NIS2-Richtlinie, FitNIS2

NIS2-Richtlinie: FitNIS2 Lieferkette unterstützt KMU kostenfrei

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

DsiN und Universität Paderborn erweitern den FitNIS2-Navigator um Lieferkettenprüfungen, Dokumentation und kostenlose Hilfen für KMU.

DsiN und Universität Paderborn stärken NIS2-Hilfe für KMU
Symbolbild: Schutzhelm und Schutzbrille auf einer Werkbank Illustration mit AI erstellt.

Die Cyber-Sicherheits-Initiative Deutschland sicher im Netz (DsiN) und die Universität Paderborn erweitern ihr digitales Unterstützungsangebot für die Wirtschaft.

Wie aus Berichten vom 22. September 2026 hervorgeht, wird der bereits bestehende „FitNIS2-Navigator“ um spezifische Funktionen für die Lieferkette ergänzt. Das neue Projekt trägt den Namen „FitNIS2 Lieferkette“ und beinhaltet unter anderem einen Lieferketten-Check sowie ein spezielles Dokumentationsmodul.

Erweiterung um Lieferketten-Check und Dokumentationsmodul

Mit der Erweiterung des Navigators reagieren die Projektpartner auf die steigenden Anforderungen durch die europäische NIS2-Richtlinie. Das neue Modul „FitNIS2 Lieferkette“ soll Unternehmen dabei unterstützen, die komplexen Vorgaben zur IT-Sicherheit systematisch zu erfassen. Zentraler Bestandteil ist ein Lieferketten-Check, der es Betrieben ermöglicht, ihre eigene Rolle innerhalb der Wertschöpfungskette zu analysieren.

Ergänzt wird dieses Werkzeug durch ein Dokumentationsmodul. Dieses soll den Unternehmen dabei helfen, die erforderlichen Nachweise über Sicherheitsmaßnahmen und Compliance-Vorgaben strukturiert aufzubereiten. Damit zielt das Projekt darauf ab, den administrativen Aufwand für die Betriebe zu senken und gleichzeitig das Sicherheitsniveau in der Breite zu erhöhen.

KMU als indirekt betroffene Akteure im Fokus

Die Zielgruppe des erweiterten Angebots sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Viele dieser Betriebe fallen zwar nicht unter die direkten Regulierungspflichten der NIS2-Richtlinie, sind jedoch als Zulieferer oder Dienstleveler für größere, regulierte Unternehmen tätig. In dieser Funktion sehen sie sich zunehmend mit vertraglichen Anforderungen ihrer Kunden konfrontiert, die Sicherheitsstandards der NIS2-Richtlinie einzuhalten.

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Der Lieferketten-Check soll es diesen KMU ermöglichen, ihre indirekte Betroffenheit fundiert einzuschätzen. Auf dieser Basis können die Unternehmen notwendige IT-Sicherheitsmaßnahmen priorisieren.

Laut der DsiN-Geschäftsführerin Isabelle Rosière endet Cybersicherheit nicht an den Grenzen eines einzelnen Unternehmens. Dies unterstreiche die Notwendigkeit, auch die Zulieferstrukturen in die Sicherheitsstrategien einzubeziehen. Auch die Projektleiterin Merle Maurer-Rautenberg betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Vorhabens für die Wirtschaft.

Staatliche Förderung und kostenfreier Zugang

Das Projekt wird im Rahmen der Initiative „IT-Sicherheit in der Wirtschaft“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Es ist im Förderschwerpunkt „Mittelstand-Digital“ angesiedelt, der speziell darauf ausgerichtet ist, die Digitalisierung und Sicherheit im deutschen Mittelstand zu stärken.

Ein wesentliches Merkmal des Angebots ist die Niedrigschwelligkeit. Sämtliche Module des FitNIS2-Navigators sowie die neuen Funktionen zur Lieferkette werden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Zugriff erfolgt über die Internetplattform fitnis2.de, auf der auch der bereits etablierte Navigator weiterhin ohne Gebühren zugänglich bleibt.

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Workshops und Qualifizierungsmaßnahmen für Verbände

Über die rein digitalen Werkzeuge hinaus umfasst das Projekt „FitNIS2 Lieferkette“ weitere Unterstützungsformate. Geplant sind ergänzende Workshops, die sich direkt an KMU richten und die praktische Umsetzung der Anforderungen thematisieren.

Zudem sieht das Konzept Qualifizierungsangebote für Kammern und Verbände vor. Damit sollen Multiplikatoren in die Lage versetzt werden, ihre Mitgliedsunternehmen kompetent zu den Anforderungen der NIS2-Richtlinie und der Absicherung von Lieferketten zu beraten. Durch diese breite Aufstellung soll sichergestellt werden, dass die Hilfestellungen flächendeckend in der Wirtschaft ankommen.

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