scheinbeschäftigung und Schwarzarbeit. Wer Handwerker für Sanierung und Mängelbeseitigung beauftragt, sollte die Nachweise sauber führen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie Aufträge rechtssicher dokumentieren und typische Fallstricke vermeiden. Dokumentations-Checkliste jetzt sichern

In Freiburg im Breisgau haben dringende Sanierungsarbeiten an einer Felswand in der Unterstadt begonnen, um den Einsturz einer Restaurantterrasse zu verhindern. Der Gemeinderat bewilligte hierfür einen Kredit von 315.000 Franken. Vertikale Risse im Gestein machen die Sicherung durch Anker und die Erneuerung des Mauerwerks erforderlich.

In Hohenstein-Ernstthal beginnt die Stadtverwaltung am kommenden Montag mit dem Teilabriss eines über 400 Jahre alten Barockhauses in der Dresdner Straße 19. Das Gebäude, das sich seit Anfang der 1990er-Jahre im städtischen Besitz befindet, weist demnach einen Sanierungsstau auf, der nun Sicherungs- und Abrissmaßnahmen unumgänglich macht.

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